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Eine kleine Forschungsweltreise zum Weltglückstag

Was sind die „Glücksschlüssel“ für Forscher aus der ganzen Welt? Kann man das „WIE“ Glück funktioniert zu drei Aspekten zusammenfassen? Einen Versuch ist es wert!

Einmal weit weg und retour…

Heute reisen wir anlässlich des bevorstehenden „Weltglückstag“ der UN am 20märz in drei Stationen um die Welt und lassen Psychologen & Glücksforscher aus Korea, Norwegen und den USA zu Wort kommen. Wir wollen wissen, WIE es denn nun geht…! Natürlich gibt es darauf viele Antworten und viele Bücher sind dazu schon gefüllt worden. Aber was sind die „Glücksschlüssel“ für Eunkook M. Suh (KR), Joar Vittersø (NO) und Christopher Peterson (US)?

Das Temperament und eine optimistische Haltung

Eunkook M. Suh von der Yonsei-Universität in Seoul erforscht seit 20 Jahren das Phänomen Glück und hat aus nahezu jedem Blickwinkel darüber gelesen und geschrieben. Was ist sein Fazit daraus, sein „Best of“?

Sein erster und wahrscheinlich der stärkste Einzelfaktor ist ein positives, optimistisches Temperament. Unzählige Untersuchungen zeigen, dass es verblüffend geringe Unterschiede in den objektiven Lebensbedingungen von glücklichen im Vergleich zu unglücklichen Menschen gibt. Der Hauptunterschied scheint darin zu liegen, WIE glückliche Menschen auf das Leben reagieren und es interpretieren. Diese Faktoren sind zu einem großen Teil genetisch bedingt. Was meinen Sie? Sind sie von Kind an eher ein „wolkiger Typ“ oder ein „sonniger Typ“ oder irgendwo im Wetterkontinuum dazwischen? Die Gene bestimmen den persönlichen Glücksfixpunkt, den Punkt, wohin wir nach positiven und negativen Erfahrungen zurückkehren. Allerdings sehen dies Forscher wie Sonja Lyubumirsky (US) auch als Startpunkt, von dem aus wir uns entwickeln können. Zu erkennen, wie das eigene Denken funktioniert und was Wege zum Optimismus sind, ist der erste Schritt nach oben. Hier dürfen wir uns von den „natural sunnies“ einfach was Abschauen!

Siehe auch meinen Artikel: „Raus aus der Raunzerzone!“

Glückliche Menschen brauchen Raum zum Atmen

Sein zweiter Faktor ist die persönliche Freiheit. Er meint damit die subjektive Freiheit, die im Geist wohnt. Wenn wir zu viel Augenmerk darauf legen, wie andere uns einschätzen, bei allen beliebt zu sein und alle Erwartungen zu erfüllen, ist das für das persönliche Glück nicht förderlich. Menschen aus sehr stark kollektivistischen Kulturen wie z.B. Japan geben überraschend niedrige Glücksniveaus an. Es geht darum, seinen persönlichen Weg zu finden und seine persönlichen Werte zu leben. Und das bedeutet auch, hin und wieder mal die Erwartungen und Regeln, die andere definiert haben, eben nicht zu erfüllen sondern sich selbst zu spüren und treu zu sein.

Joar Vittersø meint: „Werden Sie Spezialist für Ihr eigenes Leben!“ Beobachten Sie sich selbst, spüren Sie nach, was Sie persönlich wirklich glücklich macht. Durchbrechen Sie das „Geplapper der blinden Gedanken“, des inneren Werbefilms was „man“ so braucht (Konsum, ständige Aktivitäten, das Neueste…) um mehr Klarheit zu gewinnen, was Sie ausmacht und was Sie wollen. Wege dazu sind Achtsamkeit und Meditation, Reflexion bzw. ein Tagebuch zu führen. Sie sind wahrscheinlich angekommen, wenn es Ihnen immer öfter gelingt ganz in dem aktuellen Moment zu sein und dabei sich selbst ganz bewusst zu sein – sowohl in körperlicher als auch in geistiger Hinsicht.

Siehe auch meinen Artikel: „Achtsamkeit“

WIR-klich glückl-ICH: Andere Menschen zählen

Der dritte Faktor von Suh ist ein reiches Sozialleben – nicht als Verpflichtung, sondern weil es bereichernd, sinnstiftend und freudespendend ist. Christopher Peterson, einer der Gründerväter der Positiven Psychologie, ist da ganz seiner Meinung. Seine Forschungen belegen:

  • Schönes lässt sich am besten in Gesellschaft anderer genießen.
  • Erfolg verdanken wir nicht nur unserer Begabung und Beharrlichkeit, sondern auch der Lehren und der Unterstützung von bestimmten Menschen aus unserem Umfeld.
  • Eine gute Freundschaft am Arbeitsplatz zählt mehr als Gehalt oder Status.
  • Menschen mit engen Beziehungen sind gesünder als solche ohne – obwohl sie vielleicht mehr Krankheitserregern ausgesetzt sind 😉

 

„All you need is love“ singen die Beatles und die Positive Psychologie bestätigt, das ein gutes Leben aus liebevollen Beziehungen entsteht. Andere Menschen zählen. Und wir sind alle für irgendjemanden der oder die „andere“…

Siehe auch meinen Artikel: „Love 2.0“

 

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Nächste Woche zum Weltglückstag erwartet Sie Hilfreiches mit Augenzwinkern. Für alle, die finden, das echt schon genug übers Glück geschrieben wurde… Haben Sie noch eine schöne Zeit bis dahin!


Literatur/Quellen

  • Leo Bormans (Hrsg.), 2012, “Glück – World Book of Happiness”, 3. Auflage, Dumont-Verlag
  • Sonja Lyubomirsky, 2008, “Glücklich sein”, Campus-Verlag
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