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Learnings vom Lerncamp | Eindrücke eines virtuellen BarCamps

Learnings Barcamp

BarCamps haben in jüngster Vergangenheit eine rasante Verbreitung gefunden. Die so genannte „Unkonferenz“ wird von den Teilnehmenden selbst spontan gestaltet und entwickelt, ist also eher unkonventionell organisiert. Tagesordnung und Veranstaltungsverlauf hängen von der Eigeninitiative und Partizipation der Teilnehmenden ab, Veranstalter stellen hingegen einen Rahmen zur Verfügung.

Autorinnen: Steffi Bärmann und Sigrid Maxl-Studler

Genau solch einen Rahmen für ein gänzlich virtuelles BarCamp organisierte die Corporate Leranring Community (kurz CLC) im April 2021. CLC steht für ein nicht-kommerzielles Netzwerk an Personen, die ein Ziel vereint: das Lernen in Organisationen neu zu gestalten. Waren es bisher reale BarCamps, die den Netzwerk-Austausch ermöglichten, lockte diesmal ein neuer Look: ein einwöchiges, synchron/asynchrones BarCamp unter dem Motto „Lernen – neu gedacht, neu gemacht“.

Die Corporate Learning Community stellte dazu eine online Plattform zur Verfügung und organisierte eine Fülle an Angeboten: Orientierung gebende Tagesschwerpunkte, diverse Session-Formate, Tagesfragen, die diskutiert werden konnten, virtuelle Camp-Räume für den allgemeinen Austausch sowie Vernetzungsmöglichkeiten per Social Media. Rund 300 Lernfreudige konnten sich so durch 75 Angebote über eine ganze Woche hinweg bereichern lassen und/oder andere bereichern.

Learnings als Teilnehmende

  • Als erstmalige Teilnehmerinnen dieses Online-Formates gelang es, einem ganz unterschiedlichen Spektrum an Menschen aus Praxis und Wissenschaft, mit vielen Zugängen und Ideen, regional übergreifend (DACH) zu begegnen. Aktivität der Teilnehmenden war stets großgeschrieben, frontale Vorträge hingegen auf ein Minimum reduziert. So konnte sowohl über fachliche Inhalte als auch über den Einsatz von Online-Tools gelernt und ausgetauscht werden. Barrierefreiheit der Online Tools war hierfür eine Voraussetzung, die sehr spannend und vielfältig umgesetzt wurde.
  • (Noch) ungewohnt verliefen informelle Netzwerk-Angebote. Waren es sonst gemeinsame Kaffee- und Mittagspausen, in denen interessante Gespräche fortgesetzt oder entwickelt wurden, waren es in diesem Setting verstärkt Social-Media-Kanäle, die einem Netzwerkaufbau in limitierter Form dienten. Vorausschauend haben die Veranstalter die Möglichkeit zum gemeinsamen Wiener Frühstück, Mittagessen oder Heurigen im Online-Format angeboten. Nichts desto trotz: Der persönliche Beziehungsaufbau leidet bzw. ist erschwert.
  • Herausforderung für so ein grandios geplantes Online Setting ist letztendlich wohl der eigene Rahmen, in dem man sich bewegt, im Home-Office oder alleine im Büro, am eigenen Computer, wo ein Lernen neben hereinkommenden E-Mails, anstehenden Meetings oder anderen To Do’s zur Herausforderung werden kann. Einige Beiträge wurde aufgenommen. Eine Nachschau ersetzt aber nur in geringem Ausmaß die tatsächliche Teilhabe oder ein BarCamp per Face-to-Face-Format.

Learnings als Session-Gebende

  • Sich selbst und eigene Themen einzubringen – das ist in einem BarCamp immer willkommen. Über ein Roll-Down-Menü konnte jede und jeder Wissenteilende eigenständig eine Session anlegen, einen Link zum eigenen Meeting-Tool einfügen (gegebenenfalls auch zu einem Online-Arbeitstool wie z.B. Mural, Miro) und schon ging es los. Beeindruckend war hier die Option, jegliche Form von Meeting-Umgebung nutzen zu können, die sinnvoll und vertraut im Umgang erschien. Umgekehrt bedeutete dies, einen Teilnahmeabbruch durch technische Zugangsbeschränkungen oder fehlende System-Voraussetzungen zu vermeiden.
  • Session-Gebende fungierten als inhaltliche und technische Modertoren, als Vermarkter des eigenen Beitrags, als Mitschreibende, als Jongleure mit unterschiedlichsten Teilnehmendenzahlen, als Zurverfügungsteller von etwaigen Aufnahmen und Unterlagen zur Nachschau… kurzum: Multitasking war und ist in diesem Zusammenhang nicht nur ein Schlagwort. Durch eine gemeinsame Co-Moderation gelang es leichter, die verschiedenen Rollen zu besetzen. Belohnt wurde der Einsatz durch rege Diskussion und Teilhabe sowie neue Ideen für die eigene Arbeit.

Fazit

300 Wissbegierige in 75 Online-Sessions. Ein zahlenmäßig großer Erfolg. Und Inspiration zum Weitermachen, Austauschen, Netzwerken – unabhängig von realen, virtuellen, synchronen oder asynchronen Lern- und Veranstaltungs-Settings.


Autorinnen

Mag. Steffi Bärmann ist Academic Coordinator für Human Resources Development, Training & Coaching der FHWien der WKW; steffi.baermann@fh-wien.ac.at

MMag. Sigrid Maxl-Studler ist Academic Coordinator für Business Administration, Strategy & Organziation der FHWien der WKW; sigrid.maxl@fh-wien.ac.at


Quellen

  • Knoll, T. (2016): Neue Konzepte für einprägsame Events: Partizipation statt Langeweile – vom Teilnehmer zum Akteur, Springer Gabler, Wiesbaden.
  • Corporate Learning Days 2021): https://cld21.colearn.de/ (abgerufen am 5.5.2021)
  • Corporate Learning Community (2021): https://colearn.de/ueber-uns/ (abgerufen am 5.5.2021)

Human Resources Organisation Team

Die Forschungsausrichtung des Instituts für Personal & Organisation FHWien der WKW liegt an der Schnittstelle von Wissenschaft und Praxis mit folgenden Schwerpunkten: zukunftsorientiertes HRM, strategischer Wissensaufbau und Wissensnutzung, nachhaltiges Veränderungsmanagement, Führung und Leadership.

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