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Vorstellungsgespräch Fragen

Häufig beziehen sich Fragen im Vorstellungsgespräch nicht nur auf die beruflichen Stationen, sondern insbesondere auch auf die Lücken im Lebenslauf, dh. die Zeiten zwischen einzelnen Dienstverhältnissen. Immer wieder stellt das Bewerbende vor die Herausforderung, wie sie Lücken im Lebenslauf im Jobinterview am besten erklären und argumentieren können.

Unterbrechungen im Job oder längere Lücken entstehen insbesondere durch Kündigung und Jobverlust, Weiterbildungen, Karenzen oder auch Auszeiten und gesundheitliche Rehabilitation nach Erkrankungen. Zudem hat die Corona Pandemie der vergangenen drei Jahre oftmals  zu Veränderungen rund um den  Job geführt und mitunter eine berufliche Neuorientierung notwendig gemacht.

Wichtig ist, Unterbrechungen und Lücken, die über drei bis vier Monate hinaus gehen, auch bereits im Lebenslauf konkret zu benennen und zu beschreiben und nicht erst bei Fragen dazu im Bewerbungsgespräch.

Tipps

Tipps für die Beschreibung von Lücken im Lebenslauf und passende Antworten auf Fragen im Vorstellungsgespräch:

  • Lücken aufgrund von Weiterbildung: Berufliche Weiterbildung in Kombination mit Lernbegeisterung und Motivation für berufliche Weiterentwicklung sind grundsätzlich positive Botschaften in einem Bewerbungsgespräch. Vor allem dann, wenn die Inhalte der Weiterbildung gut zum Jobprofil passen. Benennen Sie ganz konkret die Lücke im Lebenslauf mit der konkreten Weiterbildung. Führen Sie die Weiterbildung im Lebenslauf zweimal an, als berufliche Station und auch als Ausbildung oder Kenntnisse.
  • Lücken aufgrund krankheitsbedingter Unterbrechungen: Fragen zur Gesundheit sind in Vorstellungsgesprächen grundsätzlich tabu. Außer es gibt Bestimmungen, um einen Beruf ausüben zu können. Jedenfalls bestimmen Sie selbst, ob und inwieweit Sie Fragen zu Krankheiten beantworten möchten!  Bei psychischen Krankheiten, Burnout, etc. empfiehlt es sich, nicht ins Detail zu gehen sondern eine Lücke mit einer für Sie notwendigen beruflichen Auszeit vom Job zu begründen (z.B. als „berufliche Pause“ oder Auszeit, gesundheitliche Rehabilitation, …). Wichtig ist, im Gespräch zu vermitteln, dass Sie sich fit und motiviert fühlen, um einen neuen Job zu beginnen.
  • Die Jobsuche nach einer Kündigung und länger andauernde Arbeitslosigkeit bedeuten größere Lücken im Lebenslauf. Fragen dazu im Vorstellungsgespräch empfinden Jobsuchende oft als unangenehm. Bei diesen Fragen können Sie aber ganz entspannt auf die notwendige berufliche Neuorientierung verweisen. Betrachten Sie selbst Phasen der Jobsuche und Bewerbung als positiv. Als berufliche Orientierungsphasen, Prüfung von Optionen und persönliche Weiterentwicklung und kommunizieren Sie das auch in dieser positiven Form beim Jobinterview.
  • Fragen zu Karenz und Kinderbetreuung sind im Vorstellungsgespräch unvermeidlich. Nach längeren Arbeitsunterbrechungen aufgrund von Karenz und Familienmanagement interessiert potenzielle Arbeitgeber, welche Rahmenbedingungen Sie brauchen, um Familie und Beruf gut vereinbaren zu können. Stellen Sie dazu ruhig auch Rückfragen, wie es im Unternehmen üblich ist und was Sie erwarten können.

Schlussworte

Generell werden Lücken im beruflichen Werdegang von Rekrutierenden nicht immer negativ gesehen. Im Gegenteil. Gerade in Zeiten der beruflichen Veränderung findet viel persönliche Weiterentwicklung statt. In dieser Zeit wird der berufliche Horizont wird erweitert, die beruflichen Ziele werden geschärft und gezielt verfolgt. Diese positiven Aspekte können Sie bei entsprechenden Fragen im Vorstellungsgespräch betonen. Unterbrechungen im Berufsleben gelten längst nicht mehr als Zeichen von Schwäche. Sondern sind sind häufig ein Zeichen von persönlicher Stärke, wie Menschen mit Veränderungen umgehen, daran wachsen und sich weiterentwickeln.

Mag. Barbara Schopper

Barbara Schopper war im HR Management tätig und arbeitet seit vielen Jahren in der Personal- und Unternehmensberatung (spezialisiert auf HR-Consulting, Karriereberatung, Führungskräfte-Coaching und Outplacement-Beratung). Sie richtet sich an Menschen mit Job & Karriere Fragen (auch berufliche Veränderungen) sowie an Unternehmen, die HR-Projekte umsetzen wollen.

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