Die eigenen Mitarbeitenden können eine Arbeitgebermarke glaubwürdig sichtbar machen: als Brand Ambassador mit persönlichen Einblicken, Freiraum und Stimmen aus ganz unterschiedlichen Bereichen.
Gast-Autorin: Anna Schweifer
Mal ehrlich: Wenn Sie sich heute für Arbeitgebende interessieren, besuchen Sie längst nicht mehr nur die Karriereseite, oder? Sie stöbern sehr wahrscheinlich durch LinkedIn-Profile, Social Media, lesen Erfahrungsberichte, schauen sich Videos von Mitarbeitenden an und sammeln einfach überall dort Eindrücke, wo Sie etwas über das Unternehmen und die Menschen dahinter finden.
Der Grund ist ganz einfach: Menschen vertrauen Menschen. Wir möchten erfahren, wie sich der Arbeitsalltag wirklich anfühlt, welche Kultur gelebt wird und welche Menschen hinter einem Unternehmen stecken.
Gerade in einer Zeit, in der wir täglich mit unzähligen Informationen und Werbebotschaften konfrontiert werden, gewinnen persönliche Perspektiven an Bedeutung. Eine Karriereseite kann informieren, Unternehmenskommunikation kann Werte vermitteln. Wie sich Arbeitgebende tatsächlich anfühlen, lässt sich aber nur schwer in klassischen Botschaften abbilden.
Genau hier setzen Brand Ambassador Programme an.
Denn wer könnte authentischere Einblicke in ein Unternehmen geben als Mitarbeitende selbst, die es jeden Tag mitgestalten.
Eine Arbeitgebermarke braucht Gesichter
Employer Branding, also die Arbeitgebermarke, geht heute weit über Stellenanzeigen und Karriereseiten hinaus. Um als Arbeitgebende sichtbar zu sein, muss man Unternehmenskultur erlebbar machen und zeigen, was die Menschen im Unternehmen auszeichnet.
Genau hier setzen immer mehr Unternehmen auf ihre eigenen Mitarbeitenden und geben ihnen eine Plattform, auf der sie ihre persönlichen Erfahrungen, Karrierewege, Herausforderungen und Projekte teilen können. So entstehen authentische Einblicke in die Arbeitswelt des Unternehmens und Geschichten, die potenziellen Bewerbenden Orientierung geben können, lange bevor sie eine Bewerbung abschicken.
Von der Idee zum internationalen Netzwerk
Brand Ambassador bei Peek & Cloppenburg Österreich
Auch bei Peek & Cloppenburg Österreich wird dieser Ansatz verfolgt. Unser Brand Ambassador Programm ist 2024 gestartet und hat sich seitdem kontinuierlich weiterentwickelt. Mittlerweile ist es in 12 Ländern vertreten und umfasst 93 Mitarbeitende in unterschiedlichen Rollen.
Was ursprünglich mit einem Kick-off für Brand Ambassadors aus Deutschland und Österreich begann, ist heute ein internationales Netzwerk. Dabei kommen die Brand Ambassadors aus ganz unterschiedlichen Bereichen: von Kollegen und Kolleginnen auf der Verkaufsfläche in den Stores bis hin zu Mitarbeitenden aus den Zentralbereichen im Headquarter.
Genau diese Mischung macht einen wesentlichen Teil des Programms aus. Denn die Fragen und Interessen von Bewerbenden sind genauso unterschiedlich wie unsere Karrierewege innerhalb des Unternehmens.
Einige möchten wissen, wie der Arbeitsalltag im Store aussieht, oder mehr über unsere Ausbildungsprogramme erfahren. Andere interessieren sich für AI-Projekte, die Arbeit im Headquarter, bestimmte Fachbereiche oder persönliche Entwicklungsmöglichkeiten.
Wir als Brand Ambassadors können genau diese unterschiedlichen Perspektiven abbilden.
Eine von vielen Perspektiven
Ein Brand Ambassador Programm lebt von der Vielfalt seiner Menschen. Unterschiedliche Stärken, Interessen und Persönlichkeiten. Manche teilen ihre Erfahrungen digital, andere suchen persönlichen Austausch bei Veranstaltungen oder im direkten Kontakt mit Interessierten.
So entsteht ein Netzwerk, das auf unterschiedlichen Kanälen und in unterschiedlichen Situationen mit Menschen in Kontakt kommt.
Seit 2025 bin auch ich Teil des Programms. Dabei geht es für mich darum, zum einen Einblicke in die Arbeitswelt bei P&C Österreich zu geben und zum anderen auch Themen sichtbar zu machen, die mich selbst beschäftigen. Einen besonderen Schwerpunkt setze ich dabei auf Veränderung, Entwicklung und neue Arbeitswelten. Und das Ganze passiert auf ganz unterschiedliche Weise: mal auf LinkedIn, bei Events oder im direkten Austausch und manchmal eben auch vor der Kamera.
Freiheit braucht Vertrauen
Ein wichtiger Bestandteil, damit so ein Modell auch wirklich funktioniert, ist die Freiwilligkeit. Niemand übernimmt bei uns diese Rolle, weil sie Teil der Stellenbeschreibung ist. Vielmehr engagieren sich Mitarbeitende, die Freude daran haben, ihre Erfahrungen zu teilen, mit Menschen in Kontakt zu kommen oder neue Themen auszuprobieren. Wer gerne kommuniziert, auf Menschen zugeht, präsentiert und sich auch mal vor die Kamera stellt, bringt dafür schon einiges mit.
Gleichzeitig funktioniert ein solches Programm auch nur, wenn das Unternehmen uns Mitarbeitenden Vertrauen entgegenbringt.
Wir erhalten deshalb Freiraum bei der Themenauswahl und bei der Gestaltung unserer Inhalte. Es gibt Guidelines, Workshops und Unterstützung, gleichzeitig bleibt aber genügend Platz für die eigene Persönlichkeit und Kreativität.
Denn wenn persönliche Kommunikation wie klassische Unternehmenskommunikation wirkt, geht genau das verloren, was Brand Ambassador Programme eigentlich ausmacht.
Was hinter einem guten Beitrag eines Brand Embassadors steckt
Gerade für die LinkedIn Pros bedeutet das auch, sich mit der eigenen beruflichen Positionierung auseinanderzusetzen: Wofür möchte ich stehen? Welche Themen interessieren mich? Was möchte ich mit anderen teilen?
Mit der Zeit entwickelt man dabei ein Gefühl dafür, welche Themen zur eigenen Persönlichkeit passen, wie man sie authentisch vermittelt und wie man auch persönliche Erfahrungen in berufliche Inhalte übersetzen kann.
Das Programm schafft damit nicht nur Inhalte für die Arbeitgeberkommunikation, sondern auch einen Lernraum für uns Mitarbeitende selbst.
Eine Chance zur persönlichen Weiterentwicklung
Genau darin liegt nämlich auch für mich einer der größten Mehrwerte des Programms.
Neben dem eigentlichen Aufgabenbereich bekommt man die Möglichkeit, sich in einem völlig anderen Themenfeld einzubringen, neue Fähigkeiten zu entwickeln und Menschen für Themen zu begeistern, die einem am Herzen liegen.
Wenn man regelmäßig Inhalte erstellt, bei Veranstaltungen teilnimmt oder mit unterschiedlichen Zielgruppen in den Austausch geht, merkt man schnell, wie viel man dabei selbst mitnimmt.
Man lernt, Themen verständlich zu vermitteln, die eigene Geschichte auf den Punkt zu bringen und auch einmal vor Menschen zu sprechen, die man vorher noch nicht kannte.
Das sind Fähigkeiten, die weit über die Rolle als Brand Ambassador hinaus im Berufsalltag wertvoll sind.
Wenn aus einzelnen Stimmen ein Gesamtbild entsteht
Wie gut dieses Zusammenspiel funktionieren kann, zeigen auch die bisherigen Ergebnisse. Im Rahmen des Programms wurden zahlreiche Karrieremessen und Events begleitet, persönliche Gespräche mit potenziellen Bewerbenden geführt und Bühnenauftritte absolviert. Gleichzeitig entstanden über LinkedIn und andere Social-Media-Kanäle zahlreiche persönliche Geschichten und Beiträge.
Allein im Rahmen der bisherigen Aktivitäten wurden mehr als 3,5 Millionen LinkedIn-Impressionen erzielt und über 34.000 persönliche Beratungsgespräche geführt.
Für das Projektteam hat sich seit dem Start 2024 gezeigt: Je unterschiedlicher die Geschichten, desto vielseitiger das Bild. Und je persönlicher der Kontakt, desto glaubwürdiger wird die Kommunikation.
Die stärkste Arbeitgebermarke? Die eigenen Mitarbeitenden als Brand Ambassador
⇒ mehr HRweb-Artikel zum Thema Employer Branding & Arbeitgebermarke
Wissenswertes zu Brand Ambassador & Arbeitgebermarke
Peek & Cloppenburg Österreich wurde mit dem Brand Ambassador Modell 2025 mit dem Employer Branding Award ausgezeichnet. In der „Nice 2 meet you“-Reihe stellt Peek & Cloppenburg Österreich regelmäßig einzelne Brand Ambassadoren und ihre persönlichen Karrierewege vor.
Weitere Informationen sowie Ansprechpartner zum Programm finden Interessierte auf der Karriereseite von Peek & Cloppenburg Österreich.
Gast-Autorin: Arbeitgebermarke & Brand Ambassador
Anna Schweifer verbindet ihren wirtschaftlichen Background mit ihrer Begeisterung für die moderne Arbeitswelt, Unternehmenskultur und persönliche Entwicklung. Sie arbeitet derzeit bei Peek & Cloppenburg Österreich und beschäftigt sich besonders mit der Frage, wie Unternehmen Menschen bei Veränderungen begleiten und ihre Entwicklung langfristig fördern können. Als Brand Ambassadorin teilt sie dazu auch persönliche Einblicke.


