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Leadership Horizon 2026, MDI
Teamimpuls

Führung neu denken | Einblicke in ein Event, das lieber Fragen stellt als Antworten vorgibt

9Apr2026
6 min
Leadership Horizon, MDI

HR-Know-how aus der Praxis für die Praxis

Inhalt

Wie orientieren sich Führungskräfte, wenn sich Rahmenbedingungen schneller verändern als Antworten entstehen? Und was lässt sich daraus lernen? Ein Interview über die Leadership Horizon.

Seit einigen Jahren entstehen vermehrt Formate, die Führung, Lernen und Entwicklung gemeinsam betrachten und den Austausch darüber bewusst fokussieren. Sie reagieren auf eine Arbeitswelt, in der sich Anforderungen laufend verschieben und Orientierung weniger über klare Antworten als über gemeinsames Nachdenken entsteht.

Auch die Leadership Horizon ist aus diesem Kontext heraus entstanden und hat sich seitdem entlang jener Fragen weiterentwickelt, die Organisationen aktuell beschäftigen. Im Zentrum steht dabei nicht die Inszenierung von Lösungen, sondern das gemeinsame Erkunden von Perspektiven. Und die Frage, wie Führung unter diesen Bedingungen wirksam bleiben kann.

Interview-Partnerin

Aline Motz-Depoorter verantwortet Leadership Horizon seit der ersten Ausgabe 2022 und organisiert das Event 2026 bereits zum fünften Mal. Als Head of Marketing & Employee Experience bei MDI Management Development International verbindet sie über 14 Jahre Erfahrung im B2B-Marketing mit einem fundierten Verständnis für Leadership, Lernen und Organisation.

Leadership Horizon

Aline Depoorter, MDI

Weshalb dieses Event?

Die Arbeitswelt verändert sich rasant. Was war aus konzeptioneller Sicht der Moment, an dem klar wurde: Dieses Event braucht es?

2019 hatten wir noch das Agile Leadership Forum. Dann kam die Pandemie, und plötzlich stand nicht nur der Veranstaltungskalender still, sondern auch viele der Gewissheiten, auf die sich Führung gestützt hatte. Wie führe ich Menschen, die ich kaum sehe? Wie halte ich Teamzusammenhalt aufrecht, wenn alle im Homeoffice sitzen? Was bedeutet Präsenz, Vertrauen und Kultur, wenn der gemeinsame Raum wegfällt?

Und genau das war der Moment, in dem wir gesagt haben: Es braucht wieder einen Ort, wo man diese Fragen gemeinsam stellen kann. Bewusst 2022, obwohl noch vieles unsicher war. Auch bewusst international und englischsprachig, weil das die Realität der Arbeit widergespiegelt hat. Und seitdem entwickelt sich das Event jedes Jahr mit der Arbeitswelt weiter.

Wofür steht „Leadership Horizon“ für euch ganz konkret?

Leadership Horizon steht für genau das, was der Name verspricht: nicht nur auf das Jetzt zu schauen, sondern auf mehrere Zeithorizonte gleichzeitig. Was brauche ich heute als Führungskraft? Was verändert sich mittelfristig in meiner Organisation? Und was bedeutet das langfristig für die Art, wie wir Menschen entwickeln und führen? Das spiegelt sich auch im Programm wider. Konkrete Praxis für den Alltag, strategische Perspektiven für die nächsten Jahre und Impulse, die einen noch länger beschäftigen.

Sinn & Zweck des Events

Welche Form der Orientierung soll es den Teilnehmenden bieten?

Orientierung bedeutet heute nicht mehr: hier ist die richtige Antwort. Es bedeutet eher: hier sind die richtigen Fragen plus Menschen, mit denen man sie gemeinsam durchdenken kann. Wo unterstützt KI wirklich und wo fange ich an, mich zu sehr darauf zu verlassen? Was passiert mit Lernen, wenn alles schneller und automatisierter wird? Wie verändert sich meine Rolle als Führungskraft dadurch?

Das sind keine abstrakten Zukunftsfragen mehr, denn die stellen sich unsere Trainierenden und Teilnehmenden gerade täglich. Deshalb sind Formate wie Diskussionen, Labs oder der Networking Walk genauso zentral wie die Keynotes.

Weshalb ist es aus Ihrer Sicht gerade jetzt so wichtig, dass Führungskräfte und HR enger zusammendenken?

Weil KI nicht nur Prozesse verändert, sondern Rollen, Kompetenzanforderungen und Erwartungen. Und das ist genau die Schnittstelle, wo Führung, HR und L&D zusammen denken müssen.

Wenn eine Führungskraft entscheidet, KI in ihren Alltag zu integrieren, hat das unmittelbare Auswirkungen darauf, wie Menschen lernen, wie Entwicklung gestaltet wird und wie Kultur entsteht.

Passiert das ohne diese Überlegungen, entstehen Lücken. Und umgekehrt genauso: Lern- und Entwicklungsinitiativen, die an der Führungsrealität vorbeigehen, wirken nicht nachhaltig.

Beim Leadership Horizon sitzen diese Welten bewusst im selben Raum. Die interessantesten Gespräche entstehen oft genau dort — wenn jemand aus der Führung und jemand aus L&D auf dieselbe Frage sehr unterschiedliche Antworten haben.

Welche Fragen oder Spannungsfelder aus Organisationen tauchen in der Konzeption immer wieder auf?

Das Spannungsfeld, das uns sehr häufig begegnet, ist das nachhaltige Verbinden von Effizienz und Menschlichkeit. Zum Beispiel kann KI vieles beschleunigen. Aber was passiert dabei mit Selbstwirksamkeit, mit echtem Lernen, mit Motivation?

Und wer trägt Verantwortung, wenn Systeme Entscheidungen vorbereiten oder sogar treffen. Ist es die Führungskraft, die IT, die Organisation? Das ist die herausfordernde Realität von Geschwindigkeit und Komplexität. Und genau das greifen wir im Programm auf, zum Beispiel im Panel „When AI Shapes Work“.

Inhalte & Themenfokus

Nach welchen Kriterien wählen Sie die inhaltlichen Schwerpunkte der Leadership Horizon aus?

Bevor wir das Jahresthema festlegen, gehen wir bewusst in 1:1-Gespräche mit unserem Partnernetzwerk, um zu verstehen, was gerade wirklich bewegt. Und immer mit demselben Filter: Wie können wir als Beratungs- und Trainingsunternehmen mit unserer Stärke in der Führungskräfte-entwicklung den besten Rahmen dafür schaffen? Denn Antworten sehen für jeden anders aus aber die richtigen Fragen und Impulse können wir setzen.

Das ist auch eine bewusste Entscheidung darüber, was wir nicht sind. Für KI-Tools gibt es andere Events. Für reine HR-Themen gibt es starke eigene Formate. Leadership Horizon bleibt dort, wo unsere Expertise liegt, und zwar an der Schnittstelle von Führung, Lernen und Entwicklung und was das in einer sich verändernden Arbeitswelt bedeutet.

Welche Themen stehen im Fokus?  Was verbindet diese aus Ihrer Sicht?

Wenn man auf die letzten Jahre schaut, sieht man sehr gut, wie sich das Event mit der Arbeitswelt entwickelt hat. 2022 Hybrid Leadership, 2023 Unsicherheit und Resilienz, 2024 KI als Führungspartner, 2025 AI Agents und Entscheidungslogiken und 2026 die Frage: Wie führen wir menschliches Potenzial in einer Welt, die immer schneller und komplexer wird?

Was all diese Themen verbindet, ist eigentlich eine einzige Frage, die sich jedes Jahr neu stellt: Was verändert sich in Führung, Learning & Development?

Das sieht man auch im diesjährigen Programm. Von Ricardo Cabetes Keynote über EQ und KI bis hin zu konkreten Business Cases aus der Industrie. Es geht immer um diese Balance zwischen dem, was Technologie möglich macht, und dem, was Menschen in Organisationen wirklich brauchen.

Praxisnähe & Haltung

Wie stellt ihr sicher, dass die Inhalte tatsächlich im Arbeitsalltag anschlussfähig sind?

Das fängt bei der Auswahl der Speaker an. Wir suchen Menschen, die nicht nur über Trends sprechen, sondern aus echter Erfahrung berichten. Was konkret umgesetzt wurde, was funktioniert hat, was nicht. Dazu kommen Formate, die über reinen Input hinausgehen. Momente im Programm, wo man das Gehörte direkt reflektieren, ausprobieren oder mit anderen durchdenken kann.

Welche Rolle spielen Erfahrungen aus Organisationen im Vergleich zu theoretischen Modellen?

Gerade bei Themen wie KI oder neuen Führungsansätzen sind wir als Arbeitswelt noch mitten im Lernprozess. Da ist es ungleich wertvoller zu sehen, wie eine Führungskraft oder Organisation konkret damit umgegangen ist. Welche Entscheidungen getroffen wurden, was unerwartet war, was man heute anders machen würde.

Deshalb haben Business Cases für uns einen hohen Stellenwert und dürfen nicht fehlen. Dieses Jahr zum Beispiel zeigt Claude MacDonald, wie KI-gestützte Rollenspiele in der Vertriebsentwicklung das Lernen verändern. Und Balázs Lóránd von Aumovio gibt Einblick, was es wirklich bedeutet, KI in einem globalen Industrieunternehmen nicht nur einzuführen, sondern tatsächlich zu skalieren.

Persönliche Perspektive 

Was ist für Sie persönlich der spannendste Moment im Rahmen dieses Events?

Für mich sind das oft die Momente, die nicht auf der Agenda stehen. Wenn die Pause eigentlich zu kurz ist, weil alle weiterdiskutieren wollen. Wenn Learnings in der Community geteilt werden, wenn neue Kontakte entstehen, die weit über den Tag hinausgehen oder wenn jemand fragt, ob wir Speaker oder Teilnehmenden nochmal vernetzen können, weil ein Gespräch so viel angestoßen hat.

Das ist für mich das eigentliche Zeichen, dass ein Event Sinn gemacht hat und nachwirkt. Und weil ich am Tag selbst so eingespannt bin, genieße ich diesen Nachhall umso mehr.

Wann merken Sie während der Veranstaltung: Jetzt greift das Konzept?

Wenn wir merken, dass die Inhalte des Tages miteinander zu sprechen beginnen. Wenn jemand in einer späteren Session auf etwas verweist, das morgens gesagt wurde und es plötzlich eine neue Bedeutung bekommt. Dann weiß ich: der rote Faden funktioniert.

Was würden Sie jemandem sagen, der noch unsicher ist, ob das Event für ihn/sie passt?

Leadership Horizon bringt Menschen zusammen, die man sonst selten im selben Eventraum findet: Führungskräfte, HR- und L&D-Verantwortliche, verschiedene Branchen, internationale Perspektiven. Einen ganzen Tag lang, mit einem inhaltlichen Bogen der trägt.

Wer offen ist, die eigene Perspektive auf Führung und Entwicklung zu hinterfragen und zu erweitern ist hier genau richtig. In einer frühsommerlichen Atmosphäre, mit gutem Essen und toller Location als Rahmen.

Führung neu denken | Einblicke in ein Event, das lieber Fragen stellt als Antworten vorgibt. Interview zur Leadership Horizon.

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