Das Thema KI war beim diesjährigen HR Inside Summit natürlich allgegenwärtig. Und genauso: alles, aber bitte nicht KI. Denn es gibt so unglaublich viele HR-Themen, die weiterhin bestehen und Beachtung brauchen.
Vier Teilnehmerinnen berichten von ihren Eindrücken, ihren individuellen Sichtweisen zum Event. Die meisten kennt ihr bereits von vergangenen Event-Berichten.
Ich persönlich freue mich, dass zwei wunderbar inhaltsreiche Tage hinter uns liegen. Ich habe einige Ideen mitgenommen und konnte zahlreiche Gespräche führen. Ich danke euch für eure offenen Gedanken. Genau die sind es, die mich in meiner Strategie-Arbeit für HRweb beeinflussen und die Themen für 2027 formen. Seid gespannt!
Event-Bericht
Event-Eckdaten: HR Inside Summit | Veranstalter: Überall Scene | Wiener Hofburg
- Event-Bericht: 14+15okt2026
- www.HRsummit.at
Eindrücke von Johanna Brändle
Am 14okt2026 durfte ich beim HR Inside Summit in der Wiener Hofburg dabei sein – einem der für mich spannendsten Events der HR-Bubble. Die Herausforderung: aus sechs Stages und über 100 Speakern die passenden Sessions auszuwählen, ohne sich am Weg zum Saal von den vielen Infoständen ablenken zu lassen. Dazu kommen Goodies (danke für den besten Vanilla Cappuccino seit Langem!) und Begegnungen mit alten wie neuen Bekannten. Genau das macht für mich der Summit aus. 🙂
Was nehme ich als Personalentwicklerin mit?
Josef Niki Kernmayer und Felix Rüsch zeigten am Beispiel der Bundesimmobiliengesellschaft, worauf es bei der Gestaltung erfolgreicher Lernräume für Führungskräfte und andere Mitarbeitergruppen ankommt: Peers, reale Herausforderungen, Austausch und Peer-Coaching sowie externe Impulse. Wir konnten das gleich selbst ausprobieren – in einer abgewandelten Form der kollegialen Fallberatung.
Brady Pyle erzählte in „Building Culture the NASA Way“, wie die NASA das Mitarbeiterengagement von rund 70 % auf 85 % steigern konnte. Eine wichtige Rolle spielten dabei die Qualität der Führung – etwa durch mehr Selbstwahrnehmung, Coaching-Kompetenzen und Reverse Mentoring – sowie flexible Arbeitszeitmodelle. Spannende Impulse. Und ehrlich gesagt schön zu sehen, dass auch die NASA in der Personalentwicklung das Rad nicht komplett neu erfindet.
Franz Kühmayer machte deutlich, wie rasant sich unsere Welt und damit auch die erforderlichen Kernkompetenzen verändern. „Wenn die Maschinen immer bessere Maschinen werden, müssen wir Menschen immer bessere Menschen werden.“ Entscheidend ist dabei unsere „Agency“: Menschen brauchen Entscheidungsmöglichkeiten und die Freude daran, diese auch zu nutzen. Gerade weil KI immer mehr Aufgaben übernehmen kann, müssen wir uns fragen, was uns als Menschen auszeichnet und wie wir unsere Lernfähigkeit stärken können. Wir brauchen also nicht nur ein Technologieupgrade, sondern ein „Human Upgrade“.
Fazit von Johanna Brändle
Ein rundum gelungener HR Inside Summit, der für mich jedes Jahr an Qualität gewinnt. Ich gehe mit vielen neuen Impulsen in den Abend und vor allem gestärkt. Bei der Geschwindigkeit der derzeitigen Veränderungen und der damit manchmal verbundenen Unsicherheit gefällt mir der Gedanke des „Human Upgrade“. In einer zunehmend technologisierten Welt wird es darauf ankommen, wie wir miteinander umgehen, Verantwortung übernehmen und die neuen Möglichkeiten nutzen. Ich hoffe, dass wir durch all den technologischen Fortschritt nicht nur leistungsfähiger werden, sondern auch lernen, bewusster miteinander umzugehen.
Eindrücke von Barbara Gillhofer
Atmosphäre & Einstieg
Schon beim Betreten der außergewöhnlichen Location war klar: Der HR Inside Summit würde zwei besondere Tage bereithalten. Die offene und inspirierende Stimmung machte es leicht, sich als Teil der HR-Community zu fühlen – gerade auch als Newcomerin, wie ich es bin. Die Vielfalt der Teilnehmenden und die unkomplizierte Möglichkeit, öffneten die Türen für neue Kontakte.
Keynotes & Impulse
Ein echtes Highlight waren die Keynotes. Besonders beeindruckend: Leo Martin, der den Summit mit einer klaren Botschaft eröffnete: Feedforward ist wichtiger als Feedback. Seine Sichtweise, wie zukunftsgerichtete Rückmeldungen Mitarbeitende wirklich weiterbringen, hat mich zum Nachdenken angeregt. Auch die weiteren Vorträge boten zahlreiche Impulse, etwa zu Digitalisierung, Employer Branding, Diversity, Inclusion und Entgelttransparenz.
Networking & Austausch
Zwischen den Bühnen und Keynotes gab es viele Möglichkeiten, direkt mit Unternehmen ins Gespräch zu kommen. Die Ausstellenden präsentierten Lösungen, die den HR-Alltag erleichtern – von Systemunterstützung über Mitarbeiterfotos bis hin zur Gesundheitsförderung. Die Gespräche waren offen, ehrlich und oft überraschend inspirierend. Besonders wertvoll war der Austausch mit anderen Teilnehmenden, sei es beim Mittagessen oder in den Sessions. So entstanden spannende Einblicke, wie verschiedene Unternehmen aktuelle Herausforderungen meistern und innovative Ansätze umsetzen. Das macht am Ende bewusst: Egal wie „verrückt“ der HR-Alltag auch sein mag, draußen gibt es zahlreiche bewundernswerte Persönlichkeiten, die alle im selben Boot sitzen wie man selbst.
Fazit von Barbara Gillhofer
Der HR Inside Summit war für mich nicht nur eine Gelegenheit, Neues zu lernen, sondern auch ein Ort, an dem ich mich als Teil einer HR-Community sehen konnte. Die Mischung aus inspirierenden Inputs und offenem Dialog motiviert, neue Ideen im Arbeitsalltag auszuprobieren.
Eindrücke von Elke Ranzenmayr
Statements von Speakern und Speakerinnen und Gedanken … inspiriert vom Wiener Alltagspoeten
Der Tatort-Moment – der Moment, den wir Sonntag Abend haben und dabei an den Montag Morgen denken, wo wir wieder zur Arbeit müssen und am liebsten davonlaufen würden. So wie im Vorspann zum Tatort.
Warum nicht eine tolle Welcome-Journey für neue Mitarbeitende anbieten, bei der man das Unternehmen live erleben kann – statt eines Welcome Days, an dem Vorstand, Geschäftsführung und Abteilungsleitungen die neuen Mitarbeitende mit Informationen fluten.
Feedback geben. Nicht um die Vergangenheit zu kritisieren, sondern um den Blick in die Zukunft zu richten. Stichwort „Feedforward“.
Der Gender AI Gap, bei dem Männer die KI anders nutzen als Frauen. Für Karriereplanung und Strategieentwicklung. Frauen, damit sie gut und gewissenhaft ihre Aufgaben erfüllen können.
Reibung und Widerstand. Das sind die beiden Dinge, an denen wir lernen und nicht die reibungslosen, die uns leicht vor der Hand gehen.
Schon gehört? Rightsizing. Ein moderner Ausdruck für einen strategischen Prozess, damit Unternehmen effizienter Gewinne erwirtschaften und ihre Ziele erreichen. Oder die freundliche Formulierung für die Kündigungswelle.
Mitarbeitende wollen Verantwortung, lernen und Entwicklung. Wer ihnen das nicht bietet, der verliert sie. An mutigere Arbeitgebende.
Wie sind Entgelttransparenz und Datenschutz in Einklang zu bringen? Die Antwort darauf wird uns der österreichische Gesetzgeber liefern. Demnächst oder auch später.
Argumente bei einer Debatte einbringen, Regeln für ein Spiel definieren, die harten Konsequenzen im Kampf spüren. Keine Talkshow im TV, sondern die Beschreibung der Konfliktpyramide.
Erfolge sind super für das Ego, aber es sind die f***-Momente, die einem auf den nächsten Level bringen.
Zu guter Letzt: Wer bin ich? Wo will ich hin? Wer möchte ich sein? Um Antworten auf diese Fragen zu bekommen: Seinen Impulsen nachgeben und den Verstand ausschalten. Auf Unternehmensebene heißt das: eine klare Vision, Mission, Vertrauen schaffen und Ziele transparent kommunizieren. Nur so lassen sich Transformation und Change-Projekte erfolgreich umsetzen.
Eindrücke von Anna Schweifer
Für mich war es der erste Besuch beim HR Inside Summit in der Wiener Hofburg. Zwei Tage voller spannender Diskussionen, neuer Impulse und vieler Gelegenheiten, mich mit Menschen aus der HR-Community auszutauschen.
Besonders spannend fand ich es, einmal über den eigenen Unternehmensalltag hinauszuschauen und zu hören, wie andere Unternehmen mit aktuellen Herausforderungen umgehen. Gerade bei Themen wie Transformation und Künstlicher Intelligenz tut sich viel. Wie verändern sich dadurch die Arbeitswelt, die Zusammenarbeit und die Rolle von HR? Und wie gelingt es, Mitarbeitende bei Veränderungen mitzunehmen?
Highlights des HR Inside Summit
Die Session „HR in der Doppelrolle: Transformation gestalten, Führung befähigen und Trennungen wertschätzend begleiten“ mit Paulina Wiedl (HR Director bei Peek & Cloppenburg Österreich und CEE) und Erich Nepita (LHH) war für mich besonders spannend. Paulina gab persönliche Einblicke in ihre Erfahrungen mit der Transformation im Unternehmen und teilte ihre Sicht auf die damit verbundenen Herausforderungen und wie sie diesen Veränderungsprozess erlebt hat.
Auch die Diskussionsrunde „Arbeit muss besser werden: Warum Gesundheit, Bewegung und Kultur keine Extras sind“ hat mir besonders gut gefallen. Die unterschiedlichen Perspektiven und der offene Austausch machten die Diskussion spannend und regten dazu an, darüber nachzudenken, welchen Stellenwert Gesundheit, Bewegung und Unternehmenskultur im Arbeitsalltag tatsächlich haben.
Neben den Bühnen gab es ebenfalls viel zu entdecken. Zahlreiche Ausstellende präsentierten ihre Produkte, Services und Ideen rund um Recruiting, HR-Tech, Learning und Benefits. Die Pausen zwischen den Sessions boten eine gute Gelegenheit, neue Ansätze kennenzulernen, Kontakte zu knüpfen und direkt ins Gespräch zu kommen.
Fazit von Anna Schweifer
Ich nehme viele spannende Eindrücke, neue Perspektiven und Denkanstöße mit. Ein gelungener erster Besuch, der Lust auf mehr Austausch und weitere Einblicke in die HR-Welt macht.
Fotos:
© Studio Heidegger und Luzia Mahler
© Eva Selan
Passfotos von betterPortrait (direkt beim HRIS entstanden)
HR Inside Summit 2026 | Braucht es ein Human Upgrade?

