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HREX 2026 | 5 Stimmen aus der HR-Community berichten

12Mär2026
9 min
HREX 2026

HR-Know-how aus der Praxis für die Praxis

Inhalt

Zwei hatten schon mal für HRweb von der HRIS 2025 berichtet (Elke Ranzenmayr und Stefanie Torres) und zwei neue gesellen sich dazu: Karin Hohenthaner, Carina Stiglbauer und Michaela Berthold. Ich danke euch herzlich, dass ihr eure Erfahrungen in so kurzer Zeit so sehr auf den Punkt bringen konntet.

Steigen wir gleich ein in ihre Eindrücke:

Event-Eckdaten: HREX | Veranstalter: b2b Insider | Metahall, Wien

HREX 2026
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HREX 2026

Eindrücke von Karin Hohenthaner

Mag. Karin Hohenthaner (Foto rechts) ist systemische Organisationsentwicklerin und Change Managerin mit 14 Jahren Erfahrung in der digitalen Transformation. Die studierte Betriebswirtin und engagierte Community Builderin ist derzeit auf der Suche nach ihrer nächsten beruflichen Rolle und nutzte die HREX als Gelegenheit, die HR-Community zu erleben, alte Kontakte aufzufrischen und neue Kontakte zu knüpfen.

HREX 2026, Karin Hohenthaner

Das gelbe Lanyard mit dem Claim „Let’s Talk About HR-Jobs” war für mich mehr als ein netter Touch: Es war ein Statement. Die HREX schafft damit sichtbar Raum für Menschen in beruflicher Transition, ganz ohne Stigma. 

Ein roter Faden zog sich durch den Tag: HR muss sich neu erfinden, um angesichts der KI-bedingten Disruption relevant zu bleiben. Rudi Bauer (WeAreDevelopers) brachte es auf den Punkt: Silos zwischen den CxO-Bereichen überwinden und HR strategisch aufwerten ist keine Option, sondern Notwendigkeit. Nicklas Kinder und Eva-Maria Danzer (The Company Journey Guides) vertieften das mit ihrem Meta Skills Framework und nannten als mögliche neue Rollen für HR: People Lead, Culture Lead oder Future Guide. Und Isabell Trott (mömax) brachte Change Management in einem Satz auf den Punkt: „Das Projekt startet nach dem Rollout.”

Der Vortrag des Tages kam für mich von Petra Heidler: schonungslos, wissenschaftlich fundiert und mit hohem Wiedererkennungswert. HR hält den Regenschirm, während andere das Wetter machen. Überforderung in HR ist kein individuelles Versagen, sondern strukturell angelegt. 

Im Panel “HR im Wandel: Wie verändern sich Rollen, Arbeitsweisen und Skills in der Ära von KI, New Work und multiplen Krisen?” berichtete Madeleine Bauer-Eder (IBM): 94 % der Standard-HR-Anfragen werden bereits KI-unterstützt bearbeitet und Mitarbeitende entsprechend beim Reskilling unterstützt. Sabine Bothe (Erste Group) ergänzte: Das Brot-und-Butter-Geschäft übernimmt die KI, HR fokussiert immer stärker auf Change Management und die Begleitung des Business. Und Klaus Peter Niedl (NOVOMATIC) beschrieb: Lösungen werden heute ganz selbstverständlich binnen kurzer Zeit auf Basis von Prototypen entwickelt und mit den Communities verfeinert. 

Besonders fein zum Netzwerken: Die HR Collective Area mit Gründerin Linh Grethe lud zum Entdecken der gleichnamigen Community für alle mit interner HR-Rolle im DACH-Raum ein und bot gleichzeitig einen Rückzugsort inmitten des Konferenztrubels.  

Fazit: Eine lebendige, offene Messe mit viel Raum für Begegnung, und Vorträgen, die nicht nur informieren, sondern zum Nachdenken anregen. Ich komme wieder!

HREX 2026
HREX 2026
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Eindrücke von Michaela Berthold

Michaela Berthold, MA (Foto links) arbeitet seit über 22 Jahren in unterschiedlichen HR-Rollen in Konzernen und KMUs. Besonders am Herzen liegt ihr die Personal- und Organisationsentwicklung, die Lehrlingsausbildung sowie Wissensmanagement. 

Sie ist begeistert, wenn aus Ideen, Konzepten und Strategien gelebte Praxis im Arbeitsalltag wird. Die Zusammenarbeit mit Menschen, die diese HR-Leidenschaft teilen, macht ihre Arbeit für sie besonders wertvoll.

HREX 2026

Die HREX in Wien war für mich in diesem Jahr eine Premiere – obwohl ich seit mehr als 22 Jahren im HR-Bereich tätig bin. Umso spannender war es, diese etablierte Veranstaltung erstmals selbst zu erleben und mir ein Bild von Trends, Anbietern und fachlichem Austausch zu machen.

Mein erster Eindruck: eine sehr abwechslungsreiche Messe mit vielen interessanten Ausstellenden. Besonders stark vertreten waren Anbieter von HR-Software, Recruiting-Tools sowie Komplettlösungen im Trainings- und Weiterbildungssektor. Man konnte sich gut einen Überblick darüber verschaffen, welche digitalen Lösungen derzeit den Markt prägen.

Fast noch spannender als die Stände waren für mich jedoch die zahlreichen Vorträge und Workshops. Viele Beiträge beschäftigten sich mit KI und der Zukunft von HR. Dabei ging es nicht nur um neue Technologien, sondern auch um die Frage, wie sich die Rolle von HR in einer zunehmend digitalen Arbeitswelt verändert. Besonders positiv fand ich den immer wiederkehrenden Gedanken, dass bei allen technologischen Entwicklungen der Mensch nicht vergessen werden darf.

Besonders inspirierend war für mich der Vortrag von Barbara Covarrubias Venegas über Positive Leadership. Sie erklärte anschaulich das Konzept von PERMA-Lead und zeigte anhand konkreter Beispiele, wie positive Führung im Arbeitsalltag umgesetzt werden kann. Sehr praxisnah war auch ein aktiver Mini-Workshop von TopTrain zu Leadership-Skills, bei dem ich selbst kurz in eine Führungsrolle schlüpfen durfte und ein Team über einen „sicheren“ Weg begleitet habe. Ebenso spannend fand ich die Impulse von Rudi Bauer von WeAreDevelopers, der die drei zentralen Säulen der Zukunft – HR, Strategie und Technologie – hervorhob. Auch das Thema Generationen-Recruitment, vorgestellt von hokify, bot interessante Perspektiven.

Eine kleine Herausforderung bei der Veranstaltung war allerdings das umfangreiche Programm: Viele spannende Vorträge fanden zeitgleich statt, sodass man sich oft entscheiden musste. Als Besucherin würde ich es sehr begrüßen, wenn im Nachhinein alle Präsentationen, Vorträge oder Workshop-Videos zugänglich wären.

Sehr gelungen fand ich hingegen die Organisation der Veranstaltung. Die Messe-App mit vielen Vorab-Informationen war hilfreich und übersichtlich. Gleichzeitig blieb genug Flexibilität, um das eigene Programm vor Ort noch anzupassen.

Besonders gefreut habe ich mich auch über viele bekannte Gesichter aus der HR-Community aber auch neue Bekanntschaften knüpfen zu können. Leider konnte ich diesmal bei der Abendveranstaltung nicht teilnehmen, die einige Vernetzungsmöglichleiten gehabt und mit einer „FuckUp“-Veranstaltung sicher viele lehrreiche und lustige Geschichten geboten hat.

Insgesamt war es eine rundum gelungene Veranstaltung – ich komme nächstes Jahr sehr gerne wieder und werde die Abendveranstaltung fix einplanen! 

Gerade solche Events zeigen mir immer wieder, wie wertvoll die HR-Community ist: ein Netzwerk, in dem man Erfahrungen teilt, sich gegenseitig unterstützt, praxisnahe Tipps weitergibt und stets ein offenes Ohr für die Herausforderungen des Arbeitsalltags hat. 

HREX 2026
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Eindrücke von Elke Ranzenmayr

Elke Ranzenmayr, LL.M. (Foto rechts) hat nach fast 20 Jahren Personal- und Projektmanagement im Gesundheitswesen, den Sprung in die Selbständigkeit gewagt und ist seit mittlerweile fünf Jahren im E-Commerce unterwegs. Seit kurzem ist sie wieder ins HR zurückgekehrt:  als Personalentwicklerin im Diakoniewerk OÖ. Die Kombination aus diesen beiden völlig unterschiedlichen Berufswelten macht es für sie spannend und bereichert ihre Arbeit im HR besonders. 

HREX 2026

Im Zeitalter der Künstlichen Intelligenz könnte man meinen, dass KI auch bei der HREX das dominierende Thema war. Doch bei dieser Veranstaltung wurde deutlich: Entscheidend sind nach wie vor Beziehungen, gelebte Werte, Kreativität, kritisches Denken und Neugierde. Denn es sind die Menschen, die diese Future Skills mitbringen und nicht die KI.

Mit “mentalem Zähneputzen” in den Tag starten

Zweimal einatmen, einmal lang ausatmen – mit dem sogenannten physiologischen Seufzer starteten wir bei Marcus Täuber, Neurobiologe in den spannenden Tag. Er brachte uns das Thema psychische Gesundheit mit einigen Experimenten näher und bewies uns, dass es mit mentalem Training möglich ist, seine Gedanken bewusst zu steuern und unser Handeln dadurch zu beeinflussen.

Kennen wir die Stärken unserer Mitarbeitenden?

“Diese Frage sollte sich das HR unbedingt stellen, wenn es darum geht, Stärken zu stärken und Schwächen zu managen” so Barbara Covarrubias bei ihrem Vortrag zum Thema “Positive Leadership”. Dazu gehört auch, dass man Erfolge – auch, wenn sie noch so klein sind – gebührend feiert und erfolgreich erledigte ToDo’s in Tada’s umwandelt. Mitarbeitende sollen aufblühen – auch Flourishing genannt – und dadurch ihr volles Potential entfalten und ihre Arbeitsproduktivität erhöhen.

“Wir sind einfach nicht Multitasking-fähig”

erklärte uns Axel Santer, auch, wenn viele  an diesen Mythos glauben. Eines nach dem anderen erledigen und sich dabei fokussieren – nur so kommen wir in die Phase des “Deep Work” anstatt sich einem Dauerfeuer auszusetzen. Am Ende des Tages zählt nicht, wie beschäftigt wir waren, sondern was wir in Ruhe fertig gebracht haben.

Die HREX bot nicht nur einen Tag voll gepackt mit spannenden Vorträgen, sondern auch eine Vielzahl an Ausstellern rund um HR-Software, Recruiting-Lösungen und Lernplattformen. Im persönlichen Austausch konnte man sich frische Impulse holen und das ein oder andere digitale Tool testen, um zu sehen, was mittels KI alles möglich ist.

Aber nichts desto trotz bleibt eines beständig: Unternehmen brauchen Menschen, die reflektieren, hinterfragen, Beziehungen gestalten und Verantwortung übernehmen. Technologie kann dabei unterstützen – ersetzen kann sie diese Fähigkeiten allerdings nicht.

HREX 2026
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Eindrücke von Stefanie Torres

Stefanie Torres, BSc MA arbeitet als HR Business Partnerin bei der Agrarmarkt Austria. Sie fokussiert sich auf Recruiting, Onboarding und Employer Branding und begleitet Talente, die neu im Unternehmen starten sowie bestehende Mitarbeitende. Ihren Master hat sie an der FH Wiener Neustadt in Wirtschaftsberatung und Unternehmensführung mit Spezialisierung auf Personal Organisation und Strategie abgeschlossen.

Stefanie Torres

Auch dieses Jahr durfte ich wieder an der HREX teilnehmen und hatte den Eindruck, dass heuer noch stärker als im vergangenen Jahr das Thema Künstliche Intelligenz im Mittelpunkt stand. In vielen Vorträgen ging es darum, wie KI die Arbeitswelt und insbesondere das Personalmanagement verändert und wie sie uns dabei unterstützen kann, Prozesse effizienter zu gestalten.

Daneben war auch die EU Entgelttransparenzrichtlinie ein zentrales Thema, das aktuell viele HR Abteilungen intensiv beschäftigt. Ebenso wurden die wirtschaftliche Lage und damit verbundene Einsparungen bei HR Budgets in mehreren Sessions diskutiert.

Besonders interessant fand ich auch einen Input zum Thema Deep Work. Dabei ging es darum, sich bewusst Zeitfenster für konzentriertes Arbeiten zu schaffen und Ablenkungen wie E Mail oder Telefonbenachrichtigungen auszublenden. Der Gedanke dahinter ist, dass man durch weniger Unterbrechungen oft deutlich fokussierter und letztlich produktiver arbeiten kann, ein Ansatz, den ich auf jeden Fall in meinen Arbeitsalltag mitnehmen möchte.

Die HREX war auch heuer wieder sehr gut besucht, zeitweise hatte man fast das Gefühl, dass die Location langsam zu klein wird. Gleichzeitig zeigt das natürlich auch, wie groß das Interesse an der Veranstaltung ist, ich bin daher schon gespannt, ob sie vielleicht in Zukunft an einem noch größeren Standort stattfinden wird.

Mein persönliches Highlight war wie immer der Austausch mit den vielen Speakerinnen und Speakern sowie den Ausstellerinnen und Ausstellern. Gerade diese Gespräche und spontanen Begegnungen haben mir wieder einige spannende Impulse und Ideen für die Praxis mitgegeben.

HREX 2026
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Eindrücke von Carina Stiglbauer

Mag. Carina Stiglbauer MA, MSc (KCL), Assoc CIPD ist HR-Consultant, Arbeitsrechtsexpertin, Speakerin und Trainerin. Ihre Erfahrung sammelte sie als Rechtsanwaltsanwärterin mit Spezialisierung Arbeitsrecht und als Unternehmensjuristin und Personalistin in verschiedenen nationalen und internationalen Unternehmen. Zuletzt leitete sie die Abteilung Personal und Recht eines Dienstleistungsunternehmens. Sie ist zudem Autorin, u.a. des Werks „Arbeitsrecht und Personalmanagement für Personalisten und Führungskräfte“ (Linde Verlag).

HREX 2026

Die HREX 2026 war für mich eine gelungene Kombination aus spannenden und bereichernden Vorträgen sowie dem Austausch mit langjährigen Wegbegleitenden und neuen Bekanntschaften aus dem HR Bereich.

Die Vorträge die mir besonders in Erinnerung geblieben sind waren folgende:

  • Karolin Andréewitch-Wallner, Rechtsanwältin und Partnerin der Rechtsanwaltskanzlei Taylor Wessing, sprach über das für die Praxis äußerst relevante und aktuelle Thema der Entgelttransparenz-Richtlinie. Sie erläuterte, worauf sich Unternehmen bereits jetzt vorbereiten können – auch wenn der konkrete Gesetzesentwurf zur Umsetzung in österreichisches Recht noch aussteht – und beantwortete zahlreiche Publikumsfragen zu Detailaspekten dieses komplexen Themas.
  • Besonders bereichernd empfand ich auch den Vortrag von Dr. Barbara Covarrubias Venegas zum Thema Positive Leadership. Dieses bedeutsame Konzept ist für alle Unternehmen relevant – unabhängig davon, ob es sich um ein KMU oder einen internationalen Konzern handelt. Es bietet große Vorteile, etwa in Form höherer Mitarbeiterbindung, gesteigerter Innovationskraft und einer Reduktion von Burnout-Risiken.
  • Auch ich durfte mich aktiv am Diskurs beteiligen und einen Vortrag zum Thema Low Performance Gerade in Krisenzeiten und in Phasen wirtschaftlicher Belastungen ist es für Unternehmen unerlässlich, sogenannte Low Performern zu identifizieren und die dahinterliegenden Ursachen zu analysieren. Diese liegen nicht zwangsläufig bei den Mitarbeitenden selbst, sondern können ebenso im Führungsverhalten oder in organisatorischen Rahmenbedingungen begründet sein.

Darüber hinaus habe ich auf der HREX viele bekannte Gesichter aus der HR-Community getroffen. Als Alumni und Vortragende an der Hochschule Burgenland habe ich selbstverständlich auch am Stand der Hochschule vorbeigeschaut und mich dort mit Studiengangsleiterin Prof.in (FH) Mag.a Dr.in Silvia Ettl-Huber und Prof. (FH) Assessor iur. Dipl.-Jur. Friedrich E. Seeber, sowie mit Alumni und am Masterlehrgang HRM und Arbeitsrecht Interessierten über aktuelle Entwicklungen und Trends im HR-Bereich ausgetauscht.

Zusammengefasst war die HREX für mich ein inspirierender Tag mit vielen interessanten Vorträgen und wertvollen Gesprächen mit bereits bekannten und neuen Kolleginnen und Kollegen aus dem HR-Bereich. Ich freue mich schon auf das nächste Jahr!

HREX 2026
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Fazit

Die HREX 2026 zeigt einmal mehr, wie stark sich HR gerade verändert – und wie wichtig der Austausch innerhalb der Community ist. Zwischen KI-Innovation, Leadership-Impulsen und persönlichen Begegnungen entsteht genau jener Raum, der HR dabei unterstützt, seine Rolle als strategischer Gestalter der Arbeitswelt weiter auszubauen.

HREX 2026 | 5 Stimmen aus der HR-Community berichten

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