Ich bin auf Selecthor gestoßen. Es ist eine innovative, digitale Auswahlplattform für HR-Software. Neutral, nachvollziehbar und mit wissenschaftlichen Methoden. Wie funktioniert das?
Sie kennen vielleicht unsere HR-Branchen. Darin stellen wir unterschiedliche Anbieter gezielter HR-Branchen (zB HR-Software) übersichtlich nebeneinander. Und erwarten, dass Sie daraus Ihre Schlüsse ziehen. Selecthor geht ganz anders vor: Sie erzählen, was Sie konkret von Ihrer Idealen HR-Software erwarten und bekommen die zu Ihrem Anwendungsfall, für Ihr Geschäftsumfeld, für Ihr Unternehmen passenden Vorschläge.
Klingt gut für mich und ich freue mich über das Interview mit Michael Wahler.
Interview-Partner
Michael Wahler ist Experte für HR-Transformation, HR-Digitalisierung und HR-Softwareauswahl mit mehr als 30 Jahren Berufserfahrung. Als Personalmanager, SAP-HCM-Implementierungsberater, Management Consultant bei führenden Beratungshäusern sowie Gründer einer eigenen Unternehmensberatung kennt er HR-Digitalisierung aus Anwender-, Technologie- und Beratungsperspektive.
Diese Erfahrung bildet die Grundlage für Selecthor, die von ihm entwickelte Plattform für eine strukturierte, neutrale und nachvollziehbare Auswahl von HR-Software.
Entstehung & Inhalt
Was bietest du mit Selecthor konkret an?
Mit Selecthor bieten wir Unternehmen einen vollständig digitalen Beratungsprozess für die Auswahl passender HR-Software. Die Plattform unterstützt dabei, Anforderungen strukturiert zu erfassen, Anbieter neutral zu vergleichen und Entscheidungen nachvollziehbar vorzubereiten.
Die Auswahl erfolgt auf Basis wissenschaftlicher Methoden, aktueller Anbieterdaten und eines durchgängigen digitalen Workflows. So können Unternehmen HR-Softwarelösungen effizient, transparent und datenbasiert bewerten.
Wie bist du auf die Idee gekommen?
Zukunftsforscher prognostizierten bereits vor einigen Jahren, dass sich alles wissensbasierte weitgehend digitalisieren lasse. Die Auswahl passender HR-Software ist stark datengetrieben: Anforderungen müssen beschrieben, Anbieterantworten bewertet und Kosten ermittelt werden. Deshalb haben wir entschieden, unser klassisches Beratungsmodell zur HR-Softwareauswahl in eine digitale Plattform zu überführen.
Welchen Bedarf stillst du damit?
Unternehmen beschaffen regelmäßig neue HR-Software oder ersetzen bestehende Lösungen. Dafür müssen sie meist mehrere Angebote vergleichen, Anforderungen bewerten und eine fundierte Entscheidung treffen.
Selecthor schafft dafür einen breiten Marktüberblick und liefert strukturierte Daten für einen transparenten Vergleich. Unternehmen können passende Lösungen dadurch datenbasiert, nachvollziehbar und deutlich effizienter auswählen – mit bis zu 80 % weniger Aufwand und Zeit als bisher. Dadurch schonen wir Ressourcen, Zeit und Kosten auf Kundenseite.
Kann ein datenbasiertes Matching tatsächlich erkennen, welche Software zu einem Unternehmen passt? Oder gibt es Faktoren, die sich nicht in Kriterien und Scores übersetzen lassen?
Der Selecthor Matching Score zeigt, zu welchem Grad eine Lösung die individuellen Anforderungen eines Unternehmens erfüllt. Dadurch wird sehr transparent sichtbar, welche Anbieter und Systeme fachlich am besten passen – und in welchen Bereichen es Abweichungen gibt.
Gibt es Grenzen der Bewertbarkeit?
Nicht alle Faktoren lassen sich vollständig in Kriterien und Scores übersetzen. Besonders die menschliche Komponente in der Implementierung, die Zusammenarbeit im Projekt oder die Qualität der Reaktionen auf Anfragen sind stark personenbezogen und individuell geprägt. Deshalb kann die Zufriedenheit auch beim gleichen Anbieter von Kunde zu Kunde unterschiedlich ausfallen.
Wie schafft du es, eine Anfrage von Kunden einheitlich zu beantworten, obwohl so unterschiedliche Software-Systeme gecrawlt werden?
Wir arbeiten mit einem standardisierten und kuratierten Anforderungskatalog und Fallbeispielen für eine Systemdemo, das die Informationen der Anbieter in vergleichbare Strukturen übersetzt. Auch wenn die Systeme sehr unterschiedlich sind, werden Funktionen, Use Cases, Anforderungen, Integrationsmöglichkeiten und weitere Kriterien nach einheitlichen Kategorien erfasst und bewertet.
Dadurch entsteht eine gemeinsame Vergleichsbasis. Kundenanfragen werden nicht frei interpretiert, sondern systematisch mit den erhobenen Anbieterinformationen abgeglichen. So lassen sich auch sehr unterschiedliche HR-Softwarelösungen nachvollziehbar vergleichen und die Ergebnisse transparent darstellen.
VIDEO
Lassen wir Michael Wahler kurz per Video Stellung nehmen, so bekommen wir einen noch besseren Einblick:
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Mehr InformationenUSP & Wachstum
Welchen Vorteil haben die Anbieter, auf deiner Plattform vertreten zu sein?
Anbieter erhalten über Selecthor sehr reife und bereits gut qualifizierte Kundenanfragen. Die Unternehmen haben ihre Anforderungen zuvor strukturiert erfasst und können dadurch gezielter mit passenden Lösungen zusammengebracht werden. Das minimiert die Streuverluste und damit auch den Aufwand für die Anbieter.
Darüber hinaus können Anbieter ihre Antworten und Informationen standardisiert auf der Selecthor Plattform bearbeiten. Zusätzlich erhalten sie Feedback der Kunden dazu, wie sie in Ausschreibungen abgeschnitten haben. Das schafft Transparenz und hilft den Anbietern, ihr Angebot und ihre Positionierung weiterzuentwickeln.
Welche Vorteile sehen die Nutzer?
Nutzer werden durch einen erprobten Auswahlprozess geführt. Dazu steht ihnen ein kuratierter Katalog mit Anforderungen, Funktionen und Use Cases für über 60 HR-Softwarekategorien zur Verfügung – vom umfassenden HCM-System bis zur spezialisierten Einzellösung.
So erhalten auch weniger erfahrene Personen schnell einen fundierten Marktüberblick und können komplexe Softwareentscheidungen transparent, strukturiert und auf hohem Niveau treffen – ohne zusätzliche teure Beratung. Die entsprechende Expertise ist bereits in der Plattform abgebildet.
Welche Ziele hast du bis Ende 2028 mit selecthor?
Bis Ende 2028 möchten wir alle relevanten HR-Softwareanbieter des DACH-Marktes mit ihren Lösungen auf Selecthor abbilden. Ziel ist es, Unternehmen einen möglichst vollständigen, aktuellen und transparenten Marktüberblick zu geben – von großen HCM-Plattformen bis hin zu spezialisierten Einzellösungen.
Damit soll Selecthor zur zentralen digitalen Anlaufstelle für die strukturierte Auswahl von HR-Software im deutschsprachigen Raum werden.
Wenn du dir den HR-Tech-Markt heute ansiehst: Welche Entwicklungen werden bis Ende 2028 besonders viel verändern?
Aus meiner Sicht werden vor allem KI und Agentensysteme den HR-Tech-Markt bis Ende 2028 stark verändern. Viele Tätigkeiten, die heute noch manuell oder mit hohem Abstimmungsaufwand erfolgen, werden künftig durch intelligente Assistenzsysteme unterstützt oder teilweise automatisiert.
Entscheidend wird aber sein, dass diese Systeme nicht nur effizient arbeiten, sondern transparent, nachvollziehbar und verantwortungsvoll eingesetzt werden. Gerade im HR-Bereich bleiben Datenschutz, Fairness und die Akzeptanz der Nutzenden zentrale Erfolgsfaktoren.
Entwicklungs-Schritte
Wie hast du es geschafft, in der kurzen Zeit seit Anfang 2026 so viele Anbieter auf deiner Plattform zu positionieren?
Ein wichtiger Faktor war unsere langjährige Erfahrung im HR-Softwaremarkt. Durch viele klassische Auswahlprojekte mit Systempräsentationen kennen wir sowohl die Anforderungen der Unternehmen als auch die Perspektive der Anbieter sehr gut.
Hinzu kommt, dass der Nutzen von Selecthor für Anbieter schnell erkennbar ist. Viele sind vom Detaillierungsgrad und vom Umfang der Plattform positiv überrascht. Bisher habe ich noch keinen Anbieter erlebt, der in einer Präsentation bereits eine vergleichbare Lösung gesehen hatte.
Welche Meilensteine waren wichtig in der Umsetzung von selecthor?
Wichtige Meilensteine waren die Entwicklung der Logik und Grundstruktur, die sich deutlich von klassischen Beratungsprojekten unterscheidet, sowie das Design der Benutzeroberflächen, die Validierung der Inhalte und die Tests mit Kunden.
Welche Stolpersteine hättest du lieber vermieden?
Ein Stolperstein war, dass wir während der Entwicklung zweimal den Partner für Erstellung und Programmierung wechseln mussten. Das hat zusätzliche Abstimmungen, Einarbeitung und Anpassungen erforderlich gemacht.
Gleichzeitig hat uns diese Erfahrung geholfen, Anforderungen, Prozesse und Zuständigkeiten noch klarer zu definieren. Dadurch konnten wir die Umsetzung im weiteren Verlauf strukturierter und zielgerichteter vorantreiben.
Worauf bist du besonders stolz?
Besonders stolz bin ich auf das positive Feedback unserer Kunden. Die im Nutzungspaket enthaltenen kostenfreien Beratertage werden bislang kaum benötigt. Gleichzeitig überrascht viele Kunden, wie deutlich Selecthor den Auswahlaufwand im Vergleich zu früher reduziert.
Welche HR Software passt wirklich? Selecthor will die Auswahl neu denken
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