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Event-Bericht der HR-TAGUNG-14: HR-Management im Spannungsfeld zwischen Service und Strategie

Veranstaltungs-Bericht

HR-TAGUNG-14, Netzwerk Humanresourcen, 24sep2014, Wels, AUT

Sind Personaler reine Administratoren oder doch schon Kulturgestalter? Und was können HR-Verantwortliche konkret tun, um sich bei der Geschäftsführung zu positionieren und das Unternehmen langfristig mitzugestalten? Diese Fragen standen im Mittelpunkt der HR-TAGUNG-14 des Netzwerks Humanressourcen am 24sep2014 im Schloss Puchberg in Wels.

140 Teilnehmer holten sich dazu theoretischen sowie praktischen Input von Experten und Unternehmern. Am Nachmittag nutzten sie im OPEN SPACE die Gelegenheit, eigenen Themen einzubringen und im Erfahrungsaustausch mit HR-Kollegen Antworten zu finden.

 veranstaltungs-bericht

Fakt ist: Das Spektrum der Personalarbeit stellt sich extrem breit dar. Zwischen Lohnverrechnung und Vorstandsmandat für Personalwesen gibt es eine endlose Fülle an Rollen und Aufgaben für Menschen, die sich mit dem Thema Personalmanagement beschäftigen. Der Wunsch nach mehr Gestaltungsmöglichkeit, Verantwortung und Mitspracherecht bei strategischen Entscheidungen ist bei vielen vorhanden, doch scheitert es bei der Umsetzung zumeist am Commitment der Geschäftsführung.

HR-Tagung-14_Referenten
Die Podiumsdiskutanten und Referenten der HR-TAGUNG-14: v.l.n.r.: Werner Pamminger (Geschäftsführer TMG), Dietmar Mascher (stv. Chefredakteur OÖN), Ursula Kopp (Inovato), Berater Georg-Suso Sutter, Valborg Burgholzer-Kaiser (Geschäftsführerin Eisenbeiss GmbH), Thomas Olbrich (Personalleiter karriere.at), Verhandlungscoach Ingeborg Rauchberger und Andreas Geiblinger (Leiter Netzwerk Humanressourcen).

Der Weg zum Sparringpartner der Geschäftsleitung

HR scheint in der Krise zu stecken. Doch wer es schafft, den Nutzen von Personalmanagement für den Unternehmenserfolg darzustellen, hat gute Chancen.

Mag. Oliver Sonnleithner, Gründer und Geschäftsführer von karriere.at, ist überzeugt, dass HR im Unternehmen eine gesicherte Position haben muss – nur so kann langfristig gedacht werden. Als Begleiter der erfolgreichen Entwicklung des Unternehmens fordert Personalleiter Thomas Olbrich „Wir müssen jetzt das tun, was wir in 3 Jahren brauchen!“. Er ist Beweis dafür, dass die HR Leitung nicht nur auf Anweisungen warten darf, sondern sich aktiv in die Unternehmensentwicklung einbringen muss, um den Anspruch auf Mitgestaltung zu erheben.

Verhandlungscoach Dr. Ingeborg Rauchberger gab mit Witz und Charme Tipps für die Praxis: „Wenn Sie in Verhandlungen mit der Geschäftsführung einen nachhaltigen Erfolg für beide Seiten erzielen wollen, müssen Sie Ihre Argumente auf die Interessen des Gegenübers ausrichten und nicht auf Ihre eigenen.“

Auch Dr. Georg-Suso Sutter (GSS Consulting Shared Value) machte den anwesenden Personalisten Mut: „Sie haben wunderbare Zukunftsaussichten – wenn Sie diese nutzen und sich transformieren. Die meisten Veränderungsprozesse scheitern nämlich nicht an technischen Fehlern, sondern weil die meisten Menschen glauben, die anderen müssten sich ändern, nicht sie selbst.“

Raum für Ideen, Fragen, Diskussionen

Am Nachmittag konnten die Teilnehmer ihre persönlichen Fragen zur Rolle des HR-Managements einbringen. Beim „Open Space“ werden Themen direkt bei der Veranstaltung eingebracht und anschließend in verschiedenen Kleingruppen diskutieret. Die ungezwungene Art und Weise des „Wechsels“ zwischen den gebildeten Gruppen ermöglicht einen regen Austausch. Eine Vielzahl an Themen wurde hier diskutiert: Beispielsweise, wie HR-Verantwortliche beide Rollen (Service und Stratege) unter einen Hut bringen können, oder welche Kompetenzen HR-Manager überhaupt brauchen, um strategischer Partner zu sein.

HR-Tagung-14_Open Space
Viele Köche verderben beim „Open Space“ nicht den Brei. Reger Austausch bringt viel Output.

Viele der anwesenden Personaler zeigen sich vom Format des „Open Space“ begeistert. Mag. Ursula Pramendorfer, Personalleiterin bei der Reform-Werke Bauer & Co. Gesellschaft mbH: „Der Open Space ist ein wunderbares Format, um das Thema zu bearbeiten. Es ist abwechslungsreich, man kann von einer Gruppe in die andere wandern und sich Inputs von den Kollegen holen.“

Bildrechte: Clusterland Oberösterreich GmbH

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Ein Kommentar

  1. Alexander M. Schmid am

    Symbiose statt Spannungsfeld.

    Für mich leitet sich das von HR im und für das Unternehmen geleistete Service von der Strategie ab bzw. beeinflusst die (Unternehmens)Strategie das HR-Service.

    Es ist richtig, dass in vielen Fällen die Bedeutung von HR für das Unternehmen unterbewertet ist. Dem kann aber HR selbst Abhilfe schaffen, indem es den Beitrag zum Unternehmenserfolg besser (und einfacher) darstellt.

    In meinem Gastartikel (http://www.hrweb.at/2014/05/hr-strategie-einfach-strategisch-strategisch-einfach/) habe ich einen möglichen Weg dazu aufgezeigt, um am Radar der Geschäftsführung dauerhaft zu erscheinen und sich als Sparringpartner bzw. neudeutsch „Business Partner“ zu positionieren.

    Fakt ist, dass die Wandlung in eine Gesellschaft von WissensarbeiterInnen die MitarbeiterInnen und deren Führung immer wichtiger werden. Darin sollte für ein Unternehmen die Kernkompetenz liegen.

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