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Leadership – Wer nicht handelt, wird behandelt

Lesen Sie zu diesem Thema auch den HRweb-Artikel „Leadership in harten Zeit – Macht oder Ohnmacht in der Führung?”

Die Zeichen stehen auf Sturm. Nicht nur in Österreich wurden die Konjunktur-Prognosen zuletzt drastisch nach unten korrigiert. Die Weltwirtschaft scheint aus der Krise von 2008 nicht herauszukommen.

Für die Manager in den Unternehmen bedeutet das: Furchtlos und entschlossen ans Steuerrad, um das (Unternehmens-)Schiff sicher durch den Sturm zu bringen. Eine gute Konflikt- und Entscheidungsfähigkeit sind dabei die Garanten für den Erfolg.

Denn, nur wer entscheidet, bleibt auch in schwierigen Situationen handlungsfähig. Oder frei nach dem deutschen Politiker Rainer Barzel: „Wer nicht handelt, wird behandelt“.

Leadership heißt aktiv bleiben

Wer kennt das nicht? Die Information über ein sehr kritisches Ereignis im Geschäftsleben, z.B. massive Auftragseinbrüche und infolgedessen eine geplante Reduktion der Personalkosten, führt in vielen Unternehmen zu folgenden Reaktionen:

Fassungslosigkeit, Unglauben, Angst und Lähmung. Das gilt auch für Führungskräfte – vor allem für jene im mittleren Management. Denn diese müssen die harten Vorgaben des Top-Managements gegenüber ihren Mitarbeitern kommunizieren und umsetzen. Und damit steigt in der Regel auch das Konfliktpotential in den Unternehmen.

Für Führungskräfte ist es in solchen Situationen entscheidend, im Lead zu bleiben – also das Heft des Handelns nicht aus der Hand zu geben.

Leadership heißt Rahmenbedingungen gestalten

Egal, ob es sich um einen Teamkonflikt oder um die geplante Freisetzung von Mitarbeitern handelt: Wenn Sie als Führungskraft mit einer schwierigen Situation konfrontiert sind, haben Sie immer die Möglichkeit, sich diese Aufgabe zu erleichtern, indem Sie Ihren Gestaltungsspielraum optimal nutzen.

Besorgen Sie sich alle notwendigen Informationen

Das reduziert in der Regel die Komplexität der Aufgabenstellung und Sie vermeiden dadurch auch, dass Sie sich von unvermeidlichen Gerüchten beeinflussen lassen. Erst wenn Sie ein genaues Bild der Ausgangssituation haben, können Sie auch alle möglichen Handlungsalternativen ableiten.

Holen Sie sich Unterstützung

Es ist auch Führungskräften erlaubt, mit schwierigen Situationen emotional überfordert zu sein. Wenn das der Fall ist, lassen Sie sich beraten – von Ihrer Führungskraft, vom Human Ressources-Bereich oder von externer Seite. Sie erweitern dadurch Ihren Blickwinkel und damit auch Ihr Lösungsspektrum.

Handeln Sie so rasch wie möglich

„Der frühe Vogel fängt den Wurm“ – wenn Sie rasch handeln, haben Sie die Chance, Schäden zu verhindern bzw. zu minimieren. Und Sie haben vor allem den Vorteil, die Situation steuern zu können. Wenn Sie Vorgaben von oben exekutieren müssen, achten Sie darauf, dass Sie Ihren Gestaltungsspielraum so groß wie möglich halten.

Agieren Sie mit „offenem Visier“

Kommen Sie in schwierigen Gesprächen mit Ihren Mitarbeitern rasch auf den Punkt. Smalltalk oder ein langatmiges Hinführen zum Kernthema wirken unangebracht und erwecken den Eindruck, dass Sie sich Ihrer Sache nicht sicher sind. Sprechen Sie klar an, worum es geht und was Sie sich erwarten.

Eskalieren Sie gezielt, wenn notwendig

Haben Sie den Eindruck, dass sich eine unbefriedigende Situation  auch nach mehreren Gesprächen nicht geändert hat, geben Sie sich nicht damit zufrieden, dass „scheinbare“ Ruhe herrscht. Eskalieren Sie gezielt, indem Sie Konsequenzen ziehen. Sie beugen damit einer ungeplanten Eskalation vor und Sie können sich auf die Folgen der gezielten Eskalation vorbereiten.

Bleiben Sie auch im Trennungsfall fair

Die Betroffenen werden eine Trennung nie als fair und gerecht empfinden. Bei betriebsbedingten Kündigungen sowieso nicht, aber auch bei Kündigungen wegen Minderleistung dürfen Sie kein „Verständnis“ erwarten. Streben Sie trotzdem immer eine einvernehmliche Lösung an. Das gibt den  Mitarbeitern die Möglichkeit, das Gesicht zu wahren und es verhindert mögliche Klagen.

Leadership heißt entscheiden und umsetzen

Unangenehme Führungssituationen auszusitzen oder darauf zu hoffen, dass sich die Dinge von alleine lösen oder jemand anderer die Verantwortung übernimmt, ist der falsche Weg. Im Gegenteil, je schneller Führungskräfte handeln, desto leichter werden sich diese Situationen bereinigen lassen. Dazu braucht es vor allem:

  • Entschlossenheit, auch schwierige Situationen zu lösen
  • Mut, auch Unangenehmes anzusprechen
  • Fairness im Umgang mit den betroffenen Mitarbeiter
  • Bereitschaft, sich im Anlassfall auch unterstützen zu lassen


„Wer etwas will, findet Wege. Wer etwas nicht will, findet Gründe.“

(Willy Meurer, Autor)


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Ein Kommentar

  1. Catrin Trajkovski am

    Wirklich guter umsetzbarer Artikel mit wirklich viel hilfreichen Tipps. Hab vieles abhacken können. 🙂

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