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part 3 – Teambuilding: lieber harmlos oder Action pur?

Ich bin Personalentwicklerin und die HR-Ziele sehen neuerdings wieder vor, TEAMBUILDING vermehrt zu fokussieren. Die Ideen reichen von „lass die Mitarbeiter Wasserfälle runterspringen, das macht ihnen sicher Spaß“ und „Quad-Bike-Touren“ bis hin zu „und für die Führungsebene bitte etwas Ruhigeres, am liebsten im Seminarraum“. Mein Chef freut sich auf Vorschläge und ich spiele den Ball an Anbieter für Teambuilding weiter: Action oder lieber eine ruhigere Gangart, für wen eignet sich welche Maßnahme?

 

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Wer eine spannende Frage in den Wald hineinruft, bekommt eine Vielzahl an Antworten entegegengeschallt. So passierte es mir auch bei diesem Interview: ich fragte Teambuilding-Anbieter nach ihrem action-reichsten Teambuilding-Format und auch nach ihrem harmlosesten (jeweils hinsichtlichInhalt, Dauer, Ziel, Zielgruppe, Gruppengröße, etc). Die Antworten waren so zahlreich, dass ich nun 2 Möglichkeiten habe
  • entweder ich kürze die Interview-Antworten, sodass ein lesbares (weil nicht ellenlanges) Gesamt-Interview entsteht
  • oder ich teile die Antworten in mehrere Interviews – mit der Konsequenz dass mehrere Interviews zum selben Thema entstehen.
Ich entscheide mich für die 2. Möglichkeit, denn mir selbst läuft bei all den Teambuilding-Maßnahmen schon das Wasser im Mund zusammen (eher bei den Action-reichen), diese möchte ich Ihnen nicht vorenthalten & lade Sie daher ein, mit mir auf Teambuilding-Reise zu gehen:
Interview 1,  6juli2016: teamazing | careercenter | Trainingsteam Gansinger Hufnagl | Beratrekreis | Transformation Unternehmensentwicklung
Interview 2, 11juli2016: Team|Manufakturnext level consulting Österreich | Wildniszone | USP-D
Interview 3, 14juli2016: Top Train | Montée Events & Teambuilding | GfP Gesellschaft für Personalentwicklung | Beratergruppe Neuwaldegg
Interview 4, 19juli2016: einige Fragen, die im Laufe der Interviews aufgepoppt sind

 

Thomas Dodner (Top Train)

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SURVIVAL TEAMDAYS – Lernen außerhalb der Komfortzone: „Ohne die Coaches und meine Kollegen hätte ich aufgegeben. Man kann nicht immer alles alleine schaffen – besonders dann wenn´s schwierig wird!“, „Ich hatte noch nie so viel Spaß mit so wenigen Hilfsmitteln. Es braucht so wenig um wirklich erfolgreich zu sein. Danke an mein Unternehmen für diese

Im Rahmen unserer Alltags-Umgebung oder behütet von einem Seminar- und Wellnesshotel ist es kaum möglich, nachhaltige Eindrücke zur reibungsloseren Zusammenarbeit zu gewinnen. Viele, für unsere Entwicklung wesentliche, Erfahrungen können erst dann gemacht werden, wenn wir uns die Gelegenheit dazu geben. Denn unser Gehirn lernt jeden Tag hauptsächlich durch „Handlungen“ dazu.

Unsere aktuelle „Komfort-Situation“ lässt es zudem kaum zu, dass wir Entscheidungsfreude, Rücksichtnahme, gegenseitige Hilfestellung sowie emotionale Stabilität trainieren. Daher sehen viele Menschen in anderen Teammitgliedern Konkurrenten, spüren die Anforderung „alles selbst machen zu müssen“ oder brennen ganz einfach aus.

Im Rahmen der SURVIVAL TEAMDAYS gewinnt unser Gehirn in außergewöhnlichen Situationen Erkenntnisse, die es danach fast wie von selbst sowohl im Berufs- als auch im Privatleben nutzen wird:

Die Natur lehrt uns alles was wir als TEAM zum Überleben benötigen. In jeder Minute dieses Seminars gewinnen die Teilnehmer an Stärke und werden selbstbewusster. Plötzlich ist gegenseitige Unterstützung und Rücksichtnahme notwendig um Chancen und Gelegenheiten zu nutzen, die zuvor nie für möglich gehalten wurden.

Der Ablauf dieses Seminars ist denkbar einfach, stellt jedoch aufgrund der oben beschriebenen „Komfort-Zone“ einige Teilnehmer vor große Herausforderungen.

Sie tragen lediglich Wechselbekleidung und Waschutensilien in einem Rucksack bei sich. Das „Survival-Messer“ sowie die persönliche „Feldküche“ erhalten sie vom Trainer. Mobiltelefone sind während der gesamten Seminarzeit deaktiviert, denn der Fokus liegt auf dem Motto „Gemeinsam lernen – gemeinsam überleben!“ Nachdem der Lagerplatz definiert wurde beginnt das Team der Reihe nach mit „WUFF“. Das „W“ steht für die ausreichende „Wasserversorgung“ und das „U“ macht deutlich, dass nun eine trockene und sichere Unterkunft FÜR ALLE herzustellen ist, wobei hierfür ausschließlich die Ressourcen der Natur genutzt werden dürfen. Erst dann kümmert sich das Team um die Themen „F“ für Feuer und „F“ für Futter (Nahrung die ausnahmslos aus den natürlichen Ressourcen dieser Umgebung bezogen werden darf).

Die Dauer dieses Team-Events bietet den Rahmen für abwechslungsreiche und auf die Zielsetzung des Unternehmens abgestimmte Outdoor-Erfahrungen und -übungen und auch auf die nachhaltige Wirkung. Somit können Unternehmen zwischen 2 und 4 Tagen SURVIVAL-TEAMDAYS wählen. Zwischen Mai und Oktober finden diese firmeninternen und offenen Seminare statt, wobei unsere Coaches bisher JEDEM Teilnehmer dabei helfen konnten, seine ganz persönliche Weiterentwicklung letztlich in vollen Zügen zu genießen.

„Wir wissen nun genau, was wirklich wichtig für uns und unseren gemeinsamen Erfolg ist!“

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„TEAM-SPIRIT“ – Jeder von uns ist „Gefangener seine eigenen Geschichte“

Um für eine ganze Gruppe zu denken ist es für jeden Teilnehmer notwendig, die Bedürfnisse und Ressourcen von sich selbst und auch seiner Teammitglieder zu kennen und zu verstehen. Unser Seminar „TEAM-SPIRIT“ bietet genau diese Erfahrungen.

Nach einer umfangreichen und leicht verständlichen Persönlichkeitsanalyse kennt der Teilnehmer nicht nur seine Bedürfnisse sondern er versteht auch aus welchen Gründen Menschen unterschiedliche Ressourcen, Fähigkeiten und Kenntnisse besitzen MÜSSEN. Dies zu Verstehen ist wichtig, da nun erste Vorurteile gegenüber „anderen“ abgebaut werden und deren „Eigenarten“ in einem deutlich besseren Licht erstrahlen. Im Rahmen der darauf folgenden Gruppendiskussion werden firmeninterne Abläufe besprochen und deren Verbesserung mit Hilfe der gezielten Nutzung der Team-Ressourcen vereinbart. Bereits während dieses ersten „TEAM-SPIRIT“ Workshops wird die positive Energie zur Vereinbarung nachhaltiger Resultate genutzt um den darauf folgenden „Konfliktanalysen“ ebenfalls zum Erfolg zu verhelfen. Denn „historisch gewachsene“ Konfliktherde finden wir in jedem Team. Nun ist die Gruppe jedoch auch analytisch in der Lage die vergangene Konflikteskalation zu verarbeiten, zu vergeben und künftig zu verhindern.

Sinn macht „TEAM-SPIRIT“ für jedes Team, welches abteilungsintern oder auch abteilungsübergreifend „Sand im Getriebe“ feststellt und in den letzten Monaten viel Energie für Diskussionen zur besseren Zusammenarbeit und Kommunikation investiert hat, jedoch noch keine entscheidenden und nachhaltigen Fortschritte erzielen konnte.

Andreas Driza (Montée Events & Teambuilding)

Erzählen Sie uns von Ihrem ACTIONREICHSTEN Teambuilding

Der Motorenhersteller BRP Rotax lädt jedes Jahr zu einer besonderen Tour jene Mitarbeiter ein, die sich ganz besonders für die Firma ausgezeichnet haben. Montée hat diesmal eine außergewöhnliche Quad Bike Tour in Friaul organisiert für 20 Personen – 60 km Offroad mit den firmeneigenen Fahrzeugen und kulinarischen Highlights on tour. Bei dieser Veranstaltung liegt der Fokus auf regelmäßiger Motivation und Wertschätzung der Mitarbeiter und gleichzeitig soll der Bezug zum eigenen Qualitätsprodukt im Vordergrund stehen.

Erzählen Sie uns von Ihrem HARMLOSESTEN Teambuilding

Ein österreichischer Getränkehersteller hat beschlossen die firmeninterne Studie „best place to work“ zum Anlass zu nehmen ein Teambuilding für alle Mitarbeiter zu veranstalten und vorab die Führungsebene darauf vorzubereiten und sich gegenseitig abzustimmen. Dieser Führungskräfte Teambuilding Workshop im Tagungsraum wurde durch den Montée Trainer Andreas Driza moderiert und mit Vortragsinhalten aus dem Bereich Emotionale Intelligenz – Nonverbale Kommunikation ergänzt. In lockerer Atmosphäre konnten sich die Führungskräfte entsprechend austauschen, abstimmen und die wichtigsten Themen wurden gemeinsam definiert und beleuchtet. Mit Hilfe einiger praktischer Übungen entstand in kurzer Zeit innerhalb der Führungskräfte mehr gegenseitiges Verständnis und der Teambuilding-Effekt in diesem Kreis. Der Zusammenhalt im Unternehmen kann nur entstehen und dauerhaft bestehen, wenn es auch von den Führungskräften täglich vorgelebt wird, das war eines der Commitments. Ein weiteres Thema war: „Wie kann ich dem firmeninternen Tratsch und Interpretationen entgegen wirken und in eine positive Dynamik führen“? Dazu wurden konkret mehr direkte und regelmäßige Gesprächsrunden vereinbart mit Informationsfluss und Entscheidungsbegründung aus erster Hand.

 

Mag. Fritz Wottawa-Posch,BSc (GfP)

Erzählen Sie uns von Ihrem ACTIONREICHSTEN Teambuilding-Format

Bei unserem actionreichstem Format – Geocaching im Gelände – geht es darum, gemeinsam “Schätze” zu finden und dadurch die Ressourcen, Kompetenzen, Fähigkeiten, … die im Berufsalltag unentdeckt bleiben im Team zu erkennen. Ähnlich einer Schnitzeljagd und mittels GPS-fähigen Geräten werden – an das jeweilige Team hinsichtlich körperlicher und inhaltlicher Herausforderungen angepasste – Stationen absolviert an denen jeweils Aufgaben erledigt, Rätsel gelöst oder etwas gefunden werden muss. Die Lösung der jeweiligen Station birgt den Hinweis, an welchen GPS-Koordinaten die nächste Station zu finden sein wird. Dies wiederholt sich bis zur finalen Station an welcher der Schatz versteckt liegt.

Diese Vorgehensweise bietet Möglichkeiten als Team Entscheidungen zu treffen, sich auf den Wegen zwischen den Stationen auszutauschen, neue Seiten an sich und den anderen kennenzulernen und gemeinsam ein Erfolgserlebnis zu erfahren.

Geeignet für ein Team bis zu einer Größe von bis zu 10 Personen das sich eine Auszeit vom beruflichen Alltag gönnen will und sich statt dessen in der freien Natur gemeinsam einer neuen und ungewohnten Herausforderung stellen möchte.

Erzählen Sie uns von Ihrem HARMLOSESTEN Teambuilding-Format

Unser harmlosestes Format ist die moderierte Team-Klausur. Bei dieser sind die Überraschungen bzw. Irritationen für die Teilnehmer hinsichtlich Methode und Format erfahrungsgemäß am kleinsten, da fast alle Teilnehmer mit diesem Format in der einen oder anderen Form schon zu tun hatten. Es gibt Flipcharts, einen Sesselkreis und Möglichkeiten für die Arbeiten in Kleingruppen. Die zu bearbeitenden Themen werden entweder im Vorfeld mit der Führungskraft vorbesprochen und/oder am Beginn der Klausur gesammelt und priorisiert. Da es sich um ein Teambuilding-Format handelt legen wir viel Wert darauf, die Fragen herauszuarbeiten, deren Lösung dem Weiterkommen in Richtung high-performance-team am hilfreichsten erscheinen.

Ähnlich wie bei der Zubereitung von – vermeintlich – einfachen Speisen bilden bei diesem Format die Zutaten wie Passung zwischen Trainer und Team, Ort und Kommunikationsgestaltung das A und O für ein gelungenes Teambuilding.

Geeignet für ein Team bis zu einer Größe von bis zu 14 Personen das sich schnörkellos und ohne Ablenkung mit sich selbst und seinen anstehenden Fragen beschäftigen möchte.

 

Mag. (FH) Barbara Buzanich-Pöltl (Beratergruppe Neuwaldegg)

Erzählen Sie uns von Ihrem ACTIONREICHSTEN Teambuilding-Format

Es war im Sommer vor ein paar Jahren. Ein internationales Team mit einem neuen Chef mit 20 Mitgliedern. Ein bereits fixierter Tag, der eigentlich ein Betriebsausflug werden sollte, wurde zu einem Teamevent umfunktioniert. Ziel der Führungskraft: Spaß, Vertrauen fördern und Verhaltensweisen konstruktiv reflektiert. Die Besonderheit: Sie lieben Challenges, es sollte jedoch nicht zu ausgeflippt sein. Unser Angebot: 5 verschieden Übungen, die teilweise wettbewerbsorientiert waren, durchzuführen und danach auf Funktionalität, Dysfunktionalität, Teammuster und persönliche Muster zu reflektieren. Beispiele: In 2 Teams wird Wasser mit Schwämmen durch einen Parcours transportiert, welcher bestimmten Regeln unterlegen. Es gewinnt das Team, mit dem geringsten Wasserverlust. Die Teams hatten eine enorme Freude und konnten aufgrund der „Körperlichkeit“ und der geringen Zeit die sie hatten sehr gut in die Reflexionen einsteigen um am Ende des Tages erster verbindliche Aktionen abzuleiten!

Erzählen Sie uns von Ihrem HARMLOSESTEN Teambuilding-Format

Sehr schön sind Prozesse, in denen Führungskräfte Teambuilding als laufende Begleitung verstehen. Ein Team mit 9 Personen kommt kontinuierlich mit mir zusammen um sich weiterzuentwickeln. Ich erlebe diese Workshops sehr entspannt und unaufgeregt, weil nicht erwartet wird alles in einem Event „lösen“ zu müssen. Verschiedene teamrelevante Aspekte wie z.B. Erfolg, Wertschätzung, Umgang mit Fehlern, Kritik oder Probleme, werden ca. halbjährlich aufgegriffen und gemeinsam prozessiert. Gemeinsam schaffen wir Raum für Verlangsamung, Tiefgang, Reflexion, Spaß und Innovation und transferieren dieses in die Praxis des Teams…  was im Arbeitsalltag mit Agilität und Leichtigkeit belohnt wird!

 


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Die Interview-Partner

 

Trainingsmethoden, RollenspieleThomas Dodner
Geschäftsführer

Top Train Unternehmensberatung und Training GmbH

www.top-train.at

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Andreas Driza
Kommunikationstrainer + Geschäftsführer

Montée Austria GmbH

www.montee.com

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Mag. Fritz Wottawa-Posch,BSc
Trainer/Berater

GfP Gesellschaft für Personalentwicklung GmbH

www.gfp.at

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buzanich-barbara-neuwaldegg-100Mag. (FH) Barbara Buzanich-Pöltl

Beratergruppe Neuwaldegg


Interview durchgeführt von

Autor Selan Eva

Mag. Eva Selan, MSc
Geschäftsführerin

HRweb
Eva.Selan@HRweb.at
www.HRweb.at

Autoren-Profil | Eva Selan


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