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Personalisten-Interview | HR-Director auch Mitglied in der Geschäftsführung? Metro zeigt es vor wie es geht

Personalisten-Interview: Mag. Elke Berger @ Metro Cash & Carry Österreich

 

Frau Mag. Elke Berger ist Human Resources Director und Mitglied der Geschäftsführung bei Metro Cash & Carry Österreich. Eine starke Umsetzerin, die auf Ehrlichkeit setzt. Und genauso war auch das Interview … aber lesen Sie selbst …

 


Interview-Partner:



Mag. Elke Berger



Position
Mitglied der Geschäftsführung, Human Resources Director

Unternehmen:


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Metro Cash & Carry Österreich GmbH

Branche Großhandel
Mitarbeiterzahl über 2.000 in Österreich, weltweit über 125.000 Mitarbeiter
URL www.metro.at

 

Wie haben Sie ihre derzeitige Position erreicht?

Ich mache mit Leib und Seele Human Resources. Wichtig ist mir, etwas zu bewegen – und nicht die Position und deren Bezeichnung. Wenn HR so wie bei METRO Österreich wie auch in allen anderen METRO Ländern in der Geschäftsführung angesiedelt ist, hilft das natürlich, HR eine Stimme zu geben.

Welche Stärken sehen Sie bei sich als Frau, die sie in ihre jetzige Position gut oder besser einbringen können als wenn ein Mann ihre Position inne hätte?

Grundsätzlich halte ich nichts von Verallgemeinerungen und „Schubladierungen“. Es gibt Männer, die die „besseren Frauen“  sind und umgekehrt. Dennoch glaube ich, dass die Stärken von Frauen im Bereich der Kommunikation liegen. Ebenso denke ich, dass Frauen in Führungspositionen Mitarbeiter leichter abholen können, sich eventuell besser auf die Mitarbeiter einstellen können. Frauen stellen ihr persönliches Standing nicht so in den Mittelpunkt und das Gemeinwohl geht mehr vor. Frauen sind auch größtenteils statusbefreiter. Der Fokus liegt mehr auf dem Miteinander. Das bringt mich aber auch dazu eine Empfehlung für Frauen in Führungspositionen auszusprechen: Gehen Sie mehr weg vom Operativen, und verwenden Sie Zeit strategisch zu arbeiten, sich zu vernetzen und ihr Tun auch zu positionieren und zu verankern. Und – ganz wichtig – versuchen Sie nicht der „bessere Mann“ zu sein – bleiben Sie authentisch und gerne auch Frau!

Man sagt, dass Frauen ihr Licht oft „unter den Scheffel“ stellen. Sehen Sie das auch so? Warum? Wie können Frauen daran arbeiten?

Frauen könnten im Selbstmarketing dazulernen. Wir Frauen glauben viel zu sehr, dass unsere Arbeit ohne unser Zutun  gesehen wird. Es geht nicht darum marktschreierisch die eigene Leistung darzustellen, aber über das Erreichte zu sprechen, den Nutzen für die Mitarbeiterinnen, die Mitarbeiter, die Organisation darzustellen – das ist nicht nur Kür sondern Pflicht.

Weiters glaube ich auch, dass Frauen oft zu sehr selbstkritisch sind. Frauen hinterfragen viel mehr: Was kann ich besser machen, was könnte ich noch anders machen – was ist nicht gelungen – und teilen das auch mit anderen. Dadurch wird man einfach verletzlicher und angreifbarer. Daran ist nichts Schlechtes, wenn die Kritik konstruktiv bleibt – daran können wir Frauen arbeiten.

Haben Sie spezielle Tipps für Frauen, die sich im Beruf besser verwirklichen möchten und ebenso die Karriereleiter aufsteigen möchten?

Sich selbst in Balance halten, trotz der vielen Herausforderungen und Veränderungen die uns im Leben begegnen. Ich glaube auch, dass Frauen eher zur inneren Ruhe finden können, da Ihnen der Status im Beruf nicht ganz so wichtig ist. Es ist aus meiner Sicht auch notwendig immer mehrere Standbeine im Leben zu haben, nicht nur einen Beruf zu haben, sondern andere Themen die einem wichtig sind und die man leben kann. Das können Freunde, Hobbies, Familie sein oder vielleicht auch ganz was anderes.

Noch ein weiterer Tipp: Seien Sie sich Ihrer Verantwortung gegenüber Ihren Mitarbeitern bewusst. Sich als Führungskraft gut um sich selbst zu kümmern ist unsere Aufgabe und ein Wahrnehmen unserer Verantwortung – uns selbst gegenüber, aber auch unserer Umwelt gegenüber.

Und noch ein letzter Punkt: vergleichen Sie sich nicht. Vergleich ist die größte Chance zum Unglück. Da können wir uns von Männern was abschauen… Vergleich ist für mich leider weiblich … und hilft uns nur ganz bedingt …

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