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Infografik | Storytelling versus Corporate Speak

21Jun2019
3 min
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Storytelling versus Unternehmens-Sprache

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Infografik | Storytelling versus Corporate Speak

 

Storytelling versus Corporate Speak: Wenn Sprache zwischen Nähe und Distanz entscheidet

Die Infografik „Storytelling versus Corporate Speak“ inszeniert einen sprachlichen Gegensatz, der im Alltag von Organisationen weit mehr ist als eine stilistische Frage. Sie zeigt zwei Kommunikationswelten, die unterschiedlicher kaum wirken könnten: Auf der einen Seite eine erzählerische, bildhafte und emotionale Sprache, auf der anderen Seite eine nüchterne, oft technokratisch aufgeladene Unternehmenssprache. Für HR-Managerinnen und HR-Manager eröffnet diese Gegenüberstellung einen spannenden Reflexionsraum, denn sie berührt zentrale Fragen der internen und externen Kommunikation: Wie entsteht Verständnis? Wann wirkt Sprache verbindend? Und wann erzeugt sie Distanz?

Die Infografik arbeitet mit einer klaren visuellen und sprachlichen Kontrastlogik. Storytelling wird als lebendig, konkret und emotional dargestellt. Corporate Speak hingegen erscheint als abstrakt, formalisiert und stark von typischen Floskeln geprägt. Diese Gegenüberstellung ist kein Zufall, sondern ein bewusst gewähltes Stilmittel, das die Unterschiede nicht nur beschreibt, sondern spürbar macht. Gerade für ein HR Publikum entsteht dadurch ein gedanklicher Resonanzraum, der über reine Kommunikationsästhetik hinausgeht.

Storytelling als Verdichtung von Bedeutung

Im Bereich Storytelling wird Sprache als Medium verstanden, das Erlebnisse, Bilder und Bedeutungen transportiert. Die Infografik macht deutlich, dass hier nicht primär über Funktionen oder Strukturen gesprochen wird, sondern über Zusammenhänge, die sich in narrativen Formen verdichten. Aussagen wirken greifbarer, weil sie in eine erzählerische Logik eingebettet sind. Die Sprache wird damit nicht nur Informationsträger, sondern auch Bedeutungsarchitekt.

Auffällig ist, dass Storytelling in der Darstellung mit Begriffen arbeitet, die Nähe erzeugen. Es geht um Verständlichkeit, um Anschaulichkeit und um eine Sprache, die sich an menschlichen Erfahrungen orientiert. Für Organisationen bedeutet das eine kommunikative Öffnung: Inhalte werden nicht nur vermittelt, sondern in einen Kontext gesetzt, der Orientierung schafft. Genau hier liegt der zentrale Impuls der Infografik: Sprache wird nicht als neutrales Werkzeug gezeigt, sondern als aktiver Bestandteil organisationaler Wahrnehmung.

Für HR-Kontexte ist diese Perspektive besonders relevant. Interne Kommunikation lebt davon, dass Mitarbeitende Inhalte nicht nur empfangen, sondern auch einordnen können. Storytelling wird in der Infografik daher implizit als Brücke zwischen Information und Verständnis sichtbar.

Corporate Speak zwischen Präzision und Distanz

Dem gegenüber steht Corporate Speak, das in der Infografik durch eine formalisierte, stark standardisierte Ausdrucksweise charakterisiert wird. Typische Formulierungen wirken korrekt, aber auch distanziert. Sie folgen einer Logik der Absicherung, der Präzision und der institutionellen Tonalität. Dadurch entsteht eine Sprache, die zwar professionell wirkt, aber emotional weniger zugänglich ist.

Die Infografik verdeutlicht diesen Stil nicht als Fehler, sondern als eigenständiges Kommunikationsmuster. Corporate Speak erfüllt funktionale Anforderungen, insbesondere dort, wo Eindeutigkeit, Formalität oder rechtliche Absicherung gefragt sind. Gleichzeitig zeigt die visuelle Gegenüberstellung jedoch, dass diese Sprache schneller an ihre Grenzen stößt, wenn es um Identifikation oder emotionale Bindung geht.

Für HR Verantwortliche ergibt sich daraus ein differenziertes Bild. Corporate Speak ist nicht per se problematisch, aber es ist kontextabhängig wirksam. Die Infografik lädt dazu ein, genau diese Kontextabhängigkeit bewusster zu reflektieren: Welche Sprache passt zu welchem Ziel? Und welche Wirkung soll tatsächlich erzielt werden?

Zwischen Effizienz und Resonanzraum

Die eigentliche Stärke der Infografik liegt in der impliziten Frage nach dem Gleichgewicht. Sie stellt nicht nur zwei Sprachstile nebeneinander, sondern zeigt auch die Spannungsfelder, in denen moderne Organisationskommunikation stattfindet. Effizienz trifft auf Emotionalität, Struktur auf Erzählung, Distanz auf Nähe.

Für erfahrene HR Managerinnen und HR Manager ergibt sich daraus eine zentrale Erkenntnis: Sprache ist kein neutrales Transportmittel, sondern ein strategisches Instrument der Kulturgestaltung. Die Wahl zwischen Storytelling und Corporate Speak ist daher keine rein stilistische Entscheidung, sondern eine Frage der gewünschten Wirkung auf Menschen in Organisationen.

Die Infografik regt damit zu einer bewussteren Sprachpraxis an. Sie zeigt, dass Kommunikation immer auch Beziehungsgestaltung ist. Und sie lädt dazu ein, die eigene Sprachwelt kritisch zu prüfen: Wo schafft sie Verbindung? Und wo erzeugt sie unnötige Distanz?

Am Ende bleibt die zentrale Botschaft subtil, aber klar: Sprache formt Realität. Und genau deshalb lohnt es sich, genauer hinzuhören, wie Organisationen sprechen.

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