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Praxis-Lupe | Die Zukunft der Arbeit im Energiesektor

Speziell die Energiebranche unterliegt seit der Marktliberalisierung kontinuierlichen Veränderungen: Kundenwünsche verändern sich stetig, neue Anbieter drängen in den Markt und innovative Technologien erfordern die Auseinandersetzung mit Change Prozessen auf vielen verschiedenen Ebenen. Die Zukunft der Arbeit ändert sich.

Autorin – Zukunft der Arbeit: Mag. Andrea König, BA (Wien Energie)

Diese Entwicklungen werden sich auch künftig fortsetzen und dies in noch rascherer Geschwindigkeit. Aufgrund dieser sich immerwährend verändernden Rahmenbedingungen, ist auch die komplette Arbeitswelt und –weise von einem starken Change betroffen. In der Studie „Die Zukunft der Arbeit im Energiesektor“, die Wien Energie in Kooperation mit Deloitte ausgearbeitet hat, wurden sechs Treiber identifiziert, die genau diesen Wandel verstärkt begünstigen. Diese werden nachfolgend beschrieben und anhand von bereits gesetzten Maßnahmen durch Wien Energie und weiteren konkreten Handlungsfeldern erläutert:

Allgegenwärtige Technologie

Technologische Innovationen prägen bereits seit Jahrzehnten die Energiebranche, doch verändert hat sich die Geschwindigkeit, mit der diese fortschreiten. Analysen haben gezeigt, dass einzelne Jobs in der Energiewirtschaft ein enormes Substituierungspotential aufweisen, wie beispielsweise in der Montage, der Kraftwerks-und Servicetechnik oder auch in den internen Services. Speziell in diesen Rollen wird es künftig einen Kompetenz-Shift geben, hin zu neuen Fähigkeiten, die mit diesen Berufsbildern einhergehen. Problemlösungskompetenz, Vernetzung/Kommunikation, technologisches Wissen sowie kritisches und kreatives Denken sind nur einige Kernkompetenzen, die künftig verstärkt gefordert und bereits in gegenwärtigen Projekten rund um die Themen Robotics, Elektromobilität sowie der Anlageninspektion durch Drohnen unter Beweis gestellt werden müssen.

Umgang mit der Datenflut

Unternehmen haben gegenwärtig mit zwei wesentlichen Herausforderungen bezüglich der exponentiell anwachsenden Menge an Daten zu kämpfen: Einerseits stellt es sie vor die Möglichkeit, aus ihnen Erkenntnisse mit erheblichen Mehrwert zu gewinnen, andererseits stehen sie aber unter Druck, schneller zu sein als alle anderen. Eines ist jedenfalls sicher: Daten an sich sind nutzlos – erst durch die Analyse, Interpretation und den daraus abgeleiteten Schlussfolgerungen werden sie wertvoll.

Daraus ergeben sich wiederum neue bzw. veränderte Kompetenzen, die hier künftig unabdingbar werden, wie beispielsweise die Fähigkeit zum vernetzten Datenverständnis, serviceorientierte Kommunikationsskills oder auch ein gesamtheitliches Prozessverständnis, welche speziell in den Bereichen Blockchain und Predictive Maintenance vorausgesetzt wird.

Customer Experience als wichtigste Währung

Die Bedürfnisse der Kunden ins Zentrum aller Überlegungen zu stellen und den Kunden umfassend zu verstehen sind keine neuartigen Erkenntnisse. Es gilt künftig viel mehr, genau diesen Ansatz weiterzuentwickeln und mit den vorherrschenden und bereits vorhin genannten Treibern zu vernetzen, wobei die Herausforderung darin bestehen wird, alte und neue Geschäftsmodelle bestmöglich miteinander zu verknüpfen.

Eine wichtige Grundvoraussetzung dafür ist zum einen bereichsübergreifende Zusammenarbeit, zum anderen aber auch umfangreiches Kundenwissen, welches zu einer Verbesserung der Customer Experience führen muss. Denn nicht nur der Mitbewerb ändert sich, sondern auch der Kunde, der Kundenwunsch und weiterführend auch die Kundenarbeit, die sich in Richtung einer gesamtheitlichen Betrachtung, sowie innovativen (Bündel)Produkten entwickelt.

Digital Leadership

Das Spannungsfeld, in dem sich Führungskräfte bewegen, wird künftig von weiteren Einflussfaktoren, wie beispielsweise dem stetig steigenden Kosten- und Innovationsdruck, der Versorgungssicherheit oder auch ambitionierten Klimazielen im Bereich der Erneuerbaren Energien, verstärkt. Es muss demnach nicht nur eine Transformation von Technologien und Geschäftsmodellen stattfinden, sondern vor allem auch im kognitiven Bereich, im Verhalten und im emotionalen Profil der Führung. Ein kultureller (Werte)Wandel im gesamten Unternehmen ist daher die Basis, um die FührungsKRAFT jedes einzelnen zu stärken.

Zukunft der Arbeit: Fünf Generationen im Arbeitsleben

Derart viele unterschiedliche Generationen arbeiteten bis dato noch nie Seite an Seite in einer Organisation, und somit trafen auch noch nie Ideen, Erwartungshaltungen und Erfahrungen von fünf Generationen im Berufsalltag aufeinander. Ergebnisse aus der Studie zeigen, dass das Potential der bestehenden Belegschaft nicht voll ausgeschöpft wird. Identifizierte Gestaltungsfelder im Sinne von Employer Branding und einer verstärkten Mitarbeiterbindung liegen im Sinn der Tätigkeit, im Führungsverhalten und Performance Management, in einem förderlichen flexiblen Arbeitsumfeld, in transparenten Karriere- und Weiterentwicklungsmöglichkeiten im Sinne des „continuous learning“ sowie im Vertrauen bzw. in der Identifikation mit der Organisation und deren Werten.

Alternative Sourcing-Strategien als neue Form

Es bleibt oft wenig Spielraum für das Rekrutieren neuer Mitarbeiter aufgrund der bestehenden Rahmenbedingungen, wie beispielsweise eine verhärtete Mitarbeiterstruktur, knappe Talentemärkte oder auch der hohe Kostendruck. Somit muss der Fokus klar auf alternative Sourcing Strategien gelegt werden, wobei hier die Bedarfsbestimmung ein grundlegender und erfolgreicher Faktor ist: Welche Skills und Kompetenzen (qualitativ sowie quantitativ) sind nötig, um die Aufgaben künftig zu erbringen? Zentrales Element hierfür ist eine vorausschauende strategische Personalplanung, sowie weiterführend beispielsweise verstärkte Kooperationen mit (Hoch)Schulen, erweiterte Talentepools, flexible Anstellungs- und Arbeitszeitmodelle sowie zielgruppenspezifische und maßgeschneiderte interne Programme (Lehrlinge, Trainees, High Potentials etc.).

 


Gast-Autorin

Mag. Andrea König, BA ist Employer Branding Specialist & HR Trend Scout bei Wien Energie, Österreichs größtem regionalen Energieanbieter. Sie betreibt nebenbei ihren Karriere und Lifestyle Blog „King & Stars“, wo sie rund um die Themen Karriere, Empowerment, Leadership sowie zu den neuesten Lifestyle Trends bloggt.

www.kingandstars.com

www.wienenergie.at


 

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