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HRweb.at im SmallTalk mit … Barbara Covarrubias

Steckbrief

  • Smalltalk mit: Dr. Barbara Covarrubias Venegas
  • Position: Forscherin & Lektorin
  • Social-Media-Profile: Xing, LinkedIn

Smalltalk

Wer ist Barbara Covarrubias – beruflich + privat?

Mein Name ist Barbara Covarrubias Venegas, seit fast zehn Jahren bin ich in der angewandten HR Forschung tätig und habe ich mich auf das Thema Neue Arbeitswelten spezialisiert. Privat prägt mich vor allem mein internationaler Hintergrund, aber wohl insbesondere auch meine Tanzleidenschaft.

Welche Details in deinem Job machst du wirklich gern / besonders gut / wofür brennst du?

Was ich an der (angewandten) Forschung so liebe ist, dass es ein sehr strukturierter Prozess ist, wobei Inhalte immer kritisch hinterfragt werden und die Erkenntnisse aus meinen Forschungsprojekten und Studien einen Mehrwert für Unternehmen bringen. Ich habe in Zusammenarbeit mit der Plattform DasNeueArbeiten ein Reifegradmodell entwickelt, welches den Status Quo von einem Unternehmen in Bezug auf die Dimensionen People-Place-Technology misst. Das Reifegradmodell ist ein empirisch validiertes Messinstrument und auch das mag ich ebenso an der Forschung, denn es liefert gesicherte Daten für ein evidenzbasiertes Personalmanagement.

Als Forscherin bin ich natürlich auch in der Lehre tätig und dies an mehreren Hochschulen im In- und Ausland. Warum ich das gerne machen? Ich glaube, dass die Funktion des Personalmanagements eine überaus wichtige in Organisationen ist und hoffe durch meinen Unterricht die Unternehmen der Zukunft durch die AbsolventInnen der Zukunft mitgestalten zu können und das gibt ein wunderbares Gefühl, wenn ich ehrlich bin.

Welche Schlagwörter beschreiben dich am treffendsten?

Effizient, schnell, lustig, tanzverrückt, kreativ

Welche Entscheidung – beruflich oder privat – war die schlaueste in deinem Leben?

Ich bin wirklich sehr sehr froh, dass ich bereits im Studium angefangen habe ins Ausland zu gehen, über Italien, Spanien, Chile, Mexiko zurück nach Kärnten und dann wieder retour nach Südamerika. Heuer bin ich im Februar als Gastprofessorin an die Universität in Valencia eingeladen worden, wo ich auch noch immer tätig bin. Das war für mich definitiv die beste Entscheidung, ich konnte dadurch so viel Unterschiedliches sehen, auf Universitäten, im Berufsleben, im Alltag etc., eine sehr große persönliche Bereicherung. Beruflich gesehen muss ich auch sagen, dass ich sehr froh bin, dass ich bereits mit 14 Jahren damals in Pörtschach am Wörthersee in einer Frühstückspension angefangen habe zu arbeiten. Ich denke, dass mir das ebenso eine ganz andere Perspektive auf Arbeiten und Organisationen erlaubt hat und die Tätigkeit in der Gastronomie auch stark meine sozialen Kompetenzen entwickelte.

Welche Entscheidung – beruflich oder privat – würdest du heute lieber anders machen?

Rückblickend würde ich aus heutiger Sicht nicht bereits nach zwei Jahren aus Chile nach Österreich zurückkehren. Der Job als Food & Beverage Managerin war mein dritter Job nach der Uni und ich hab´ mit einem Team von ca. 70 Mitarbeitern sehr viel Verantwortung übernommen. Das in Kombination mit meinem damals noch viel stärker ausgeprägtem Perfektionismus und auch teilweisen Überforderung mit den kulturellen und sozialen Unterschieden Chile-Österreich, war u.a. ein Grund nach Österreich zurückzukehren. Und ich glaub, das würde ich heute anders machen wollen. Mir hat in Österreich schon sehr stark die chilenische Herzlichkeit in der Arbeit anfangs gefehlt.

Lieber mit dem Wohnmobil durch die Toskana oder mit dem Kreuzfahrtschiff in der Karibik?

Hm, ein Wohnmobil kann ich mir zurzeit gar nicht vorstellen, wenn (jemals wieder😉) ein Kreuzfahrtschiff, dann muss es definitiv eine Tanzkreuzfahrt sein!

Lieber kreativ austoben oder Ordnung / Struktur erzeugen?

Albert Einstein hat gesagt „Wenn ein unordentlicher Schreibtisch einen unordentlichen Geist repräsentiert, was sagt dann ein leerer Schreibtisch über den Menschen aus, der ihn benutzt.“ Mein Schreibtisch ist zwar nicht leer, aber unter normalen Umständen immer geordnet 😉

Was war die lustigste / peinlichste / aufregendste / interessanteste Situation in deinem Berufsleben?

Lustig: … war als mich „noch eine“ Barbara Covarrubias auf LinkedIn angeschrieben hat, weil sie manchmal E-Mails bekommt, die klar nicht für sie bestimmt sind (wir beiden benutzen gmail). Kurios ist, sie lebt noch dazu „auch“ in Chile, zwar nicht in Valparaíso, sondern in Santiago und wir haben ungefähr 5 gemeinsame berufliche Kontakte, weil sie sich auch mit dem Thema „Frauen in der Arbeitswelt“ beschäftigt.

Peinlich: … war als ich vor ca. einem Jahr eine Präsentation über meine Forschung an der FH gehalten habe und ein Kollege am Ende eine Frage zu einer spezifischen Auswertung zu meinem Neue Arbeitswelten Reifegradmodell stellte, die ich so nicht aus dem Stehgreif beantworten konnte. Also fragte ich – „eh klar“ dutzend – „gerne ich schicke ich dir das zu, wie war bitte nochmals dein Name?“. Und es war ein Kollege (Top-Führungsebene), der sicherlich zu dem Zeitpunkt schon seit über einem halben Jahr an der FH ein Department aufbaut und bei insgesamt nur drei Departments könnte man sich erwarten, dass ich ihn natürlich kenne. Ich werde eigentlich nicht schnell rot, weil ich über sowas eher lache, als mich zu genieren, aber da bin ich tatsächlich ordentlich rot geworden.

Aufregend: … war als ich das erste Mal beim DNA Smart Afternoon in der Ottakringer Brauerei vor 400 Menschen sprechen durfte und das erste Mal unterrichten an der Uni in Baku/Aserbaidschan war definitiv auch ein Highlight, weil es geografisch zu dem Zeitpunkt mein am weitest entfernter Lehrauftrag war.

Interessant:  … war meine letzte Diskussion mit einem argentinischen Kollegen, über Meritokratie und Diversität und warum dies einfach nicht zusammenpasst. Altes Thema, nichtsdestotrotz ein super interessantes Gespräch.

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