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6 Tipps: Personal Branding für Dienstleister

Personal Branding bedeutet, sich selbst zur Marke zu machen – zur wiedererkennbaren & erinnerbaren Marke. 6 Tipps für Einzelkämpfer wie Berater, Coaches, Therapeuten, Rechtsanwälte, etc, sich vom Mitbewerb zu unterscheiden. Ziel ist es, eine attraktive Marke zu werden, damit potenzialle Zielkunden nicht einen Mitbewerber kontaktieren.

Autor: Bernhard Kuntz (Die PRofilBerater)

Marken schaffen Vertrauen

Doch wie werden Sie eine Marke? Indem Sie wie einige Berater Ihre Arme top-down tätowieren? Oder wie Sascha Lobo einen knallroten Irokesen-Schnitt tragen?

Solche „Brand-Zeichen“ führen eventuell dazu, dass Sie Personen im Gedächtnis bleiben. Doch engagiert werden Sie deshalb nicht. Denn solche Äußerlichkeiten wirken oft nicht authentisch, weshalb sie eher Misstrauen säen als Vertrauen aufbauen.

Vertrauen ist jedoch der zentrale Faktor bei Ihrer Selbst-Vermarktung. Denn Personen, die zum Beispiel das Engagement eines Beraters erwägen, haben meist ein Problem, das sie verunsichert. Deshalb suchen sie eine Person, der sie sich „an-vertrauen“ können – weil sie ihr die Kompetenz zuschreiben, ihr Problem zu lösen. Also sollte Ihre Außendarstellung darauf abzielen, bei Ihren Zielkunden dieses Vertrauen aufzubauen. Hierfür einige Tipps für Ihr Personal Branding.

6 Tipps: Personal Branding

Tipp 1: sich als „Spezialist für …“ präsentieren

Kein Dienstleister kann alle Probleme lösen, die Personen oder Organisationen haben. Also lautet der erste Schritt bei Ihrer Markenbildung, sich auf eine Zielgruppe und das Lösen ganz bestimmter Probleme zu spezialisieren – ähnlich wie dies zum Beispiel die Marken Langnese, Schwartau und Seidenbacher getan haben.

Sie sind zwar alle Lebensmittel-Anbieter, doch Langnese hat sich auf Eiscreme, Schwartau auf Marmelade und Seidenbacher auf Müsli spezialisiert. Ähnlich sollten Sie als persönlicher Dienstleister agieren.

Tipp 2: den „Mehrwert“ Ihrer Leistung aufzeigen

Jeder kann auf seiner Webseite behaupten: Ich bin ein guter Führungskräfte-, Karriere- oder Rechtsberater. Nur weil diese Behauptung dort steht, ist sie noch nicht glaubhaft. Also sollten Sie die Aussagen über Ihre Kompetenz inhaltlich unterfüttern.

Die meisten Dienstleister tun dies, indem sie detailliert ihre Ausbildungen und beruflichen Stationen auflisten. Das ist richtig – denn Ihre Kompetenz ist das Resultat Ihrer Biografie. Das Problem ist nur: Dass Sie als Berater zum Beispiel ein BWL-Studium und die Weiterbildung x absolviert haben, macht für Ihre Zielkunden noch nicht transparent, welchen Nutzen sie davon haben.

Leisten Sie diese Übersetzungsarbeit; beispielsweise, indem Sie auf Ihrer Webseite schreiben:

  • „Ich war 10 Jahre Führungskraft in der Industrie (Fakt). Deshalb kenne ich die Herausforderungen, vor denen Führungskräfte oft stehen (Kundennutzen).“ Oder:
  • „Ich habe die Weiterbildungen … und … absolviert (Fakt). Entsprechend prall gefüllt ist mein Methodenkoffer (Kundennutzen).“

Tipp 3: Ihre Persönlichkeit „griffig“ machen

Die Werbeunterlagen der meisten Dienstleister sind gespickt mit Floskeln wie „wertschätzender Umgang“ und „nachhaltige Lösungen“. Eine plastische Vorstellung von ihrer Persönlichkeit und Arbeitsweise erhalten die Zielkunden hierdurch nicht.

Viel interessanter wäre es für diese beispielsweise zu erfahren, wie Sie sich als Berater verhalten, wenn in einer Beratung scheinbar nichts mehr geht. Legen Sie dann die Hände in den Schoss und denken sich: Es ist halt so? Oder ergreifen Sie die Initiative und sagen zum Beispiel: „Ich sehe die Lösungsmöglichkeiten 1, 2 und 3. Welche präfieren Sie?“

Indem Sie Ihr Verhalten in bestimmten Situationen narrativ beschreiben, entsteht ein viel klareres Bild von Ihrer Persönlichkeit als durch Floskeln wie „Ich arbeite zielorientiert“. Also können sich Ihre Zielkunden auch leichter für Sie entscheiden.

Tipp 4: den Zielkunden das Gefühl vermitteln „Diese Person kennt meine Situation“

Dies gilt speziell dann, wenn Sie ihnen auch ansonsten das Gefühl vermitteln: Diese Person versteht meine Situation. Das gelingt Ihnen nur mit einer einfachen bildhaften Sprache – zum Beispiel, indem Sie als Managementberater auf Ihrer Webseite schreiben:

„Als Top-Manager müssen Sie oft eine schwierige Entscheidung treffen. Zum Beispiel wie…. Das fällt Ihnen schwer. Zum Beispiel, weil Ihnen wichtige Infos fehlen. Oder weil Sie wissen, dass Mitarbeiter hiergegen opponieren. Wünschen Sie sich in solchen Situationen zuweilen einen Sparringspartner, der mit Ihnen tragfähige Lösungen erarbeitet und umsetzt? Dann sollten Sie mich kontaktieren. Denn….“

Ein solcher Text veranlasst Ihre Zielkunden eher Sie zu kontaktieren als die schlauste Abhandlung über das Thema Management.

Tipp 5: den Zielkunden ein Leistungsversprechen geben

Jede Marke gibt ihren Zielkunden ein Leistungsversprechen – so zum Beispiel der Autohersteller Audi mit seinem Slogan „Vorsprung durch Technik“ und sein Konkurrent BMW mit dem Slogan „Aus Freude am Fahren“. Dieses Versprechen gilt es einzulösen. Geschieht dies, sind Ihre Kunden zufrieden und empfehlen Sie weiter.

Tipp 6: das eigene Licht nicht unter den Scheffel stellen

Zuvor gilt es jedoch noch, Ihre Markenbotschaft in die Welt hinauszutragen. Zum Beispiel, indem Sie Ihre Webseite für die Suchmaschinen optimieren. Oder mittels Werbebriefen. Oder Presseveröffentlichungen – ähnlich wie dies die Autohersteller Audi und BMW mit ihren Werbespots, Messeauftritten usw. tun. Denn wenn Sie Ihr Licht unter den Scheffel stellen, sieht es niemand. Also kontaktiert Sie auch niemand.


Gast-Autor

Bernhard Kuntz ist Inhaber der (Online-)Marketing-Agentur Die PRofilBerater, Darmstadt. Er ist u.a. Autor der Bildungs- und Beratungsmarketing-Fachbücher „Die Katze im Sack verkaufen – off- und online“ und „Fette Beute für Trainer und Berater“ (www.die-profilberater.de).

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