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HRweb vor Ort | Hybrider tts summit in Linz & schön durchdachte Online-Version

Der tts summit findet komplett hybrid statt: 250 Teilnehmende gesamtund zwei Drittel online, alle anderen vor Ort in Linz. Ich freue mich, diesen Event live mitzuerleben, denn nach Linz verschlägt es mich ohnehin viel zu selten.

 

Event-Eckdaten:

 

 

Ulrich Ude (Geschäftsführer von tts, Foto rechts) führt ins Thema des tts summit ein, er spricht über New Work und die Zukunft der Arbeit, über Corona als Boost und gleichzeitig Hemmschuh hinsichtlich New Work.

Sven Gábor Jánszky (Zukunftsforscher) „Arbeitswelten 2030“

Als Zukunftsforscher ist Sven Gábor Jánsky (Foto rechts, 2. von oben) verwundert, dass wir aufgrund von Corona von einer tollen Digitalisierung sprechen, nur weil wir Zoom, Teams & Co verwenden. Denn vor 18 Jahren war Skype schon vorhanden und praktikabel. Nur weil wir diese Technologie nun endlich breitflächig verwenden … das ist noch nicht der große Sprung – letztendlich sind wir einfach nur sehr spät dran.

Wichtig ist ihm: Zukunftsforscher sind keine optimistisch-idealistischen Vordenker. Sie sind Wissenschafter. Zwischen diesen zwei Ansichten (optimistisch-idealistische und wissenschaftliche Prognose) entsteht ein riesiger Reality Gap. Und die tatsächliche Realität wird irgendwo innerhalb dieses Reality Gaps landen.

Mit rasanter Geschwindigkeit nimmt er uns mit zu Entwicklungen, die er vor 13 Jahren schon für 2020 vorhersagte, erzählt uns beispiel-unterfüttert in wie fern und weshalb die USA und China uns weit voraus sind und wie utopisch/real die (Arbeits-)Welt 2030 aussehen kann / wird.

Ein sehr rasanter und inspirierender Vortrag. Auch wenn ich mir nicht ganz sicher bin, ob ich es mag, dass er mir den Boden unter den Füßen wegzieht. Den Boden, der aus langjähriger Erfahrung und geliebter Mentalität besteht. Denn eigentlich sollte ich nicht aus meinen Erfahrungen heraus agieren, sondern aus der Gewissheit der Möglichkeiten der Zukunft.

Zwei Themen-Schwerpunkte

Dann teilt sich der Kongress thematisch in zwei Schienen: Digital Adoption Solutions inkl. Learning Architects und Digital HR Experts. Jede der beiden Schienen führt uns zu lebhaften Talking-Boxen und Vorträgen / Podiumsdiskussionen. Ich entscheide mich für die – mir näher liegende – Digital HR-Schiene:

Talking Boxen

In einem Saal sind vier hölzerne Boxen aufgestellt, je 6 m², eingerichtet in gemütlicher Wohnzimmer-Atmosphäre. Je zwei Talk-Partner initiieren ein Gespräch (z. B. Employee Experience) mit sehr persönlichen Erfahrungen und laden auch Teilnehmer ein, mitzuplaudern – entweder in Form von hinzugeschalteten Online-Teilnehmenden oder vor-Ort-Besuchern, die  sich auch spontan ins Wohnzimmer dazusetzen können.

Podiumsdiskussion: Inklusives Talentmanagement

Petra Reiner (FRITZ EGGER) und Raimund Lainer (SPAR) laden ein zu einem Perspektivwechsel: Inklusives Talentmanagement wird bei EGGER von der HR-Abteilung aus sehr gut gelebt und geht in alle Mitarbeiter-Ebenen. Wichtig erscheint jedoch, dass sich alle Mitarbeitenden auch angesprochen fühlen. Priorität liegt auch darauf, nicht nur Talente zu sehen, sondern auch Bedürfnisse. Bei SPAR fließen 80% des Budgets in die Mitarbeitenden in den Märkten. Anerkennung und das Gesehen-werden spielt eine immens große Rolle. Er beschreibt auch: wer die Arbeit hat, hat die Bühne. Das bedeutet: jene Mitarbeitenden, die z. B. die PowerPoint-Präsentation ausarbeiten, schreiben ihren eigenen Namen darunter. Die Zeiten, dass der Chef seinen Namen daruntersetzt, ohne einen Anteil an dessen Entstehung gehabt zu haben, müssen vorbei sein.

Online-Version

Online erscheint die Kongress-Location wie ein einladendes Raumschiff mit einem zentralen Raum und klar zu Themen führenden Seitenarmen. Sehr einfach können Teilnehmende zwischen den Themen und den Talk-Boxen wechseln und sind so genauso flexibel wie vor Ort.

Viele hybride Events sind online nur ein magerer Abklatsch der Live-Version. Hier ist es anders und die Online-Version ist so solide aufgesetzt, dass ich mir fast überlege, das nächste Mal rein online teilzunehmen. Abgesehen von dem – immer immens wichtigen – Effekt des Networkens – doch auch hier gibt es eine Online-Alternative: eine Online-Networking-Arena. Für mich haben Live-Events auch immer den klaren Vorteil, dass ich hier den Fokus um ein Vielfaches einfacher am Thema halten kann. Denn online verselbständigt sich meine Aufmerksamkeit leider oft und wandert ab. Hier sind die Online-Teilnehmenden live bei den Vorträgen dabei, nehmen an spontanen Abstimmungen teil – genauso wie die vor-Ort-Teilnehmenden – und können in die Talking-Boxen einsteigen.

Diese unglaublich intuitiv handhabbare Software wurde ganz neu entwickelt. Geplant ist, dass sie auch künftig zum häufigen Einsatz kommen wird. Denn hybride Events werden mit Sicherheit auch in Zukunft von Veranstalter-Seite und – vielleicht mehr noch – von Teilnehmer-Seite gut angenommen werden.

Der riesige Mehrwert von Hybrid-Events ist die völlige Ortsunabhängigkeit. Eh klar“, werden Sie denken. Doch lassen Sie sich das auf der Zunge zergehen: Egal wo dieser Event stattfindet, gleichgültig wo Sie sich befinden: solange Sie die Sprache verstehen, können Sie quasi live dabei sein. Beispielsweise ein genialer Kongress in Barcelona. Oder etwas in San Francisco. Wohin auch immer Sie reinstöbern möchten. Oder eben in den tts summit in Linz.

Fazit zum tts summit

Ein wunderbarer Event in einer Region, die nicht soooo HR-Event-verwöhnt ist. Genossen habe ich die interessanten Gespräche mit Menschen aus diesem spannenden Ballungsraum. Und erstaunlicherweise waren die Teilnehmenden dieses Kongresses nicht zu 95% Personalisten, sondern aus vielen unterschiedlichen Unternehmens-Bereichen, was zu breitgestreuten Gesprächen führte.

Ich danke für einen inhaltsreichen Event und freue mich auf eine Wiederholung!

Fotos © tts
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