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Gendergerechte Schreibweise | Umfrage-Ergebnisse & Infografik

gendergerechte Schreibweise

Auf der Suche nach gendergerechter Schreibweise für unsere Fachartikel führt uns unser Weg zu einer eigenen Umfrage bei unseren Lesern und Leserinnen: Welche gendergerechte Schreibweise eignet sich am besten für Fachartikel? Hier die Ergebnisse, eine Infografik und die Schlüsse die wir daraus für uns ziehen.

 

Einen Streifzug durch allgemeine Medien und Fach-Medien machte klar: sie fahren so unterschiedliche Schienen, dass wir dir freie Wahl haben. Doch eine Fülle an Möglichkeiten bringt die klare Lösung noch nicht auf dem Silbertablett. Sondern es bringt … na eben viele Möglichkeiten. Somit frage ich am allerliebsten jene, die es wirklich betrifft: unsere HRweb-Leserinnen, Leser und alle dazwischen und drumherum.

Wir fragen: Wie sollen wir Fachartikel künftig gender-gerecht schreiben? Wichtig scheint uns in dieser Fragestellung der Fokus auf FACHARTIKEL. Andere Texte mögen anderen Gesetzen folgen, das ist für unsere ganz konkrete Frage irrelevant.

 

Umfrage

Daher schüttelten wir in einer Umfrage 2 kurze, treffende Fragen aus dem Ärmel:

  • Wie wichtig ist Ihnen gender-gerechte Sprache?
  • Welche Version würden Sie in Fachartikeln am liebsten sehen? (Auswahl an vorgegebenen Optionen + individuelle Antwortmöglichkeit)

Ziel

Die Frage, die wir uns vor der Umfrage stellten: wir möchten richtig gendern, sodass es zu HRweb passt und zu HRwebs Leserinnen. Oder aber wir merken, dass wir mit unserem Bestreben der gendergerechten Schreibweise völlig auf dem Holzweg sind, da es so sehr als störend erlebt wird, dass wie lieber die Finger davon lassen. Mal sehen – wir sind gespannt auf die Umfrage-Ergebnisse!

Zielgruppe

Zur Umfrage luden wir HRweb-Leserinnen, Teilnehmende bei den HR Speed Dates, Mitglieder der Facebook-Gruppe HR Austria, posteten in HRwebs eigenen Social Media Accounts, etc. Die Zielgruppe umfasste daher großteils HR-nahe Personen. Denn genau hier sind unsere Leser beheimatet.

Ergebnis

Die Ergebnisse der Umfrage sehen wir gut in der Infografik, genauer gehe ich weiter unten darauf ein:

Infografik: gendergerechte Schreibweise

Einzelergebnisse

1. Wie wichtig ist Ihnen gender-sensible Schreibweise in Fachartikeln?

Wir bitten die Antwortenden Punkte von 1 bis 10 zu vergeben:
1 = bitte nicht gendern, das ist störend
10 = Gendern ist ein MUSS

In der Infografik ist gut ersichtlich, dass es klare Standpunkte gibt: 31 % finden es extrem störend und für 26 % ist Gendern unbedingt erforderlich. Alle Positionen zwischen den Extrempunkten sind deutlich seltener genannt.

2. Welche Versionen würden Sie in Fachartikeln am liebsten sehen?

    • Der klare Spitzenreiter ist der Doppelpunkt „Kund:innen“ mit 19 %. Das freut mich, denn das war auch mein persönlicher heimlicher Favorit.
    • Dicht gefolgt von „abwechselnd männlich und weiblich“ mit 16 %.
    • Mit 14-15% kommen „Kund*innen“, die Doppelnennung beider Geschlechter und 1“Andere Formulierung wo möglich oder männliche Version wenn es nicht möglich ist“ wie zB „Mitarbeitende und Kunden“

Was bedeutet dieses Ergebnis nun für uns?

Diese Umfrage soll uns ja zu einer für HRweb passenden Version einer gendergerechten Schreibweise führen. Nach der Frage 1 könnten wir uns theoretisch gemütlich zurücklehnen und sagen „war wohl nix, die meisten unserer Leser möchten unverändert ungegenderte Beiträge lesen“.

Doch das wäre doch zu einfach. Viel mehr sollte es bedeuten: wenn wir gendern, dann so, dass es die 31% unserer Leserinnen nicht als störend empfinden.

Korrelationen

Ich habe mir angesehen, in wie fern Antwort 1 mit Antwort 2 korreliert. Und es ist erstaunlich:

Die Antworten stimmen für beide Antworter-Gruppen über weite Bereiche überein. Nur ein Detail divergiert stark:

    • Antwortende 1 (ja nicht gendern!): 5% Kund:innen; 30% Kund*innen
    • Antwortende 10 (Gendern ist Muss): 39% Kund:innen; 7% Kund*innen

Woran dieser immense Unterschied liegt? Darüber könnte ich nur spekulieren.

Unsere Lösung für gendergerechte Schreibweise

Somit liegt auf dem Spitzenplatz eine Lösung, die mir bisher nicht so sehr ins Auge gesprungen ist. Doch sie erscheint so bestechend simpel, dass ich mich wundere, weshalb sie uns nicht sofort sonnenklar entgegenstrahlte: zu Beginn eines Beitrags werden beide Versionen genannt (zB „Kundinnen und Kunden“) und danach nur noch abwechselnd, mal die männliche, mal die weibliche Version.

Diese Lösung wählten beispielsweise auch der personlamanager oder personaleum. Und das wirklich überzeugende: die Leserinnen merken es kaum und somit wird es nicht als störend empfunden.

Ja, nach genau dieser Lösung hatten wir gesucht.

Zusätzlich werden wir versuchen, wo immer möglich eine andere Version zu verwenden – wie zB Lesende. Wenn’s passt. Für die Autoren ist bereits ein Skript ausgearbeitet mit Ideen anderer Formulierungen (Menschen, Mitglied, Individuum, Mitarbeitende, Beschäftigte, Vorgesetzte, Fachkräfte, Verantwortliche, Team, Teilnehmende, niemand, alle, etc.) und der generellen Gender-Schreibweise auf HRweb. Nun müssen wir uns nur noch in der Umsetzung daran gewöhnen –  seien Sie nachsichtig mit uns, wir bleiben dran!

Mag. Eva Selan, MSc

Theoretischer Background: MSc in HRM & OE. Praktischer Background: HR in internationalen Konzernen und KMUs in Österreich und den USA. Nach langjähriger Tätigkeit beim Magazin TRAiNiNG als Chefredakteurin wechselte sie das Medium und gründete Ende 2010 das HRweb.

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