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Future of Work WEST 2026 | HR muss beweisen, was es zum Unternehmenserfolg beiträgt

30Sep2026
4 min
Future of Work, FOW West 2026

HR-Know-how aus der Praxis für die Praxis

Inhalt

Anwesenheit ist keine Leistung. KI allein macht noch nicht produktiver. Und der perfekte Lebenslauf verliert an Bedeutung. Beim Future of Work West 2026 wurde deutlich, wie stark sich die Rolle von HR gerade verändert.

Am 22+23sep2026 trafen sich im Tauern Spa Zell am See–Kaprun HR-Entscheidende, Führungskräfte und Expertinnen und Experten. In über 20 Workshops, Keynotes und Panels ging es um Performance und Produktivität, KI, Leadership, Skills und Recruiting.

Über allem stand eine Frage: Was trägt HR konkret dazu bei, dass Unternehmen leistungs- und wettbewerbsfähiger werden?

Event-Bericht

Event-Eckdaten: Future of Work| Veranstalter: LSZ | Kaprun

  • Event-Bericht: 22+23sep2026
  • Save the date: 12+13mai2027 (Schladming)

Schnell arbeiten heißt noch lange nicht produktiv sein

Beim hr-lounge future talk diskutierten Natalie Flatz (Lidl Österreich), Juliane Mostbauer (Zauner Group), Günter Wagner (TIGER Coatings) und Josef „Sepp“ Buttinger (hr-lounge) über die Frage: People First, Performance First oder Produktivität First? Moderiert wurde das Panel von Katarina Roder (ÖBB-Infrastruktur/BPM Österreich).

Natalie Flatz zog dabei eine klare Grenze zwischen Geschwindigkeit und Wirkung. Wer viel oder schnell arbeitet, ist nicht automatisch produktiv. Ihr Beispiel aus der Logistik: Auch der schnellste Kommissionierer bringt wenig, wenn am Ende die falschen Kartons bereitstehen.

Für HR bedeutet das: Reporting allein reicht nicht mehr. Kennzahlen werden erst relevant, wenn daraus Entscheidungen entstehen. Welche Maßnahmen zahlen tatsächlich auf den Unternehmenserfolg ein? Wo werden Ressourcen gebunden, ohne entsprechende Wirkung zu erzielen?

Auch bei High Performern wird diese Frage relevant. Gute Zahlen dürfen problematisches Verhalten nicht ausgleichen. Was kurzfristig nach starker individueller Performance aussieht, kann langfristig die Leistung eines Teams beeinträchtigen. Günter Wagner brachte es auf eine einfache Formel: „Klarheit vor Harmonie.“

Future of Work, FOW West 2026, LSZ
Future of Work, FOW West 2026, LSZ

Anwesenheit ist noch kein Leistungsnachweis

Auch alte Vorstellungen von Leistung wurden hinterfragt. Gerade in projektorientierten Organisationen ist persönlicher Austausch wichtig. Daraus entsteht allerdings schnell der Eindruck: Wer häufiger im Büro gesehen wird, leistet mehr.

Die Alternative ist nicht weniger Leistungskontrolle, sondern eine andere: weg von Anwesenheit, hin zu Ergebnissen. Ziele und Verantwortung müssen klar genug sein, damit Leistung unabhängig vom Arbeitsort beurteilt werden kann.

Damit wird auch Führung anspruchsvoller. Vertrauen und Flexibilität bleiben wichtig – gleichzeitig müssen Führungskräfte Erwartungen formulieren, Leistung ansprechen und Entscheidungen treffen.

KI ist noch kein Produktivitätswunder

Kaum ein Thema beschäftigte den Kongress so intensiv wie Künstliche Intelligenz. Doch auch hier zeigte sich: Der Zugang zu KI-Tools allein verändert noch wenig.

Katja Mlecka von der Asfinag beschäftigte sich mit konkreten KI-Use-Cases, Upskilling und neuen Rollenbildern. Lidl Österreich setzt auf ein KI-Champions-Programm, bei dem Mitarbeitende bewusst Zeit erhalten, neue Anwendungen auszuprobieren.

Der entscheidende Punkt: KI wird erst dann zum Produktivitätshebel, wenn Unternehmen auch ihre Prozesse verändern. Mitarbeitende brauchen Kompetenzen und Freiräume zum Experimentieren – Unternehmen den Mut, Arbeit tatsächlich neu zu organisieren.

Future of Work, FOW West 2026, LSZ
Future of Work, FOW West 2026, LSZ

Der perfekte Lebenslauf verliert an Bedeutung

Auch im Recruiting verschieben sich die Maßstäbe. Statt nur danach zu fragen, welchen Job jemand bereits gemacht hat, wird wichtiger, welche Fähigkeiten ein Mensch mitbringt – und was er lernen kann.

Wie weit dieser Ansatz gehen kann, zeigte Tina Dobler von der Lebenshilfe Salzburg. In den Kernarbeitsbereichen sind mittlerweile rund 65 Prozent der Neueinstellungen Quereinsteiger. Ihr Recruitingansatz: „Wir suchen Leute, die wollen.“

Qualifikation wird damit nicht unwichtig. Die entscheidende Frage lautet vielmehr: Was muss jemand am ersten Arbeitstag können – und was können wir ihm beibringen? Die Lebenshilfe setzt dafür auf stufenweise Qualifizierung und interne Weiterbildung.

Einen persönlichen Blick auf berufliche Veränderung brachte Verena Titze ein. In ihrer Keynote „Burnt.Out“ sprach sie über Zusammenbruch, Neuorientierung und ihren Weg in ein neues berufliches Leben. Ihre Geschichte zeigte: Lebensläufe verlaufen nicht immer geradlinig. Entscheidend ist, welche Erfahrungen und Fähigkeiten Menschen mitbringen.

HR wird an Wirkung gemessen

Die zentrale Botschaft der Future of Work West war damit klar: HR kann sich nicht mehr allein darauf berufen, für die Menschen im Unternehmen zuständig zu sein. Es muss zeigen, welche Wirkung Personalarbeit entfaltet.

Das bedeutet nicht „Performance statt People“. Vielmehr geht es darum, beides zusammenzubringen. Unternehmen brauchen Menschen, die Leistung erbringen können. Dafür braucht es gute Führung, die richtigen Skills, eine funktionierende Kultur und Technologien, die Arbeit tatsächlich erleichtern.

Genau hier verschiebt sich die Rolle von HR: vom Verwalter zum Mitgestalter des Unternehmenserfolgs.

In mehr als 20 Workshops wurden Erfahrungen geteilt und konkrete Lösungsansätze diskutiert. Beim gemeinsamen Hüttenabend in der Baumbar blieb zudem viel Raum, um Gespräche zu vertiefen und neue Kontakte zu knüpfen.

Die FUTURE OF WORK WEST 2026 zeigte damit: Die Zukunft von HR entscheidet sich nicht daran, wie viele neue Initiativen gestartet werden. Sondern daran, ob sie etwas verändern.

Fotos: © LSZ

Future of Work WEST 2026 | HR muss beweisen, was es zum Unternehmenserfolg beiträgt

Save the Date: FUTURE OF WORK 2027

Am 12+13mai2027 zieht die FUTURE OF WORK erstmals ins Congress Schladming.

Im Mittelpunkt stehen KI und Skills, Performance, Führung und die strategische Rolle von HR. Die traditionelle Future of Work Party findet in der Tenne Schladming statt.

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