Der HR Inside Trendreport 2026 ist da: ein Konglomerat aus aktuellen Studien, wissenschaftlichen Arbeiten, einer Umfrage und alles unter der Leitung von Franz Kühmayer.
Der Report ist keine Prognose-Liste, kein Zukunftsorakel, sondern ist eine Bestandsaufnahme. Und sie zeigt: HR ist längst am Spielfeld. Doch aber das Spiel wird schneller, komplexer und fordernder.
Hier habe ich meine Highlights und Überraschungsmomente herausgearbeitet.
HR Inside Trendreport 2026
Grundlage des Trendreports sind
- Aktuelle Studien
- Wissenschaftliche Publikationen
- Online-Umfrage (4.500 Personalverantwortliche)
- Ein Think Tank Workshop mit 30 Expertinnen und Experten erarbeitete die 5 zentralen Thesen
- Studien-Leiter Franz Kühmayer, Herausgeberin Victoria Schmid
Der Report zum Download: www.hrsummit.at/trend-report
Grafiken durck anklicken VERGRÖSSERN
Wie blicken HR-Profis ins Jahr 2026? Die Antwort ist ernüchternd.
Gleich zu Beginn des Reports wird gefragt: „Wie optimistisch blicken Sie auf das HR-Jahr 2026?“
Die Grafik zeigt deutlich:
- 49 % der Befragten schauen (eher) zuversichtlich ins neue Jahr
- 16 % sind eher bis sehr pessimistisch Jahr
- Der Rest (35 %) bleibt neutral
Aber: die Antwort auf die Frage nach der Situation konkret im eigenen Unternehmen „Wie schätzen Sie die aktuelle HR-Situation in Ihrem Unternehmen ein?“ sieht weniger rosig aus:
- 23 %: eher bis sehr stabil
- 70 %: eher bis sehr herausfordernd
- 8 %: neutral (ja, ich weiß, das ergibt 101 %)
Das heißt: grundsätzlich ist die Stimmung durch Zuversicht geprägt, Optimismus macht sich breit. Doch wenn die Personalverantwortlichen auf das eigene Unternehmen blicken, ist die konkrete Situation schon herausfordernd. Das mag daran liegen, dass Zuversicht und Herausforderung sehr wohl einhergehen können oder daran, dass genereller Optimismus abflacht, wenn man die eigene Situation betrachtet.
Parallel beschreibt der Report die Realität als „eine Welt im Zustand permanenter Metamorphose“, in der „Stabilität […] nicht mehr der Normalfall, sondern die Ausnahme“ sei.
Transformation: Das Klima – nicht das Gewitter
Transformation ist nicht mehr episodisch, sondern eine Grundbedingung. Das zentrale Bild:
„Die Veränderungen, die auf Wirtschaft, Gesellschaft und Unternehmen einwirken, sind kein Gewitter mehr, das vorüberzieht und nach dem wieder die Sonne scheint – sie sind vielmehr das Klima selbst.“
Klartext: Unternehmen, die Wandel als Projekt betrachten, sind strukturell im Nachteil. Und dennoch haben nur 7 % der Unternehmen kontinuierliche Transformation tatsächlich in ihre DNA integriert. Die Mehrheit bleibt im Modus „abgegrenztes Projekt“, obwohl 59 % aktuell mehrere tiefgreifende Transformationen gleichzeitig durchlaufen.
Der Trendreport sagt „Transformation scheitert selten am Denken, sondern am Dranbleiben.“ Und dieses Scheitern zeigt die Grafik gut:
70% der Transformationen verfehlen ihre Ziele. Der Grund liegt sowohl in fehlender Unterstützung als auch in fehlenden Kompetenzen hinsichtlich Transformationen. Und das sowohl aus Sicht der Mitarbeitenden als auch des mittleren Managements.
Verantwortlichkeiten
Wenn wir uns ansehen, wie hoch der Einfluss von HR tatsächlich bei Transformationen ist, so zeigt sich folgendes Bild:
Daraus schließe ich, dass HR sehr wohl als wertvoller Inputgeber in Transformations-Fragen wahrgenommen wird. Doch entscheidender Umsetzer in führender Rolle ist HR nicht.
Oder anders ausgedrückt: selbst wenn HR nicht in der Führungsrolle in der Transformation ist, so zeigt sich doch die strategische Kompetenz und der einhergehende Einfluss im Unternehmen.
Die Lernkurve wird zur Überlebensfrage … und immer steiler
Der Trendreport formuliert einen der wichtigsten Sätze: „Hatten Kernkompetenzen einst eine Halbwertszeit von vier bis sechs Jahren, so verändern und wandeln sich diese Fähigkeiten inzwischen bereits innerhalb von zwölf bis achtzehn Monaten.“
Das ist eine der stärksten Zahlen im gesamten Report und eine direkte Herausforderung an jedes Lernsystem. Weiterbildung darf keine Nebenerscheinung mehr sein, sondern wird laut Report zur „betrieblichen Grundversorgung“.
Vor diesem Hintergrund wirkt folgende Grafik paradox:
Selbst wenn es nicht um Beförderung geht, so frage ich mich: wie weit sind wir von den notwendigen Skills entfernt, um den aktuellen Job fundiert ausüben zu können? Der Report schreibt „Die Halbwertszeit von Wissen sinkt so rapide, dass die Distanz zwischen Wissenserwerb und Anwendung gegen Null tendieren muss. Was gelernt wird, muss sofort wirksam sein – andernfalls verliert es seinen Wert.“
Die klassische Vorratsbildung hat ausgedient: „Wenn sich Anforderungen schneller verändern, als Qualifizierungsprogramme greifen, wird Lernen auf Vorrat zur Fehlinvestition.“
KI: Agenten übernehmen – HR muss gestalten
Künstliche Intelligenz ist im Report mehr als ein Tool: sie ist ein Umbruch. Der Begriff „Agentic AI“ beschreibt autonome Systeme, die Aufgaben nicht nur unterstützen, sondern aktiv übernehmen. In der Grafik wird der Reifegrad dieser Systeme im HR-Kontext dargestellt: vom reinen Vorschlag bis hin zur selbststeuernden Strategie.
Eine klare Aussage im Trendreport: „80 % der HR-Führungskräfte [gehen davon aus], dass Mensch und Maschine spätestens 2027 als integrierte Teams zusammenarbeiten.“
Wie aber passen diese Zahlen zu den Aussagen, dass HR eindeutig noch nicht auf diesen Schritt vorbereitet ist?
- 42 % der HR-Verantwortlichen sind überzeugt, dass ihre Systeme & Prozesse ungeeignet sind, um ihre Strategie umzusetzen
- 61 % sehen bisher kaum KI-Einsatz in ihren HR-Prozessen
- 63 % führen sind nicht bereit, die digitale Transformation anzuführen
Der Trendreport spezifiziert „Eine Vielzahl von Quellen legen nahe, dass aktuelle Systeme noch zu langsam und manuell geprägt sind. So zeigt eine Studie, dass 82 % der HR-Experten derzeit mehr als 30 Minuten benötigen, um ein einzelnes Mitarbeiterdokument (wie etwa ein Zeugnis oder einen Vertrag) zu erstellen.“
Führung: Orientierung statt Kontrolle
Führung spielt im Trendreport eine zentrale Rolle. Gefordert ist vor allem die Fähigkeit, „mit Unsicherheit, Ambiguität und Widerstand“ souverän umzugehen.
Führung muss auch gelingen, wenn Transformation nicht nur formal, sondern auch kulturell und menschlich Wirkung entfalten soll. Dabei ist nicht Kontrolle gefragt, sondern Klarheit. Und der bewusste Umgang mit Unsicherheit. Führungskräfte werden aufgefordert, sich weg von der Rolle stabilitätsversprechender Steuerer hin zur Ermöglichung von Selbstorganisation zu bewegen.
Diese Rollenveränderung verlangt nicht nur neue Fähigkeiten, sondern auch neue Haltung. Sie trifft auf eine Realität, in der die Belastung für Führung ebenso spürbar ist wie für Mitarbeitende. Der Trendreport spricht mehrfach von einer Überforderung im System: wenn etwa Lernstress oder Transformations-Fatigue zur organisationalen Realität werden.
Fazit: HR muss nicht schneller werden, aber bewusster
Was bleibt nach der Lektüre des Trendreports?
- Die Halbwertszeit von Wissen liegt bei 12–18 Monaten
- 70 % der HR-Leitenden erwarten ein herausforderndes Jahr in ihrem Unternehmen
- Nur 2 % sehen HR als treibende Kraft der Transformation
- 80 % erwarten bald fix gemischte Teams aus Mensch und KI
- HR wird zur „Grundversorgerin für Lernfähigkeit“
Der Report zeigt: Die Karten sind gemischt und HR sitzt nicht mehr auf der Zuschauerbank. Aber: Wer gestalten will, muss aktiv sein. Nicht unbedingt laut, doch auf jeden Fall selbstbewusst, klar und mit Substanz.
Downloadet euch den Report direkt hier: www.hrsummit.at/trend-report
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