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Phantastische HR-Ausbildungen: Luftschlösser

Rein ins Blaue gesponnen: Wenn Sie – werte HRweb-Leser – die Möglichkeit hätten, spontan eine HR-Ausbildung / HR-Kongress aus dem Ärmel schütteln zu dürfen (unabhängig jeglicher Einschränkungen) – wie würde diese(r) aussehen wenn Sie an der Veranstaltung persönlich teilnehmen dürften? Lassen Sie Ihrer Phantasie freien Lauf! Was fällt Ihnen ein zu Inhalte, Dauer, Zielgruppe, Rahmenbedingungen & Rahmenprogramm, Örtlichkeit, etc.?

Mit dieser Frage, die auf die in den blauen Himmel hinein Luftschlösser bauen lässt und innovative Ideen zulässt, wandte ich mich an Anbieter von HR-Ausbildungen und HR-Kongressen.

Mag. Beate Huber (FHWien):

Ins Blaue gesponnen: Wenn es alle Möglichkeiten ohne Einschränkungen gäbe, dann würden wir gerne die Zusammenarbeit mit den Arbeitgebern unserer Studierenden vertiefen bzw. die Unternehmen stärker in die Ausbildung miteinbeziehen. Ziel dabei sollte der verstärkte Lerntransfer aus dem Studium in die konkrete Arbeitsstelle sein bzw. eine noch stärkere Berücksichtigung der Anforderungen der Unternehmen an Funktionen im HR in das Studium. Damit könnten die Studierenden wie auch die Arbeitgeber den Nutzen aus dem berufsbegleitenden Studium erhöhen.

Welche Gründe bewogen Sie gerade zu diesem Szenario? Ein berufsbegleitendes Studium stellt sowohl für die Studierenden als auch an ihre Arbeitgeber eine Herausforderung dar. Diese sollte daher möglichst nutzenstiftend für beide Seiten gestaltet sein.

Bieten Sie diese Ausbildung bereits an? Unser Bachelor-Studiengang Personalmanagement wie auch unser Master-Studiengang Organisations- und Personalentwicklung sind bereits sehr gut geplante und durchgeführte Ausbildungen, die neben einer wissenschaftliche fundierten Basis auch viele Bezüge zur Praxis haben. Das sind zum einen sehr viele Lehrende aus der Praxis, zum anderen aber natürlich auch die Erfahrungen, welche unsere berufsbegleitend Studierenden aus ihrer professionellen Sicht mitbringen.

Mag. Armand Kaáli-Nagy (ÖPWZ):

 

Ins Blaue gesponnen: Eine ideale HR-Ausbildung ist die Kombination aus vielen Einzelteilen: HR-Experten aus unterschiedlichen Branchen bringen HR-Wissen und den Praxisbezug ein, Professoren steuern ein Quäntchen an wissenschaftlichem Know-how bei. Ein modularer Aufbau einer Ausbildung schafft einen Vorteil im Praxistransfer: Fragen, die in der Umsetzung auftauchen, können wieder mit in die Ausbildung genommen und dort diskutieren werden. Mit klaren Lösungen geht man dann ins Unternehmen zurück. Weiters bedeutend, sind die Teilnehmer selbst mit ihrer unterschiedlichen Vorausbildung, Erfahrung und Unternehmenskultur. Umso bunter, desto bereichernder sind die Diskussionen und der Mehrwert für jeden einzelnen. Neben fundiertem Know-how-Transfer ist ein weiteres Ziel, die Teilnehmer beim Aufbau ihres Netzwerks zu unterstützen. Das erleichtert ihnen später ihre Arbeit, da sie leichter zu verlässlichen Informationen kommen und sich wahrscheinlich so manche Beraterkosten ersparen können.

Gründe: Oft sehe ich Angebote, die suggerieren, dass man in wenigen Stunden zum Profi in einem Fachgebiet wird. Da wird viel versprochen, aber zahlreiche notwendige Details bleiben auf der Strecke. Dieses Halbwissen ist gefährlich: Es macht im Nachhinein, bei der Fehlerkorrektur, viel Arbeit und kostet Geld. Als Beispiel: Jedes falsch implementierte HR-Tool, z.B. ein Mitarbeitergespräch, schadet nicht nur dem Ruf der HR-Abteilung intern, es verhindert auch einen guten Neustart und wirkungsvolle HR-Arbeit.

Finden sich diese Parameter in Ihrer Ausbildung bereits wider? Ja! Unter diesen Gesichtspunkten konzipiere ich die HR-Ausbildungen des ÖPWZ und freue mich, dass ich sie auch so umsetzen kann.

Mag. Peter Baumgartner (ARS):

Ins Blaue gesponnen: Ich würde 10 – 15 Tage organisieren (in 4-5 geblockten Modulen), die die Teilnehmer bei der Entwicklung ihrer fachlich/methodischen und auch ihrer persönlichen Kompetenzen unterstützen. Dabei werden den Teilnehmern ALLE relevanten Hauptthemen eines modernen Human Resource Managements vermittelt inkl. Transfer in die betriebliche Praxis. Die Teilnehmer sind am Ende der Ausbildung in der Lage, die Hauptprozesse des Human Resource Managements nicht nur selbst anzuwenden, sondern auch in ihrem betrieblichen Umfeld aktiv gestaltend einzugreifen.

Gründe: Human Resource Management ist in vielen Unternehmen in den letzten Jahren verstärkt zu einer zentralen Funktion geworden, von der die Unternehmensleitung einen konstruktiv mitgestaltenden Beitrag zum gesamten Unternehmensgeschehen erwartet. Dabei muss man also nicht nur wissen WAS man neu gestalten will, sondern vor allem auch WIE man im betrieblichen Alltag diese Veränderungen und konzeptionellen Erneuerungen umsetzen kann.

Ist das bereits Realität? Ja, ein kompaktes 13-tägiges Ausbildungsprogramm trägt diesem Ansatz Rechnung

Dr. Valerie Höllinger (bfi Wien):

Ins Blaue gesponnen: Beginnen wir ruhig mit den Basics: und zwar mit den „soliden“ Kenntnissen über den gesamten HR-Bereich – vom Recruiting über Personalentwicklung, -marketing bis Personalcontrolling, und das in Modulen, wie es das bfi Wien mit der brandneuen Ausbildung Personalmanagement mit staatlich anerkanntem Zertifikat anbietet. Auf den Mix aus Hard- und Softfacts kommt es an. Dazu gehören auch der Umgang mit Konflikten bis zur Wirtschaftsmediation genauso wie Organisationspsychologie. Natürlich ist darüber hinaus „lebenslänglich“ Weiterentwicklung der HR-Manager gefragt, s.u.!

Warum? Personalmanagement muss immer als ganzheitliche Aufgabe betrachtet werden!

Bieten Sie diese Ausbildung bereits an? Ja: Ausbildung Personalmanagement

Romy Faisst (Business Circle):

Ins Blaue gesponnen: Genauso wie wir unsere Ausbildungen bereits anbieten: Z.B. die PoP – Power of People, das Jahresforum für die österreichische Personalwirtschaft ist zu 100% ohne jegliche Einschränkungen konzipiert und umgesetzt. Fachlich erstklassig, trendig im Format, die besten Speaker vom Experten bis zum Querdenker, ein Feuerwerk an unterschiedlichen Formaten – perfekter Rahmen für Erfahrungsaustausch und Get-together.

Gründe: Weil für unsere Kunden nur das Allerbeste gut genug ist und deshalb gibt es keine Einschränkungen.

Mag. Dr. Christa Walenta (FFH):

Ins Blaue gesponnen: Ausbildungskonzepte müssen zunehmend so ausgelegt werden, dass sie neben einer Berufstätigkeit absolvierbar sind. Will man gute Leute, die mit beiden Beinen im Job stehen, zur Teilnahme für HR- Aus- und Weiterbildungen gewinnen, dann geht das am besten über ein Angebot bei dem möglichst wenig physische Anwesenheit an einem bestimmten Ort notwendig ist. Da ist der Einsatz zeitgemäßer Medien gefragt. Die Virtualisierung der Kommunikation in Unternehmen erfordert einen gezielten Kompetenzaufbau bei HR-Verantwortlichen. Denken sie etwa an die unternehmensinterne Ankündigung einer neuen HR-Maßnahme oder eines Veränderungsprojekts: Ein e-mail ist schnell einmal an die ganze Belegschaft verschickt – wie es bei den Empfängern ankommt, welche Fragen sich dort auftun und welche Reaktionen ausgelöst werden, will aber wohlüberlegt sein. Hier ist neben strategischem Denken auch Medienkompetenz und psychologisches Wissen und unabdingbar.

Gründe: Meine Erfahrungen mit den Erwartungen und Wünschen weiterbildungswilliger berufstätiger Studierender. Viele, die bereits im HR-Bereich arbeiten, die Führungsverantwortung haben oder einen berufliche Veränderung planen, wollen sich fundiertes und aktuelles Wissen holen um sich beruflich zu entwickeln. Das können sie aber nur tun, wenn sich Aus- und Weiterbildungen mit ihrem beruflichen und privaten Leben gut vereinbaren lassen.

Finden sich diese Parameter in Ihrer Ausbildung bereits wider? Ja!

 

Fazit

Mein Fazit ist zwiegespalten:

  • Entweder: glücklicher Weise ersponnen die meisten Anbieter bereits in der Vergangenheit ihre Ideal-Ausbildung und setzten sie bis ins Detail um
  • Oder: Schade, dass diese Luftschloss-Runde keine wirklich innovativen, verrückten oder auch unerwartete Ideen hervorbrachte.

Meine Frage an Sie – liebe HRweb-Leser – war ernst gemeint: wie würde Ihre ideale Ausbildung aussehen? Ich freue mich auf zahlreiches Feedback!


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Die Gesprächspartner

Mag. Armand Kaáli-Nagy

Generalsekretär Forum Personal

ÖPWZ – Österreichisches Produktivitäts- und Wirtschaftlichkeits-Zentrum

www.opwz.com

Unternehmens-Profil | ÖPWZ


Romy Faisst

Gründerin & Partnerin

Business Circle

www.businesscircle.at

Unternehmens-Profil | Business Circle


Mag. Peter Baumgartner

Geschäftsführer

ARS – Akademie für Recht, Steuern & Wirtschaft

www.ars.at

Unternehmens-Profil | ARS


Univ.-Doz. Dr. Ralph Sichler

Fachbereichsleiter

FH Wr. Neustadt

www.fhwn.ac.at

Unternehmens-Profil | FH Wr. Neustadt


Mag. Beate Huber
Leiterin Institut für Personal und Organisation / Kompetenzzentrum e-learning

FHWien – Studiengänge der WKW

www.fh-wien.ac.at


Mag. Dr. Christa Walenta
Studiengangsleiterin

FFH Gesellschaft zur Erhaltung und Durchführung von Fachhochschul-Studiengängen mbH

www.fernFH.at


Dr. Valerie Höllinger

bfi Wien


Interview durchgeführt von

Autor Selan Eva

Mag. Eva Selan, MSc

Geschäftsführerin

HRweb

Eva.Selan@HRweb.at

www.HRweb.at

Autoren-Profil | Eva Selan


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Ein Kommentar

  1. Ruth Berghofer am

    Also jede/r AnbieterIn hat bereits die perfekte Ausbildung und niemand muss mehr dazulernen, sich selbst reflektieren oder gar etwas verändern. Meine Meinung: Als Ausbildungsanbieter sind wir in erster Linie Modell für das Konzept „Lernen und Weiterentwickeln“. Der felsenfeste Glaube, dass man selbst perfekt und im Besitz alles Wissens ist, ist nicht nur falsch, sondern wirkt wohl wenig motivierend oder inspirierend für TeilnehmerInnen. Das Spannende ist doch, bei und mit jedem einzelnen Ausbildungslehrgang einen neuen Weg zu gehen, innovative Ideen auszuprobieren, an manchen zu scheitern und andere erfolgreich umzusetzen. Und aus allem einen großen Erfahrungsbenefit mitzunehmen.

    Fazit: In (HR)Ausbildungen sollte auch die Fähigkeit der Selbstreflexion und und der Wille gestärkt werden, sich weiter zu entwickeln. Doch das können nur Menschen anbieten, die selbst dazu in der Lage sind, diese Kompetenzen zu leben.

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