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Social-Media-Netzwerke sind das Kapital der Zukunft | Veranstaltungs-Bericht

Veranstaltungs-Bericht

Seminar „Social Media für Personaler“, Business Circle, 21nov2013, Wien

Ist „Social Media“ ein Thema das in der HR-Abteilung angesiedelt sein soll? Ja. Welche Social Media Kanäle sind relevant? Jene in denen sich Ihre Zielgruppe herumtreibt. Wie viel Aufwand kommt auf das Unternehmen zu wenn es sich in Social Media involviert? Viel. Welche Schritte sollten gesetzt werden? Besuchen Sie ein Seminar, das sich „Social Media für Personaler“ nennt. Ja, das meine ich ernst. Ich war für Sie dabei:

 

Eine der ersten Folien zeigt: Monster.com startete (in den USA) bereits 1999. Lassen Sie sich das auf der Zunge zergehen: neuzehnneunundneunzig! Wo stand das Internet damals? Ok, dieser Gedanke richtet sich ausschließlich an jene, die damals bereits alt genug waren, um selbständig zu denken, all die Digital Natives können sich ein Leben ohne www ohnehin kaum vorstellen. Zurück: wo stand das Internet damals und v.a. wer nutze es schon? Und wer nutzte es zielführend? Die breite Masse keineswegs. Ich schnitzte damals meine erste eigene ganz private Webpage. Email wurde breit genutzt. Es gab bereits viel Information zu finden. Aber eine Jobsuche übers Internet? DAS erscheint zum damaligen Zeitpunkt doch sehr innovativ! Das war Teil der frühen Internet-Schritte.

Being Social als Game-Changer

Mag. Anneliese Breitner, PhD, AnneBreitner Consulting

breitnerAnneliese Breitner fokussiert in ihrem Vortrag strukturelle Änderungen, das Erkennen des Handlungsbedarfs und was HR konkret beitragen & Kompetenz aufbauen kann.

„Social“ lässt sich lt. Breitner reduzieren auf: Netzwerke aufbauen, Suche und Mobilität. Wie sieht das nun in Ihrem Unternehmen aus? Wie erkennen Sie Ihren Handlungsbedarf:

  • Wie & wo vernetzen sich Ihre Mitarbeiter, Kunden, Lieferanten?
  • Wie lange dauert es, die richtigen Ansprechpartner oder Dokumente zu finden?
  • Wie viele Mitarbeiter haben Sie, wie mobil sind sie, wie mobil können/sollen sie sein? Örtlich, technische Möglichkeit.

Die Unternehmens-Kultur ändert sich, Mobilität verstärkt sich, Kommunikation wird neue Wege finden, der Zugriff auf Dokumente & Personen muss sich daran anpassen. Und es geht weit über die unternehmens-interne Kultur hinaus. Branding – was empfindet der Mitarbeiter, was empfindet der Kunde, was empfindet der Kunde hinsichtlich Unternehmen, Produkt, Gesamtpaket. Idealer Weise erzählen Kunden & Mitarbeiter das ihren Freunden, Bekannten, etc – persönlich und (mit viel größerer Reichweite) über Social Media. Darum geht es. Die Art des Spiels ändert sich. Being Social als Game-Changer.

Ergo: was bedeutet das für HR? Das bedeutet Auswirkungen auf eine große Breite der HR-Arbeit: Recruiting & Onboarding, Unternehmenskultur, Employer Branding, Mitarbeiter-Bindung, etc etc etc.

Digital Recruting Ökosystem

Michael Rajiv Shah, networkfinder.cc

shahMichael Shah ist Spezialist für Xing und Linkedin und spricht von einem Zielkonflikt: Miterbeitern haben einen Grund auf Xing zu sein. Meist ein persönliches Ziel. Das ist nicht das des Arbeitgebers. Sie sind – oft – auch auf Xing, um sich für ihren nächsten Arbeitgeber zu präsentieren.

Arbeitgeber setzen auf hippe Netzwerke wie watchado und kununu. Die Mitarbeiter aber sind auf Xing und LinkedIn. Es ist für Unternehmen daher mehr als ratsam, den traditionellen Netzwerken mehr Aufmerksamkeit zu schenken.

Michael Shah lässt seine vorbereitete Präsentation beiseite und improvisiert, er erklärt wie die Mitarbeiter – die eigentlich aus individuellen Gründen („Eigennutz“ klingt nicht ausreichend konstruktiv) auf Xing sind – eine Einheit mit dem Unternehmen bilden können und letztlich auch möchten. Zahlreiche praktische Tipps, Vor- und Nachteile von Xing und LinkedIn, worauf sollte Wert gelegt werden, Zielführendes, praktische Beispiele.

Hier gleich ganz praktisch zum Nachbauen:
➜ in 5 Schritten zu Ihrem Profilportfolio
➜ in 7 Schritten zum Erfolg mit Ihrem LinkedIn & XING Unternehmensprofil

Praxisbericht: Social Media Recruiting @ T-Mobile

Mag. Lisa-Marie Kanz, T-Mobile Austria

kanzGrundlegende Überlegungen vor dem Social-Media-Eintritt waren: Was macht der Mitbewerb? Wie kann T-Mobile einen Mehrwert für Kunden schaffen? Welche Zielgruppen möchte T-Mobile ansprechen? Auf welchen Plattformen sind diese zu finden? Was könnte T-Mobile den Zielgruppen erzählen, welche Inhalte sind verfügbar?

Next Step: interne Abstimmung, Risiko-Sensibilität (was tun bei negativen Meldungen), Profile verknüpfen & ein stimmiges gesamtes Bild erzeugen.

Eine konkrete Kosten-Nutzen-Rechnung kann nach wie vor nicht erhoben werden.

Idealer Weise existiert eine Personm die die Zeit ausschließlich für Social Media verfügbar hat. Das ist jedoch auch bei T-Mobile nicht der Fall. Lisa-Marie Kanz macht es zusätzlich zu ihrem Recruiter-Job. Um den Areitsaufwand zu splitten wurde ein Redaktions-Team erstellt. Dieses ist verantwortlich für aktuellen Kontent, Antworten auf Postings, etc.

Die Erfolgsfaktoren für den Social-Media-Auftritt bei T-Mobile sind

  • Kompetenzen & Know How aufbauen
  • Entscheidungsspielraum definieren & Vertrauen aufbauen
  • Guidilines für Redakteure & Mitarbeiter
  • Mehrwert für Unternehmen & User schaffen
  • Aktualität & Interaktion
  • Mut zeigen
  • offene Unternehmenskultur

Praxisbericht: Allianz Elementar Versicherungs-AG

Michael Bilina, Allianz Elementar

bilinaMichael Bilina erzählt, warum es Background Checks neuer Bewerber in Social Media bei ihm nicht gibt. Für ihn ist das Kaffeesud lesen. Dennoch ist Social Media für ihn ein hoch-aktuelles Thema. Die Allianz Elementar führt eine der erfolgreichsten Karriere-Webpages & Facebook-Auftritte.

Die Webpage bildet das Zentrum, hier gibt es alle Information und das CD kann eingehalten werden. Die Social-Media-Kanäle bedienen Detailmärkte und haben ihre eigenen Regeln. Dort will Bilina ein Erlebnis bieten. Er möchte die Bewerber besser kennenlernen, sie verstehen.

Facebook ist für ihn eine extrem wichtige Plattform, doch die konkrete Anzahl an Fans ist für ihn nicht relevant – wobei er zugibt, dass 200 Fans für ihn keinen Sinn ergeben würde. Derzeit liegt die Facebook-Karriereseite bei rund 5ooo Fans.

Next Generation HR

Mag. Michael Gattereder, digitalwerk.at

gatterederMichael Gattereder liefert den Einstieg in den Seminar-Tag, führt durch das Programm und bidlet den Abschluss: Die Zukunft ist mobil. Wer Webpges konzipiert, sollte sie unbedingt auch in einem responsiv-Format erstellen (lassen), d.h. sowohl für PC als auch für Tablet und Smart Phone optimieren.

Fazit

Eine gaaaanz lange To-Do-Liste hat sich ganz nebenbei für mich generiert. Danke, es waren viele interessante Inputs, 2 Workshops die ich oben unerwähnt ließ da sie sehr praxisbezogen waren aber nicht allgemeingültig erwähnenswerte Inhalte lieferten, sehr sympatische & hochmotivierte Teilnehmer, Referenten die auch beim Mittagessen zahlreiche Tipps parat hatten und Inhalte, die die Social Media in einem schönen Rundumpaket abdeckten.

Alles in allem ein spannender Tag!


Veranstaltungs-Tipp:

Dieses Seminar findet das nächste Mal im april2014 statt:

  • Event: Social Media für Personaler, Effizienter Einsatz richtiger Social Media Kanäle im Personalmarketing
  • Datum: 24april2014
  • Ort: Wien
  • Kosten: € 699,-
  • Veranstalter: Business Circle
  • Anmeldungen: AnmeldungsLink
  • Link zum Event auf der www des Veranstalters: EventLink
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4 Kommentrare

  1. Michael Rajiv SHAH am

    Guten Morgen Eva, Danke für die gute Zusammenfassung. Zu meinem „Freestyle“ Part scheine ich einen Aspekt nicht ausreichend transportiert zu haben.

    XINGedIN sind deswegen so wichtig, weil dort der Mitarbeiterbestand auf dem Serviertablett der Recruiterarmaden liegen. Sprich während Unternehenseigene HRler/Recruiter sich bei XINGedIN um neue MitarbeiterInnen bemühen und teure Employer Branding Kampagnen kreieren, bleibt der Bestand der blinde Unternehmensfleck.

    http://bit.ly/3-Schritte-zur-Personaler-Achillesferse

    Grüsse
    der MiSha

  2. Catrin Trajkovski am

    Und ich bin sicher du wirst alles bald auf HRweb.at umsetzen 😉

  3. Eva SELAN am

    Hallo MiSha,
    danke nochmal für den spannenden Ausflug in die Xing- & LinkedIn-Welt!

    Um diesen Seminar-Bericht nicht ins unendliche ausufern zu lassen, muss ich inhaltlich Abstriche machen. Meine originale Mitschrift / Gedankensammlung beinhaltete für deinen Vortrag bspw:
    „Im War for Talents kümmern sich die Unternehmen v.a. um die Neuaufnahme von Mitarbeitern, aber nicht um die bestehende Mannschaft. Wenn Sie es nicht tun, wird Ihnen das bald Ihr Mitbewerb abnehmen. Xing liefert die perfekte Voraussetzung, um Cherry-Picking zu betreiben.“

    Ich sitz bei diesen Veranstaltungen ganz unschuldig im Publikum, lausche phasziniert oder lasse den Blick geistesabwesend abschweifen, oft fliegen meine Finger über die Tastatur, dann wird das iPhone gezückt um Fotos einzufangen, wieder huschen die Finger, … und gegen Tagesende wird der entstandene Bericht entschlackt, leider müssen auch MiSha-Inhalte dran glauben, krumme Sätze werden eingenordet, eine Prise Formatierung und bevor ich noch den Seminarraum verlasse ist es auch schon online.

    Ich bin sicher, es war nicht das letzte deiner Seminare, das ich besucht habe!

    Lg, Eva

  4. Eva SELAN am

    Oh, Catrin, du willst gar nicht wissen, wie lange meine To-Do-Liste nach diesem Seminar tatsächlich ist!
    Die ersten Änderungen sind bereits im Entstehen, das läuft alles mit magischer Hand im Hintergrund.

    Ich erzähl dir am besten mal bei einem Kaffee davon!

    Lg, Eva

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