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Personalentwicklung 4.0 trifft auf Management 1.0

Ich habe mit Mag. Paul Krumböck (insitute of microtraining) über Digitalisierung gesprochen. Er hat einige interessante Ansichten über Digitalisierung und die Auswirkung auf Personalentwicklung. Lesen Sie ein kurzes Blitz-Interview über das Thema:

Betrifft die Digitalisierung auch den HRM-Bereich?

Digitalisierung erfasst langsam alle Bereiche in Gesellschaft und Wirtschaft, so auch den Personalbereich und speziell die Personalentwicklung. Die Geschwindigkeit der Veränderungsprozesse überrascht uns alle, viele stecken den Kopf in den Sand (mich wird das nicht mehr betreffen), andere delegieren das Problem an nicht kompetente Abteilungen und wieder andere bedienen sich alter Methoden, um der Veränderung Herr zu werden. Grundsätzlich ist zu sagen, dass sehr viele Menschen in den Unternehmen betroffen sind und die Steuerung der Veränderungsprozesse meist noch mit alten Managementmethoden versucht wird. Die „digitale Bildungsrevolution“ fordert Veränderungen in allen Unternehmen. Das betrifft besonders die Art und Weise wie Mitarbeiter regelmäßig ihr Wissen auf- und ausbauen können.

Wie schaut das konkret für Personalentwicklung aus?

Seien wir doch ehrlich: niemand sitzt heute gerne mehr in einem achtstündigen Präsenztraining: keiner merkt sich all die Informationen, Ausfallszeiten sind zu minimieren, Kosten zu senken – Zeit ist aktuell das kostbarste Gut. Mitarbeiter wollen inzwischen individueller, schneller und ortsunabhängig – heißt mobil – lernen! Dazu eignen sich kurze Präsenztrainings in kleinen Lerngruppen und ergänzend gibt es digitale Lernplattformen, die als intelligentes Trainingstool genützt werden können – mit vorgefertigten Inhalten oder zur Integration von firmenspezifischen Fachinhalten.

Wer setzt die Digitalisierung im HRM-Bereich um?

Digitalisierung und die damit verbundenen Veränderungen sind eine Strategische Entscheidung im Management. Die Herausforderung ist selten eine technische – die Herausforderung betrifft die organisatorische Umsetzung. HR-Abteilungen sind gut beraten sich Koalitionen zu suchen, um Fort- und Weiterbildung in den Betrieben mit neuen Medien zu etablieren. Entwicklungsprozesse und Lernstrukturen müssen angepasst werden, um flexibler und rascher auf neue Anforderungen reagieren zu können. Firmen, die plötzlich mit einem Zuwachs an Reklamationen zu kämpfen haben, sind auch angehalten ihre Mitarbeiter im Umgang mit diesen Beschwerden zu schulen – besser heute als morgen – um nur ein Beispiel zu nennen.

Die Digitalisierungs-Botschaft im HR-Bereich kann lauten: Integration von Lernen mit kleinen Einheiten („Wissens-Nuggets“), einfach in der Organisation, mobil und flexibel in der Umsetzung und auch gerne anlassbezogen. Das bringt echten Zusatznutzen.


Interview-Partner

Mag.Paul Krumböck ist Senior Partzner des intistute of microtraining. www.micro-training.com


 

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