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Rewe macht’s vor: Lernapp für Lehrlinge

Rewe International punktet nun bei seinen Lehrlingen mit einer neuen Lernapp. Im Duell können hier Lehrlinge gegeneinander antreten und immer und überall den Lernstoff für die bevorstehende Lehrabschlussprüfung zu lernen. Ich habe Frau Rannegger (Lehrlingsverantwortliche im Rewe Konzern) zum Interview gebeten, um uns einen Einblick in dieses digitale Lehrlingsprojekt zu gewähren.

 


Interview-Partner:



Mag. Doris Rannegger



Position
Lehrlingsbeauftragte der REWE International AG
Email d.rannegger@rewe-group.at

Unternehmen:


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REWE International AG

Branche Handel
Mitarbeiterzahl rd. 42.000 Mitarbeiter in Österreich
URL www.rewe-group.at

Wie war die Ausgangssituation (vor Projektstart)?

Die junge Generation liest und lernt anders – dabei spielt die Digitalisierung eine nicht unwesentliche Rolle. Mit alten Lehrmethoden erreichen wir unsere Lehrlinge mit für die Ausbildung zentralen Inhalten nicht optimal, weshalb wir den Jugendlichen eine digitale Lernform mit Spiel- und Spaßfaktor ermöglichen wollten. Bei Projektstart waren von Beginn an alle Ausbildungsfirmen der REWE International AG – darunter vor allem die Handelsfirmen BILLA, MERKUR, PENNY, BIPA und ADEG – involviert. Zusätzlich wurden viele Gespräche mit LehrerInnen in den REWE Group Klassen der Berufsschulen geführt.

Erzählen Sie vom Projekt an sich.

Es handelt sich um eine Gamifizierte LernApp für die Lehrlinge der Ausbildungsfirmen der REWE International AG. Unser Ziel ist die Vertiefung und Festigung des Warenkundewissens bzw. des Wissens, das für die Lehrabschlussprüfung im Lehrberuf Einzelhandel (aktuell nur mit Schwerpunkt auf Lebensmitteleinzelhandel) notwendig ist. Dieses wird Mittelfristig über eine Verbesserung der Ergebnisse bei den Lehrabschlussprüfungen messbar sein.

Wer: Betroffene, Umsetzer, Entscheidungsträger, wie gingen die Betroffenen mit dem Projekt & deren Auswirkungen um?

Freigeschalten für die App sind rund 45.000 Personen – Lehrlinge sind die primäre Zielgruppe, wobei es wichtig ist viele SpielerInnen in der App zu haben um einen rasche Spielfluss zu ermöglichen. Außerdem ermöglicht dieser Zugang den Lehrlingen sich mit ihren AusbilderInnen und auch KollegInnen in der Filiale oder auch ihren AusbildungsleiterInnen in der Zentrale zu messen – das erhöht den Spaßfaktor, weil man die Personen kennt. Darüber hinaus sind auch die LehrerInnen in den REWE Group Berufsschulklassen freigeschalten wodurch das Tool auch in der Schule eingesetzt werden kann.

Da es sich um ein sehr großes Projekt handelt waren viele Teile des Unternehmens eingebunden – darunter die AusbildungsleiterInnen der Ausbildungsfirmen, die IT (inkl. den KollegInnen, die sich mit dem Thema Datenschutz beschäftigen), der Betriebsrat, FachtrainerInnen und eine Testgruppe in der Personalabteilung sowie der Vorstand. Das Feedback ist nicht nur von den Lehrlingen sehr positiv – Lehrlinge nutzen die App bis direkt vor die Tür der Lehrabschlussprüfung, viele Warenkundelehrer setzten die App gegen Ende des Schuljahres ein, um das Gelernte noch einmal zu wiederholen. Auch von MitarbeiterInnen kamen tolle Rückmeldungen – darunter „Ich kann wann und wo ich will lernen und habe auch noch Spaß daran!“

Wie: Ablauf, verwendete Tools (z. B.: Zeitrahmen: Jänner 2017 – Sept. 2017, Einsatz von Online Medien

Das Projekt hat per Dezember 2016 gestartet und ging mit der App im Mai 2017 in Testbetrieb. Die Fertigstellung der Basis der App inklusive Backend sowie der Admin-Bereiche für alle Firmen wird voraussichtlich Ende September 2017 erfolgen.

Die App setzt aktuell auf Lernen über 2 Schienen: Zum einen reines ÜBEN im Singleplayermodus und zum anderen das Quiz-Duell mit einem realen Gegenspieler.

Seit Mai 2017 können alle freigeschaltenen Personen spielen. Aktuell sind bereits rund 1800 Personen registriert und Duelle werden praktisch 24 Stunden am Tag gestartet.

Wann: Zeitspanne, gab es einzelne Projekt-Schritte / -Phasen

Es entspricht dem Wesen einer App laufend überarbeitet zu werden. Mit Ende September wird die Basis der App fertiggestellt sein und jetzt sind bereits die ersten weiteren Updates und erste Veränderungen gebucht. Wir erhalten auch laufend Anregungen von den Usern, die wir aufnehmen, besprechen und gegebenenfalls integrieren.

Warum: weshalb wählten Sie diese Vorgangsweise?

Das Tool soll nicht nur nach Außen jung und dynamisch sein, sondern soll sich auch laufend anpassen und weiterentwickeln.

Worin lagen besondere Hindernisse und was war erfolgsentscheidend?

Zu Beginn war es wichtig die richtigen Projektpartner zu finden, die wir dann mit der Umsetzung beauftragt haben. Bei der Erstellung des Feinpflichtenheftes wurden viele Wünsche und Anforderung zusammen-getragen, die dann auf einen gemeinsamen Nenner gebracht werden mussten. Erfolgsentscheidend war hier nicht auf den kleinsten gemeinsamen Nenner zu gehen, sondern Kompromisse zu schließen und teilweise technische Wünsche auch auf später zu verschieben. Ein großer Vorteil war, dass es von BILLA und MERKUR bereits Erfahrungen mit einer App in der Art gegeben hat. Diese Erfahrungswerte konnten wir nutzen und entsprechend verwerten. User für die App zu generieren war vorerst mit relativ wenig Aufwand machbar. Diese User auch aktiv im Lernprozess zu halten und weiterhin motivieren mittels dieser App zu lernen, das wird unsere Herausforderung für die nächsten Jahre.

Was würden Sie das nächste Mal anders machen?

Wir sammeln gerade die ersten Erfahrungen. Durch die jahrelange Projekterfahrung des umsetzenden Teams und nicht zuletzt auch durch die Vorerfahrungen von BILLA und MERKUR mit der Vorgängerapp im Jahr 2016, sind hier noch keine Punkte nennenswert. Eventuell wäre es anzudenken eine Supporthotline einzurichten. Aktuell wird dieser noch vom Team der REWE Group Karriereschmiede abgedeckt.

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Ein Kommentar

  1. Lana Lauren am

    Toller Artikel!
    Danke fürs Berichten 🙂

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