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Topsharing | Jobsharing in der Geschäftsführung?

Jobsharing | Personalisten-Interview: Mag. Manuela Vollmann, Mag. Daniela Schallert @ abz*austria

 

Topsharing – Jobsharing bezeichnet das Teilen einer Stelle im Top-Management. Die beiden Geschäftsführerinnen Frau Mag. Manuela Vollmann und Frau Mag. Daniela Schallert zeigen es vor und wurden dafür in Basel beim „2nd International Job and Top Sharing Colloquium“ ausgezeichnet. Aber wie funktioniert diese Zusammenarbeit wirklich? HRweb.at hat nachgefragt.

 


Interview-Partner:



Mag. Manuela Vollmann, Mag. Daniela Schallert

Position
Geschäftsführerinnen im Topsharingstil

Unternehmen:


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abz*austria kompetent für frauen und wirtschaft

Branche Erwachsenenbildung
Mitarbeiterzahl 166
URL http://www.abzaustria.at  |  www.arbeitswelten.org

Mag. Daniela Schallert (li), Mag. Manuela Vollmann (re)

 Jobsharing-Interview

Wie kam es zu diesen noch eher in Österreich unbekannten Arbeitsteilung?

Manuela Vollmann: Mit dem EU-Beitritt im Jahr 1995 kamen viele neue Frauenprojekte auf unsere NPO zu und ich entschloss mich zu einer gemeinsamen Geschäftsführung mit Helene Schrollenberger. Sie war mir vor dieser Entscheidung schon eine jahrelange Wegbegleiterin und Inputgeberin. Nach dem Ausstieg von Frau Schrollenberger, folgte im Jahr 2007 die Übergabe an Frau Mag. Daniela Schallert.

Worin liegt der konkrete Unterschied zwischen Jobsharing und Topsharing?

Jobsharing wird als Form der flexiblen Arbeitszeitgestaltung verstanden, bei der sich zwei Personen eine Vollzeitposition in inhaltlicher und zeitlicher Hinsicht aufteilen. Beide Jobsharer tragen als Team gleichsam die Verantwortung für alle zu erfüllenden Aufgaben, können sich diese aber individuell zur Bearbeitung aufteilen. Im Gegensatz dazu ist Topsharing ein partnerschaftliches Führungskonzept mit neuen Formen der Entscheidungsfindung und damit sozusagen die Weiterentwicklung des Jobsharing-Modells für Top-Positionen, bei dem zwei Führungskräfte gemeinsam eine Position bekleiden und gleichberechtigt ein Team führen.

Ist Topsharing nur für Frauen geeignet?

Daniela Schallert: Für Frauen war es bisher interessanter aufgrund der Teilzeitmöglichkeit wenn man Kinder hat. Aber grundsätzlich braucht es Persönlichkeiten die Macht teilen wollen. Es ist definitiv kein Modell für John Wayne´s, egal ob männlich oder weiblich.

Welche Eigenschaften braucht es damit Topsharing funktioniert?

Manuela Vollmann: Sehr viel Vertrauen und Zutrauen zur anderen Person. Sich auf jemanden einzulassen und in den Dialog zu gehen. Dinge zu hinterfragen, eine gewisse Flexibilität, um andere Meinungen zulassen zu können.

Daniela Schallert: Die Qualität und die Nachhaltigkeit von Entscheidungen wird aus meiner Sicht stark erhöht. Es ist einfach ein wirklich gutes Entscheidungsmodell. „Zwei Köpfe denken mehr, vier Ohren hören mehr“. Wir haben beide einen sehr starken Fachfokus. Wir stehen für die gleiche ideelle Sache: Unsere NPO steht für die Gleichstellung von Frauen und Männer. Durch unsere Arbeitsteilung besteht auch die Möglichkeit für uns, dass wir viel mehr ins operative Geschäft eingebunden sind.

Manuela Vollmann: Eine Schwerpunktsetzung ist ebenso notwendig aber anstelle einer strikten Abgrenzung. Topsharing ist nicht Splitting, wo streng aufgeteilt wird. Wir wissen beide grundsätzlich vieles aus dem Schwerpunkt der anderen Geschäftsführung. Durch unsere langjährige Erfahrung in Bereich Topsharing bieten wir nun auch einen Begleitprozess für Unternehmen an, wo Topsharing angestrebt und durchgeführt wird.

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Ein Kommentar

  1. Thomas am

    Ich denke, dass sich zukünftig das Thema „teilen“ noch weiter in der Arbeitswelt verbreiten wird. Man hat ja bereits Coworking als großen Trend für Selbständige und auch im privaten Bereich sind Uber und AIRBNB mittlerweile etabliert. ich bin gespannt, was in Zukunft noch auf uns zukommt. Ich habe letztens diesen recht interessanten Artikel (https://www.ubc-collection.com/blog/sharing-is-caring-wirklich/ ) gelesen, der das Sharing-Phänomen etwas genauer unter die Lupe genommen hat. Sharing führt so oftmals zu einer besseren Ausnutzung der Ressourcen, allerdings muss das nicht bedeuten, dass alle Akteure hiervon profitieren können.

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