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Außergewöhnliches Unternehmens-Umfeld & Rituale | Minds in Motion

Christina Feirer (Personalentwicklung bei LOGICDATA) glaubt an den „Minds in Motion“-Ansatz und daran, dass dieser die Arbeitswelt neu definieren kann. Hört sich spannend an – Frau Freier, bitte zum Interview.

Sie können sich hier schon mal Gusto holen. Mehr hören wir von Christina Freier (Foto rechts) persönlich beim HR Inside Summit (10+11okt2018, Wiener Hofburg, www.hrsummit.at)

Wie sieht ihr Konzept konkret aus?

Bei unserem „Minds in Motion“-Konzept geht es um Bewegung und Veränderung im Unternehmenskontext. Und darum, wie man als Unternehmen diese Bewegung effektiv steuern kann, anstatt nur in Bewegung zu sein.

Um die Bewegung eines Unternehmens effektiv zu steuern, sind zwei Aspekte wichtig: Erstens braucht es eine klare Richtungsvorgabe (Vision, Mission, Strategie, Ziele) und zweitens müssen bestimmte Rahmenfaktoren berücksichtigt werden. Mit Rahmenfaktoren meinen wir das Umfeld, welches das Zusammenarbeiten ermöglicht und stärkt.

Beide Aspekte sind essentiell. Leider werden oftmals die Rahmenfaktoren vergessen. Oder es gibt sie zwar in der Theorie, aber nicht in der Praxis.

Beim „Minds in Motion“-Konzept gehen wir speziell auf diese Rahmenfaktoren ein. Bei LOGICDATA zeichnen sich diese durch Werte, Rituale, Weiterentwicklungsmöglichkeiten sowie ein außergewöhnliches Umfeld aus.

Welche Punkte setzen Sie konkret um?

Das „Minds in Motion“-Konzept beinhaltet vier Bereiche, die den Rahmen bilden: Werte, Rituale, Weiterentwicklung und das außergewöhnliche Umfeld.

Innerhalb dieser vier Bereiche gibt es konkrete Umsetzungen, unter anderem:

  • Die LOGIC Charter, ein Buch, das unser gesamtes Werte-Set festhält
  • Der „Gong“, der nach einem erfolgreich abgeschlossenen Projekt geschlagen wird. Das Feiern unterstreicht den Charter-Grundsatz „Wir feiern unsere Erfolge“
  • Eine wöchentliche „10@10“ Kurzpräsentation vor dem gesamten Unternehmen veranschaulicht den gelebten Wert „Kommunikation“
  • Die tägliche, bezahlte „10 Uhr Pause“ unterstützt den Austausch untereinander
  • Die LOGIC Academy bietet 150 verschiedene Schulungen pro Jahr und entfaltet Potenziale
  • Der LOGIC Campus, welcher Kreativzonen, ein Da Vinci Labor (Fab Lab), eine Bibliothek, einen Adventure Park oder einen Power-Napping-Raum beinhaltet. Die Räumlichkeiten sorgen für Innovationssteigerung, Ruhe oder Ausgleich.
Welche dieser Features werden von den Mitarbeitern besonders gut angenommen, welche eher nicht? Weshalb?

Features werden meiner Meinung nach dann gut angenommen, wenn Mitarbeiter den Nutzen und die Sinnhaftigkeit davon sehen und auch verstehen.

Es gibt Features, wie zum Beispiel unser Da Vinci Labor (Fab Lab), die 10-Uhr-Pause oder der Adventure Park, welche von unseren Mitarbeitern bereits nach der Einführung regelmäßig genutzt wurden.

Bei anderen Features, wie zum Beispiel dem Power Napping Raum oder die wöchentliche 10@10 Präsentation, dauerte die Etablierung um einiges länger. Mitarbeiter müssen ein Feature scheinbar erst erleben, sprich ausprobieren, um den Nutzen zu sehen.

Hier war es für uns wichtig, konsequent Feedback einzuholen und das Feature gegebenenfalls anzupassen. Des Weiteren lag unser Fokus darauf, die Sinnhaftigkeit zu kommunizieren, also warum dieses Feature überhaupt angeboten wird.

Wenn es so einfach und zielführend ist, woran liegt es (glauben Sie), dass es nicht in vielen Unternehmen umgesetzt wird?

Dinge, die zumindest in der Theorie einfach anzuwenden sind, sind in der Praxis oftmals schwierig umzusetzen.

Es ist nämlich nicht genug, nur das Umfeld bereit zu stellen – es muss gelebt werden. Und genau hier startet meiner Meinung nach die Challenge. Werte und Rituale zu leben, erfordert Konsequenz und eine Vorbildfunktion wahrzunehmen. Vor allem höhere Hierarchieebenen sind in ihrer Vorbildwirkung gefordert. Ein Umfeld zu schaffen, das zu den Werten passt, bedeutet viel strategisches Denken. Man muss Dinge ausprobieren sowie Feedback einholen und man muss die Bereitschaft haben, Dinge anzupassen.

All das braucht jedoch Zeit und Durchhaltevermögen, wobei sich der Erfolg oftmals erst viel später einstellt. Ich denke, dass vor allem diese Aspekte dazu beitragen, dass es in der Praxis oft „schwerer als gedacht“ umgesetzt werden kann.

Hat das Unternehmen diese Kultur von Anfang an gelebt oder wurde sie aktiv in diese Richtung entwickelt?

Schon seit der Gründung wurde die Firmenphilosophie durch die Bedeutung von Unternehmenswerten aufgebaut und inspiriert. Es sind diese Werte, die nach wie vor die einzigartige DNA des Unternehmens bilden und den sprichwörtlichen „LOGICDATA Spirit“ in der Unternehmenskultur verankern.

Was würden Sie darüber hinaus gerne umsetzen?

Ein nächstes Projekt ist bereits in den Startlöchern: eine virtuelle Fabrik an unserem Standort in Deutschlandsberg. Sie soll allen Mitarbeitern die externe Produktion sozusagen virtuell ins Haus und damit näherbringen.

Des Weiteren wollen wir durch weitere Rahmenfaktoren auch die globale Vernetzung verstärken. Deshalb stellen wir aktuell die LOGIC Academy sukzessive auf eine globale, vernetzte Academy um.

Wie man sieht, gibt es viele spannende, zukünftige Projekte, auf welche wir uns schon jetzt sehr freuen.


Interview-Partnerin

Christina Feirer ist seit 2016 bei LOGICDATA im Bereich Personalentwicklung tätig. Sie glaubt an den „Minds in Motion“-Ansatz und daran, dass dieser die Arbeitswelt neu definieren kann. Sie studierte Betriebswirtschaft und Personalmanagement an internationalen Universitäten in Österreich, Großbritannien und den Niederlanden. Christina.feirer@logicdata.net, www.logicdata.net


HR Inside Summit 2018 (Hofburg Wien)

Christia Freier spricht über dieses Thema beim HR Inside Summit 2018:

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