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Personalisten-Interview | Roland Löffler über Lehrlingsausbildung & Ausbildungsverbünde

Personalisten-Interview: Roland Löffler, MA @ öibf

 

Steigerung der fachlichen Ausbildung durch einen Ausbildungsverbund in der Lehrausbildung?  Hierzu habe ich Roland Löffler, MA vom öibf zum Interview gebeten.  

 


Interview-Partner:



Roland Löffler, MA


Position
Projektleiter, Handlungsbevollmächtigter der Geschäftsführung
Hintergrund Studium der Wirtschafts- und Sozialgeschichte, 1984 bis 2009 Projektleiter bei Synthesis Forschung. Lehrbeauftragter der Fachhochschule des bfi Wien. Konzeption und Durchführung von qualitativen und quantitativen Studien im Bereich Arbeitsmarkt- und Qualifikationsforschung, Wirkungsanalysen arbeitsmarktpolitischer Programme, Monitoring- und Evaluation von Bildungsprogrammen. Aktuelle Forschungsschwerpunkte: Lehrlingsausbildung, Digitalisierung, Unterstützungsmaßnahmen für Jugendliche
Kontakt Tel: +43 / 1 / 310 33 34-20; roland.loeffler@oeibf.at

Unternehmen:


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Österreichisches Institut für Berufsbildungsforschung – öibf

Branche außeruniversitäre Forschung, Forschung und Entwicklung im Bereich der Berufsbildung
Mitarbeiterzahl 8
URL www.oeibf.at

 

Was genau macht öibf? Inwieweit hilft das der Lehrausbildung?

Das Österreichische Institut für Berufsbildungsforschung ist ein außeruniversitäres Forschungsinstitut, das sich seit seiner Gründung 1970 mit verschiedenen Aspekten der Lehrausbildung

Man hört und liest immer wieder von Ausbildungsverbünden. Was genau ist das?

Ausbildungsbetriebe müssen sich zu Ausbildungsverbünden zusammenschließen, wenn ein Betrieb alleine nicht das gesamte Berufsbild eines Lehrberufs ausbilden kann. Ausbildungsverbünde können aber auch freiwillig abgeschlossen werden. Teilnehmen können grundsätzlich alle zugelassenen Lehrbetriebe bzw. Ausbildungseinrichtungen. Zwischen den Betrieben wird vereinbart, welche Berufsbildpositionen von welchem Betrieb ausgebildet werden. Der Lehrvertrag des Stammbetriebes bleibt auch während der Ausbildungszeit im zweiten Betrieb aufrecht. Die Dauer der Ausbildungszeit, die in einem (oder mehreren) anderen Betrieb(en) absolviert wird, kann flexibel gestaltet werden.

Welche Faktoren machen einen Ausbildungsverbund erfolgreich?

Ausbildungsverbünde ermöglichen es den Betrieben, ihre Lehrlinge optimal auszubilden. Jene Tätigkeiten, die der Betrieb aufgrund mangelnder technischer Infrastruktur oder Schwerpunkte der eigenen betrieblichen Tätigkeit nicht bestmöglich ausbilden kann, werden von anderen Betrieben oder Einrichtungen ausgebildet. Über die qualitativ hochwertige Ausbildung hinaus erhalten die Lehrlinge in Ausbildungsverbünden auch Einblicke in die betrieblichen Abläufe anderer Betriebe und können die im Zweitbetrieb erworbenen Kompetenzen in den Stammbetrieb einbringen. Dadurch erhöht sich auch die fachliche Kompetenz des Stammbetriebes.

Welches Best-Practise können Sie hierzu nennen?

Im Bundesland Vorarlberg haben sich acht Tischlereibetriebe mit unterschiedlichen Firmenschwerpunkten aus Eigeninitiative zu „Faktor 8“ zusammengeschlossen. Sie bündeln ihre technischen und personellen Kapazitäten und können  durch diese Zusammenarbeit flexibler und effizienter arbeiten. Von Fenstern und Türen, bis hin zu Möbel- und Innenausbau bieten die acht Tischlereibetriebe gemeinsam eine breite Palette an Produkten an. Dabei steht die intensive Beratung mit speziell kundenbezogenen Lösungen im Vordergrund.

Dieses Prinzip haben sie auch auf die Lehrlingsausbildung übertragen: Damit das gesamte Spektrum des Berufsbilds in einer hohen Qualität ausgebildet werden kann, erhalten die Lehrlinge im Austausch zwischen den Partnerbetrieben Spezialausbildungen zB in den Bereichen CNC, Oberflächengestaltung, Montagen etc. und können an gemeinsamen Lehrlingsworkshops teilnehmen.

Diesem Ausbildungsverbund wurde vom BMDW die Auszeichnung „Fit for Future“ verliehen.

 

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