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Zeiterfassung | So sieht die Zukunft aus:

Zeiterfassung und Betriebsdatenerfassung betrifft leider so ziemlich jedes Unternehmen in Österreich. Mag. Jörg Riedl (Geschäftsführer der ZEIT- und BDE CONSULTING GmbH, Foto rechts) widmet dem Thema eine ganztätige Veranstaltung. Ich freue ich mich, mit ihm sowohl über künftige Entwicklungen als auch über Hintergründe plaudern zu können.

Forum Zeiterfassung + BDE | 12sep2018 | St. Pölten | € 89 | www.zeit-bde.com

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Wie sieht die Zukunft der Zeiterfassung & Betriebsdatenerfassung aus?

Alleine wegen der gesetzlichen Vorgaben wird die Erfassung, Verarbeitung und Auswertung von Daten der Arbeits- und Anwesenheitszeiten in jedem Betrieb und jeder Organisation auch in der Zukunft eine wesentliche Rolle spielen. Die dafür eingesetzten Systeme werden aber viel mehr Funktionen erfüllen müssen, als dies mit Stempeluhren oder einfachen Erfassungsprogrammen möglich ist.

Neben Planungsfunktionen wie  Dienst-, Personaleinsatz- oder Schichtplanung werden vor allem Qualitätsdaten als Steuerungsfunktionen für die Unternehmensführung gefordert werden. Gerade in Ländern mit hohen Lohnkosten wird jeder Unternehmer mehr Informationen über den Anteil jedes Mitarbeiters am Wertschöpfungsprozess haben müssen. Die Anwesenheitszeit alleine ist hier zu wenig. Die Betriebsdatenerfassung (BDE) ist ein Prozess, der sich diesen Zielen widmet, aber in der Praxis nur von wenigen, größeren Fertigungsbetrieben umgesetzt wird. Die Zeit- und Betriebsdatenerfassung wird in Zukunft auch in Dienstleistungs- und Handelsbetrieben Einzug halten.

Wie müssen / sollen sich Unternehmen bereits jetzt darauf vorbereiten?

Das richtige System zu finden ist sicherlich ein wesentlicher Faktor. Aber das beste System kann nicht fehlende interne Organisation und Verantwortungen ersetzen. Unternehmen müssen sich darüber im Klaren werden, dass Zeit- und Betriebsdatenerfassung eine Investition in materielle und immaterielle Ressourcen bedeutet. Wer diese Ressourcen nicht in ausreichender Höhe bereit stellt wird dies teuer bezahlen müssen.

Welche Unternehmen betrifft es konkret?

Gerade in Österreich ist der sogenannte Mittelstand ein wesentlicher Bestandteil der Unternehmenslandschaft. Genau diese Unternehmen müssen hier zu den relativ wenigen großen Betrieben (in Österreich gibt es laut WKO Statistik 12/2017 nur 183 Betriebe, die mehr als 1.000 Mitarbeiter beschäftigen)  aufschließen. Die Penetration mit leistungsfähigen Zeit- und BDE Systemen ist bei den großen Unternehmen sehr hoch und liegt bei über 90%.

Welchen Einfluss haben künftige gesetzliche Änderungen auf bestehende / geplante Erfassungs-Systeme im Unternehmen?

(Ich weiß: es kommt auf die gesetzlichen Änderungen an. Doch: Wie kann jetzt bereits vorgebeugt werden, um künftig flexibel genug reagieren zu können?)

Das ist ja ein ganz aktuelles Thema. Seit ich mich mit dem Thema Zeiterfassung beschäftige (> 25 Jahre) habe ich noch nie so eine intensive Medien Berichterstattung zum Thema Arbeitszeit erlebt, wie in den vergangenen Monaten zum viel zitierten Zwölfstundentag. Ich bin überzeugt, dass die Umsetzung des neuen Arbeitszeitgesetzes (AZG) in Betrieben und Organisationen ohne Zeiterfassung gar nicht möglich sein wird. Aber viele Systeme werden die dafür notwendigen, komplexen Algorithmen nicht umsetzen können.

Hier entscheiden also vor allem die Systemwahl und die Wahl des Anbieters. Zeit- und Betriebsdatenerfassung ist eine typische Standard-Software Anwendung. Ähnlich einer Finanzbuchhaltung werden hier selbst entwickelte oder einfache Lösungen oder Programme nicht überleben können. Bei der Systemwahl muss man daher in die Zukunft schauen und Lösungen und Anbieter auswählen, die ausreichend Flexibilität und Zukunftssicherheit bieten können.

Weshalb veranstalten Sie ein FORUM zum Thema Zeiterfassung und gründen eine Beratungsgesellschaft?

Das Thema Zeiterfassung betrifft fast jeden Unternehmer und jeden Arbeitnehmer. Die Komplexität dieses scheinbar trivialen Themas wird aber von fast jedem Unternehmer unterschätzt. Meine Erfahrungen haben mir gezeigt, dass Unternehmen, die sich bei der Auswahl und Einführung einer Systemlösung nicht ausreichend informiert und vorbereitet haben langfristig großen Schaden nehmen können. Auch die Wahl eines teuren, übermächtigen Systems kann für einen Betrieb eine Fehlentscheidung sein. Für einen sogenannten Nischenmarkt gibt es in Österreich mit fast 100 unterschiedlichen System- und Lösungsanbietern ein nicht leicht zu überschauendes Angebot. Hier kann die Nutzung externer Ressourcen bei der Entscheidungsfindung und Umsetzung ein hilfreicher Weg sein.


Interview-Partner

Nach Ausbildung (Studium Betriebsinformatik, TU- und UNI Wien) und Management Erfahrung in internationalen Konzernen (Unilever, Olympus) seit über 25 Jahren selbständig als Unternehmer und Geschäftsführer im Markt der Zeiterfassung tätig. 01/2018, nach Verkauf aller Unternehmensbeteiligungen Gründung der ZEIT- und BDE CONSULTING GmbH um das Wissen und die Erfahrungen in diesem Markt Österreichischen Unternehmen und Organisationen als neutraler Berater zu Verfügung zu stellen.

www.zeit-bde.com


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