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Outplacement-Beratung | Eine Frage der Bildung

Der Bildungs-Hintergrund eines Outplacement-Kandidaten entscheidet alles! Wirklich? Welchen Einfluss hat er auf die Outplacement-Beratung, auf die Jobsuche, auf die Offenheit neuen beruflichen Ideen, etc?

Ich bitte einige Outplacement-Berater zum Interview mit der Frage „Worin liegt für Sie in der Outplacement-Arbeit der Unterschied ob ein Kandidat …

  1. in einem Konzern oder einer KMU tätig war?
  2. unter 35 Jahre alt ist ober über 50?
  3. keine Matura oder 2 Uniabschlüsse hat?“

Die Antworten können Sie hier in 3 Teilen lesen. Heute: keine Matura oder 2 Uniabschlüsse:



Worin liegt für Sie in der Outplacement-Arbeit der Unterschied ob ein Kandidat keine Matura oder über 2 Uniabschlüsse verfügt?

Mag. Barbara Schopper (HR Consulting | Outplacement | Karriereberatung): Jüngere Kandidaten ohne Matura haben sicher deutlich schlechtere Marktchancen als jene mit Uniabschluss. Die Matura, alternativ eine abgeschlossene Lehre, sind für viele Berufe Mindestanforderungen, die erfüllt sein müssen.
Mit zunehmendem Alter können Kandidaten mit ihrer Berufserfahrung und ihren fachlichen Kompetenzen mangelnde Ausbildungen und fehlende Studienabschlüsse wettmachen. Viele erfolgreiche Manager älterer Generationen haben nicht studiert und dennoch Karriere gemacht. Ältere Kandidaten ohne Matura können mit ihrer profunden Berufserfahrung punkten.

Michaela Buttazzoni (BDO Consulting): Im Vordergrund steht erstmal die berufliche Erfahrung der Person und in den letzten Jahren auch stärker Themen wie Agilität und soziale Kompetenz – wir arbeiten vor allem mit Experten, Akademikern und Personen in Management-Positionen.

Mag. Peter Marsch (Jobsbutler): Wir machen keinen Unterschied, lediglich der Jobcoach hat eine ähnliche Ausbildung wie der Mitarbeiter.

Mag. Martina Chvalina-Kohlbach (Chvalina & Kolbesen – 2blickwinkel.at): In einer Vielzahl technischer Berufe erleben wir, dass ein Lehrabschluss mit entsprechender beruflicher Expertise auch ohne Matura oftmals rasch zum beruflichen Neustart in Österreich führt. Wir arbeiten mit diesen Kandidaten vor allem an aussagekräftigen Bewerbungsunterlagen sowie Vor-und Nachbereitung von Bewerbungsgesprächen.
Grundsätzlich arbeiten wir – ob Uniabschluss oder Lehrabschluss – im Rahmen unserer 6 Steps of Career Transition,  abgestimmt auf die individuellen Bedürfnisse. Wir unterstützen unsere Kandidaten dort, wo sie es am meisten brauchen. Authentisches Präsentieren der eigenen Persönlichkeit, Positionieren in sozialen Netzwerken sowie Aufbereiten des eigenen Kontaktnetzwerkes gewinnen zusehends mehr an Stellenwert.

Veronika Aumaier (Aumaier & Partner Coaching): Wenn Kandidaten über zwei oder mehrere Uniabschlüsse verfügen, dann ist es besonders interessant, wenn sie gegensätzliche Wissensgebiet wie bspw Technik und Wirtschaft umfassen. Das gibt eine solide, breite Wissensbasis, die vor allem in der Privatwirtschaft für Führungskräfte vorteilhaft ist. Außerdem schult es abstraktes Denkvermögen und logisch-analytische Herangehensweisen. Zwei Fähigkeiten, die ebenfalls derzeit als Führungskraft in hohem Maß bei strategischen und planerischen Tätigkeiten gebraucht werden. Personen die keine Matura, doch eine abgeschlossene Berufsausbildung haben, können in ihrem Berufsbild als Spezialist oder Experte meist gut wieder Anschluss finden. Hier gilt besonders: je länger die Berufserfahrung, umso mehr gerät die schulische Ausbildung ins Hintertreffen. Einschlägige Weiterbildungen zeigen hier die nötige Lernbereitschaft, die zur lebenslanges Beschäftigungsfähigkeit eine immer größere Rolle spielen.

Dr. Peter Holzmüller (Lee Hecht Harrison / OTM Karriereberatung): Es hängt nicht (nur) davon ab, welche Abschlüsse man hat, sondern welche Erfolge im Berufsleben erreicht wurden. Es gibt auch erfolgreiche Geschäftsführer ohne Matura. Ausbildung ist eine wertvolle Grundlage, Erfahrung kann man nicht auf der Uni lernen und drückt sich durch Erfolge aus.
Jedoch gilt es auch hier wieder den passende Berater für den jeweiligen Kandidaten aus zu wählen.

Ich danke für die Interview-Trilogie – die Links zu allen 3 Interviews können Sie oben anklicken.



Die Gesprächspartner | Outplacement-Beratung


Veronika Aumaier, MAS, MSc
Geschäftsführerin

Aumaier & Partner Coaching GmbH

www.aumaier-coaching.com

Unternehmens-Profil


Dr. Peter Holzmüller
Geschäftsführender Gesellschafter

Lee Hecht Harrison / OTM Karriereberatung GmbH

www.LHHaustria.at

Unternehmens-Profil


Mag. Peter Marsch
Geschäftsführer

jobsbutler GmbH

www.jobsbutler.com

Unternehmens-Profil


Mag. Martina Chvalina-Kohlbach
Eigentümerin

Chvalina & Kolbesen – 2blickwinkel.at

www.2blickwinkel.at

Unternehmens-Profil


Mag. Barbara Schopper
Geschäftsführung

HR Consulting | Karriereberatung | Outplacement

www.schopper.at


Michaela Buttazzoni
Senior Manager / Prokuristin

BDO Consulting GmbH

www.bdo.at


selan_eva_150Interview durchgeführt von

Mag. Eva Selan, MSc
Geschäftsführerin

HRweb
Eva.Selan@HRweb.at
www.HRweb.at

Autoren-Profil | Eva Selan


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Ein Kommentar

  1. Walter Reisenzein am

    Wichtig ist, dass der Jobsucher und der Berater zusammenpassen, d.h. heißt die „gleiche Sprache sprechen“. Daher sollten Nichtakademiker & als auch Akademiker als Berater zur Verfügung stehen, die das virtuelle Setting beherrschen, also Telefon, Skype, Zoom, Mail, Webinare etc.
    Medienkompetenzen mit interaktiven Webportale (mit z.B.: Assessments, Mustervorlagen von Lebensläufen) und österreich-und weltweiten Datenbanken sind jetzt ebenfalls Voraussetzungen für den Erfolg.

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