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4 Erfolgsfaktoren für “Hybrid Work” | Wer nutzt die Chance?

Wenn man über Employee Experience spricht – also ähnlich wie Customer oder User Experience (zwei bereits gelernte Begriffe) – dann spricht man auch immer über sog. „Moments that Matter”. Also entscheidende Momente, aufgeladen mit entsprechenden Emotionen, die unsere Einstellung zum Unternehmen und unserer Arbeit prägen.

Autor: Maximilian Lammer (www.lammer.org)

Mit dem Ende der Pandemie steht ein wirklich entscheidender Moment bevor – nämlich: das neue Arbeiten – oder aber das Zurückfallen in alte Muster. Ein aktuell viel verwendeter Begriff für das neue Arbeiten heißt Hybrid Work und meint die Verbindung von Präsenz- und Remotearbeit.

Der Zeitpunkt ist gut für Hybride Work

Und es wird hoffentlich in den meisten Unternehmen (wo es die Jobs erlauben) die „neue Normalität“. Entscheidend ist dieser Moment deshalb, weil uns die Pandemie gezeigt hat, dass Arbeit nicht zwingend in einem Büro erledigt werden muss und weil rund zwei Drittel aller Österreicher auch nach Corona regelmäßig remote arbeiten wollen.

Wer das ignoriert oder aber auch mit allgemeinen Einheitsregeln versucht zu lösen wird über kurz oder kürzer seine besten Mitarbeitenden nicht halten können. Denn andere Unternehmen werden möglichst individuelle Konzepte anbieten und damit einen klaren Vorteil haben. Jetzt ist gerade die Zeit sich über die Implementierung in der eigenen Organisation Gedanken zu machen und die Umsetzung vorzubereiten.

4 Erfolgsfaktoren

Damit Hybrid Work optimal implementiert wird, gibt es vier Erfolgsfaktoren, um die sich Unternehmen derzeit kümmern:

  1. Erstellung eines individuellen Konzepts im Unternehmen, für die Verteilung von Präsenz- und Remotezeiten – idealerweise herunter gebrochen bis in kleinste Ebenen, mit möglichst wenig allgemeinen Vorgaben. Wichtig: MIT den Mitarbeitenden erarbeiten, nicht für sie.
  2. Technologie – das meint nicht nur Laptop, Internet oder Telefon, sondern Tools für echte Collaboration, damit die Zusammenarbeit im hybriden Setting wirklich funktioniert. Übrigens: die Geräte und Infrastruktur sind keine neuen Benefits, sondern nur die Grundausstattung und somit eigentlich Hygienefaktoren.
  3. Verhalten und Qualität von Führungskräften: Teams in einem hybriden Setting zu führen ist wieder etwas anderes als Führung im Homeoffice. Damit das Verhalten von Führungskräften optimal auf die Bedürfnisse ihrer Teams abgestimmt ist, empfiehlt sich eine gemeinsame Weiterentwicklung des Führungsverhaltens zwischen Team und Vorgesetzten, statt nur Ausbildung für Vorgesetzte.
  4. “Listening” (auf möglichst vielen Kanälen) als elementarer Bestandteil für jede Organisation – egal ob man hybrid arbeitet in Zukunft oder wieder in allgemeine Präsenzkultur zurückfällt: wer nicht das Sentiment im Unternehmen mitbekommt kann keine gute Employee Experience gestalten.

Diese vier Faktoren bedeuten natürlich eine Herausforderung, aber gleichzeitig eine riesige Chance, die es zu nutzen gilt.

Der Wettbewerbsvorteil wird auch immer größer, wenn man sich eine aktuelle Studie aus Deutschland ansieht (tendenziell sind diese Werte durchaus auch für Österreich anwendbar), in der zwei Drittel der Unternehmen angeben, nach der Pandemie den Mitarbeitern nicht mehr Homeoffice ermöglichen zu wollen als vor der Krise.

Also: Rückkehr zur allgemeinen Dauerpräsenz. Hier kann man sich als Arbeitgeber mit dem richtigen Konzept tatsächlich abheben. Die gute Nachricht: noch ist Zeit…

 


Gast-Autor

Maximilian Lammer unterstützt Unternehmen bei der aktiven Gestaltung und Implementierung besserer Employee Experience – von der Inspiration, über Methoden bis zur Umsetzung. Er ist außerdem Co-Founder von Talent Garden in Österreich, Initiator von Innovation to Company, der Startup-Challenge der WK Wien, und unterrichtet an Universitäten und bei Corporates zu New Work, Digitalisierung und Innovationsmanagement.
www.lammer.org, contact@lammer.org


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