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Online Self-Assessment | Lassen wir unsere Bewerber den Selektionsprozess aktiv mitgestalten

Viele Recruiter kennen diese Situation: auf eine Stellenausschreibung treffen sehr viele ungeeignete und nicht ausreichend qualifizierte Bewerbungen ein. Eine Möglichkeit den Selektionsaufwand der Personalabteilung zu reduzieren, um ein erfolgreiches Besetzen von Vakanzen sicherzustellen, ist der Einsatz von Online Self-Assessment.

Autorinnen: Corinna Krause und Brigitte Hampel

 

Im Zuge einer Bachelorarbeit* am Studiengang Personalmanagement an der FHWien der WKW wurden 6 Interviewpartner aus unterschiedlichen Branchen im DACH-Raum zu ihren Erfahrungen mit der Nutzung von Online Self-Assessments im Unternehmenskontext befragt.

Online Self-Assessments kenn ich schon … oder nicht?

Bei einem Online Self-Assessment, auch bekannt unter Self-Assessment oder Realistic Job Preview, handelt es sich um ein für Bewerber kostenfreies, virtuelles Tool, bei welchem eine konkrete Position, ein Berufsbild, oder das Unternehmen selbst möglichst realitätsnah dargestellt werden soll. Je nach Umsetzungsform kann dieses zum Beispiel spielerisch aufbereitet werden oder schlicht in Form von Fragen nach Interessen. In jedem Fall wird den Interessierten die Möglichkeit geboten, das Online Self-Assessment noch vor Absenden der Bewerbung anonym zu durchlaufen und unmittelbar Rückmeldung über die Ergebnisse zu erhalten, ohne dass das Unternehmen Einsicht darin hat.

„Lieber Bewerber, was interessiert denn dich?“

Das Konzept von Online Self-Assessments wird bereits an vielen Universitäten eingesetzt, damit Studieninteressierte die inhaltlichen Schwerpunkte eines Faches kennenlernen und auf diese Weise selbst einschätzen können, wie sehr das jeweilige Studium den Erwartungen und Interessen entspricht. Erst wenige Unternehmen haben erkannt, dass der Einsatz dieses innovativen Tools auch im Unternehmenskontext Sinn machen kann. Sechs dieser Unternehmen aus unterschiedlichen Branchen in der DACH-Region, welche das Konzept von Online Self-Assessments bereits eingeführt haben, erzählten im Zuge einer qualitativen Befragung von ihren Erfahrungen.

Entscheidungshilfe mit Spaßfaktor

Demnach bieten Online Self-Assessments zahlreiche Vorteile für potentielle Bewerber sowie für das Unternehmen selbst:

  • Den Interessenten dienen sie als Entscheidungshilfe und Orientierung, weil sie Einblicke bekommen, wie es in dem spezifischen Unternehmen aussieht. Hier können Aspekte über die Tätigkeit selbst, oder auch über die Kultur im Unternehmen aufgezeigt werden.
  • Bei sogenannten „Matching-Tools“ werden den Durchführenden nach Beantwortung einiger Fragen nach Interessen und Stärken passende Positionen im Unternehmen aufgezeigt. Dadurch kommen sie auf Stellen und Ausbildungen, die sie zuvor nicht in Erwägung gezogen hätten bzw. nicht einmal wussten, dass diese existieren.
  • Als weiterer Pluspunkt wird der Spaßfaktor bei der Absolvierung spielerisch aufbereiteter Tools häufig genannt.
  • Durch die „Experience“, die den Kandidaten bei Durchlaufen des Online Self-Assessments geboten wird, eignet es sich auch hervorragend für Marketingzwecke. Zudem kann das Tool als Einstieg auf Karrieremessen, ganz gleich ob online oder virtuell, dienen.
  • Da sich die Interessenten noch vor der Bewerbung intensiv mit der Position bzw. dem Unternehmen auseinandersetzen, können sie selber besser einschätzen, ob diese bzw. dieses zu ihren Vorstellungen und Interessen passt. Ist das nicht der Fall, sehen die Betroffenen von einer Bewerbung ab, wodurch die Qualität der eingehenden Bewerbungen steigt und sich das Unternehmen schließlich Zeit im Personalauswahlverfahren spart.

Online Self-Assessment als vielseitiges Tool

Online Self-Assessments stellen für Bewerber nicht nur eine Möglichkeit dar, transparente Informationen über Tätigkeit und Unternehmen zu erhalten, sondern dienen auch als individualisierte Entscheidungshilfe. Darüber hinaus punkten sie auf Unternehmensseite durch einen positiven Employer Branding Effekt sowie Zeitersparnis im Personalauswahlverfahren durch passgenauere Bewerbungen.

Niemand weiß seine Stärken und Interessen besser als der Bewerber selbst. Warum also nicht hier ansetzen?


*Eckdaten

Dieser Beitrag wurde auf der Grundlage der Erkenntnisse der Bachelorarbeit von Corinna Krause, betreut durch Mag.a Brigitte Hampel, an der FHWien der WKW am Studienbereich Personal & Organisation verfasst. Befragungszeitraum: Jänner 2021. Anzahl der Interviewpartner: 6 aus unterschiedlichen Branchen in der DACH-Region.


Autorinnen

Corinna Krause ist Studentin des Studiums Personalmanagement an der FHWien der WKW. corinna.krause@edu.fh-wien.ac.at

Brigitte Hampel ist Academic Coordinator für Human Resources Management und Lektorin am Studienbereich Personal & Organisation der FHWien der WKW. brigitte.hampel@fh-wien.ac.at

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