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Die 4 Treiber hinter destruktiven Konflikten

Destruktive Konflikte können sich zu einem enormen Risikofaktor für Unternehmen entwickeln. Sie sind der ideale Nährboden für Stress, Misstrauen und Unzufriedenheit am Arbeitsplatz.

Autor: Karl Kaiblinger

 

Laut einer Studie des wissenschaftlichen Verlags John Wiley & Sons mit 12.000 Teilnehmern gaben 40% der befragten Angestellten an, dass sie bereits ein Unternehmen aufgrund von destruktiven Konflikten verlassen haben. 70% der Führungskräfte sagten, dass destruktive Konflikte die Effizienz ihrer Abteilung negativ beeinflusste.

Woran erkennen Sie destruktive Konflikte?

Sie kennen die Situation wahrscheinlich auch von sich selbst: Eine Diskussion entwickelt sich zu einem Streit und negative Emotionen überrumpeln Sie. Plötzlich legen Sie unbewusst Verhaltensweisen an den Tag, die Ihnen normalerweise so gar nicht ähnlich sehen. Dahinter stehen verschiedene Treiber, die uns nicht bewusst sind und automatisch aktiviert werden.

Vier Beispiele möchte ich Ihnen kurz darstellen:

1. Tratsch

Tratsch und Klatsch können sich für den Moment sehr befreiend anfühlen. Wir suchen uns dafür gezielt Menschen aus, denen wir vertrauen und können darum so richtig Dampf ablassen. Dies kann auch Macht bedeuten, denn Tratsch hilft uns, andere Menschen auf unsere Seite zu bringen.

2. Sarkasmus

 Sarkasmus ist in Konfliktsituationen ein guter Freund der passiven Aggression. Wir können also unseren Frust unter dem Deckmantel eines Witzes zum Ausdruck bringen, ohne offensichtlich feindselig zu wirken.

3. Mauern

Durch Mauern machen wir unserem Gesprächspartner unmissverständlich klar, dass die Kommunikation nun unterbrochen ist. Kompromisse sind in diesem Moment keine Option mehr und dies kann sehr befriedigend wirken. Wir meinen, stark und würdevoll zu wirken und können so unser Selbstbild nach außen hin schützen.

4. Übertreibung

Manchmal können uns negative Gefühle überwältigen. Übertreiben ist dann eine gute Möglichkeit, eine Situation ebenso schlimm dazustellen, wie wir sie empfinden. Übertreibung stärkt unseren Standpunkt und lässt andere dabei schlechter erscheinen.

Haben Sie sich oder Ihre Mitarbeiter in diesen Beschreibungen erkannt? Diese Verhaltensweisen sind oftmals nur der Anfang eines destruktiven Konflikts. Ihre Auswirkungen können allerdings verheerend sein.

Fazit

Ich möchte Führungskräften daher empfehlen, die Augen offen zu halten und eine offene Gesprächskultur mit Ihrem Team zu pflegen. Regelmäßige Jours fixes können beispielsweise optimal zum gemeinsamen Austausch und für Feedback genutzt werden. Mir ist es wichtig, zu betonen, dass wir Konflikte nicht als Bremse im Arbeitsalltag akzeptieren müssen. Wir selbst haben die Möglichkeit, an unserem Verhalten zu arbeiten und auch Unternehmen sind gefragt, eine Arbeitskultur zu schaffen, in der Konflikte zu Problemlösungen und Innovationen beitragen können.


Gast-Autor

Karl Kaiblinger ist zertifizierter Mastertrainer Europe für Everything DiSG® Tools und Ausbildungstrainer für Profiles International D.A.CH. Seit 28 Jahren unterstützt er mit seinem Team Unternehmen, Führungskräfte und Teams dabei, Veränderungen umzusetzen und Unternehmensziele zu erreichen. www.kaiblinger-partner.com


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