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Kognitive Verhaltenstherapie | Hinter den Kulissen: Destruktive Konflikte und die KVT

Vielen Führungskräften ist nicht bewusst, welche folgenschweren Schäden destruktive Konflikte in Unternehmen anrichten können. Krankenstände, schlechte Arbeitsleistungen und Kündigungen werden schnell zur Kostenfalle. Stichwort: Kognitive Verhaltenstherapie / KVT

Autor: Karl Kaiblinger

 

Menschen sind verschieden und weisen unterschiedliche Verhaltenstendenzen auf. Dieser Individualismus zeigt sich auch in den Reaktionen auf Konfliktsituationen. Achtung! Der harsche Umgangston, gereizte Stimmung, permanenter Sarkasmus und Tratsch können bereits Vorboten eines ernstzunehmenden Konfliktes sein.

Ein Blick in die kognitive Verhaltenstherapie (KVT)

Wie können wir nun Menschen helfen produktiver mit Konflikten umzugehen? Ziel ist es, automatische Gedanken zu erkennen, zu verstehen und zu managen.  Die kognitive Verhaltenstherapie greift hier, da der gleiche Hirnmechanismus, der dazu führt, dass negative Emotionen entstehen, auch umgekehrt funktioniert. Wir unterbrechen also negative Gedankenkaskaden, bevor uns die Situation entgleitet. Dieser Prozess beruht auf drei Schritten:

1. Erkennen

Das Erkennen von ungesunden, automatischen Gedanken befähigt uns, Vernunft einzusetzen und eine produktivere Reaktion zu wählen. Man kann sich z.B. fragen, welche Gedanken negative Reaktionen auslösen. Wenn dieser Gedanke im Vordergrund steht, können wir ihn beurteilen: Ist dieser Gedanke tatsächlich valide? Gibt es eine andere Möglichkeit, diese Situation zu betrachten?

2. Neuausrichtung

Die Neuausrichtung ersetzt die ursprüngliche Wahrnehmung mit einer realistischen und produktiveren. Bei einer Person kommt beispielsweise automatisch der Gedanke „Meine KollegInnen verstehen gar nicht, was ich ihnen sagen will.“ auf. Der neu ausgerichtete Gedanke könnte hingegen lauten: „Sie haben wohl einen anderen Blickwinkel als ich.“

3. Reaktion

Eine produktive Reaktion wählen. Sobald der Gedanke neu ausgerichtet ist, neigt unsere emotionale Reaktion dazu, sich neu anzupassen. Emotionale Ausbrüche können so zu selbstbewussten Aussagen über unsere Bedürfnisse werden. Somit weiß das Gegenüber Bescheid und ein konstruktiver Austausch kann stattfinden.

Fazit

Konflikte sind keine Seltenheit im Berufsleben. Wichtig ist dabei aber ein bedachter Umgang mit seinen eigenen Emotionen und Reaktionen. Diese Prozesse brauchen natürlich Zeit, aber auch hier macht Übung den Meister.

 


Gast-Autor

Karl Kaiblinger ist zertifizierter Mastertrainer Europe für Everything DiSG® Tools und Ausbildungstrainer für Profiles International D.A.CH. Seit 28 Jahren unterstützt er mit seinem Team Unternehmen, Führungskräfte und Teams dabei, Veränderungen umzusetzen und Unternehmensziele zu erreichen. www.kaiblinger-partner.com


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