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Interview: Lehrwerkstätte der ÖBB in Wien | Ein geniales Role Model!

Mikrofon Interview

Die ÖBB zeigt es vor: im Jahr 2018 ist die Lehrwerkstätte Wien mit ihren technischen Lehrberufen in den 10. Bezirk umgesiedelt. Kostenfaktor: 35 Mio. Euro. 650 Lehrlinge sind hier 2 Jahre in der technischen Basisausbildung in 7 verschiedenen Lehrberufen.

Und die Zahlen sprechen für sich: eine Übernahmequote von 80% – Wie dieses Unternehmen das schafft? – Lesen Sie selbst: Interview mit Alois Grill (Pädagogischer Leiter, ÖBB- Infrastruktur AG Geschäftsbereich Aus und Weiterbildung Lehrwerkstätte Wien):

INTERVIEW

Erzählen Sie vom Projekt an sich

Was: Lehrwerkstätte Wien mit 7 technischen Lehrberufen. Auf 12.000 m2 wird geschult, gelehrt und ausprobiert

Wer: 650 motivierte Lehrlinge, davon 120 Mädels, Übernahmequote 80%

Warum: Das Unternehmen ÖBB benötigt sehr viele spezifische Fachkräfte, die sie durch ihre eigene Lehrausbildung und Lehrwerkstätten ausbilden.

Wie schaffen Sie eine so hohe Übernahmequote? Wo setzen Sie an?

Diversität und eine hohe Betreuungsintensität. Zusätzlich hat „der Lehrling“ an sich einen sehr hohen Stellenwert im Unternehmen.

Betreffend Diversität: Wir haben mittlerweile fast 20% Frauenanteil. Unsere weiblichen Lehrlinge werden von zusätzlichen Betreuerinnen begleitet.  

Aber nicht nur das: Wir haben, als einer der größten Arbeitgeber Österreichs, eine gewisse soziale Verantwortung zu tragen. Das zeigt sich dadurch, dass wir Jugendlichen mit besonderen Bedürfnissen in Lehrverhältnisse einstellen und in verlängerten Lehren ausbilden. Diese erhalten zusätzlich auch eine eigene Berufsassistenz. Somit eine eigene kleine Lehrwerkstätte in der Lehrwerkstätte.

Weiters legen wir auch einen Fokus auf Flüchtlinge und deren Integration, denn ohne diese Zielgruppe würden wir die hohe Anzahl an Lehrlingen, welche wir jedes Jahr aufnehmen, gar nicht schaffen.

Zusätzlich haben wir 60 Ausbildner, die sich laufend um unsere 650 Lehrlinge 2 Jahre lang kümmern. Dann kommen die Lehrlinge in die reale Berufswelt und lernen durch Jobrotation verschiedene Bereiche kennen. Im dritten Jahr gibt es dann ein Potentialgespräch mit jedem einzelnen Lehrling, in welchem wir schauen, wo er/sie denn hinwill und versuchen, unsere Lehrlinge nach ihrer bestandenen Lehrabschlussprüfung gut in einem Unternehmen der ÖBB unterzubringen.

Wo sehen Sie ihre Lehrwerkstätte in 20 Jahren?

Ich denke das wir in 20 Jahren großteils in voll digitalisierten Plattformen schulen. Hier werden nicht nur junge Menschen, sondern auch Erwachsene geschult bzw. umgeschult werden.

Video-Einblick

Einblick in meinen Besuch in der Lehrwerkstätte der ÖBB – ich war so begeistert von diesem Betrieb, dass ich gerne die Bilder davon mit Ihnen teile:

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Interview-Partner

Alois Grill ist Pädagogischer Leiter bei der ÖBB – Infrastruktur AG Geschäftsbereich Aus und Weiterbildung Lehrwerkstätte Wien.

Er ist seit 42 Jahren im Unternehmen und seit 25 Jahren in der Lehrausbildung. Das gesamte Herzblut liegt bei den Jugendlichen, vor allem Mädchen für die Technik zu interessieren. Besonderes Augenmerk legt er auf Gleichstellung und Diversität.

www.nasicher.at

Alois Grill, ÖBB Lehrwerkstatt

Mag. (FH) Catrin Mayerhofer-Trajkovski, MA

Mag. (FH) Catrin Mayerhofer-Trajkovski, MA absolvierte ein Wirtschaftsstudium an der FH Wr. Neustadt (Personal und Steuerrecht) und einen HR-Management-Master an der FH Eisenstadt (Bildung und Arbeitsmarktsysteme). Mit Berufserfahrung im Personalbereich und arbeitsmarktpolitischen Kontext begleitet Sie nun mit ihrer Unternehmensberatung Firmen bei Fragen zu HR-Förderungen.

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