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Generationenmanagement in Unternehmen: Wer kann was von wem lernen?

Generationenmanagement in Unternehmen, Definition

Die Kultur von Unternehmen wird auch von Generationen geprägt. Ein gutes Generationenmanagement in Unternehmen nutzt die Ressourcen und Potenziale aller Mitarbeitenden quer durch alle Altersstufen.

Warum Generationenmanagement angesichts der demografischen Entwicklung unserer Gesellschaft wichtig ist, wie es gehen kann und worin die Stärken der einzelnen Generationen liegen, wird hier skizziert.

INHALT

Generationenmanagement Definition

Was bedeutet Generationsmanagement?

Generationenmanagement bedeutet ein an Lebensphasen orientiertes Arbeiten. Diese Definition impliziert die Erkenntnis, dass in jeder Lebensphase Mitarbeitende sowohl über spezifische Kenntnisse und Kompetenzen verfügen als auch besondere Bedürfnisse haben. Idealerweise lernen und profitieren Mitarbeitende verschiedenen Alters voneinander. Dazu braucht es jedoch ein entsprechendes Umfeld, in dem die jeweiligen Altersgruppen aufeinander positiv eingestellt sind.

Demografische Entwicklung unserer Gesellschaft

Weshalb ist generationenübergreifendes Arbeiten heute so wichtig?

  • In Österreich steigt die Lebenserwartung – Frauen 83,1 Jahre, Männer 77 Jahre – und damit erhöht sich der Anteil der älteren Erwerbstätigen, vor allem der Generation Baby Boomer, geboren ca. 1950-1964.
  • Gleichzeitig sinkt die Geburtenrate – sie liegt in Österreich heute bei 1,44 Kinder je Frau.
  • Darüber hinaus treten mit der Generation Z, die ca. zwischen 1995 und 2009 geboren ist, junge Leute in den Arbeitsprozess, die ihre eigenen Vorstellungen vom Arbeitsleben haben.

Daraus ergeben sich neue Herausforderungen bei der Akquirierung junger Arbeitskräfte.

Profile der Generationen

Zusammenarbeit und gegenseitiges Verständnis zwischen den Generationen war nie einfach. Dennoch stehen wir heute vor großen Herausforderungen, wenn es um Generationenmanagement in Unternehmen und generationsübergreifendes Verständnis geht.

  • Die jüngeren Generationen Y (geboren ca. zwischen 1980 und 1994) und Z haben aufgrund ihrer eher liberalen Erziehung ein ganz anderes Autoritätsverständnis als die Generation X (geboren zwischen 1965 und 1979) und die Baby Boomer.
  • Generation Y und Z fordern selbstbewusst ihre Erwartungen bei der Jobsuche ein. Sie haben ein klares Bild von der Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben und möchten sich im Job nicht so auspowern wie ihre Eltern.
  • Themen wie Nachhaltigkeit, Umweltschutz und Klimawandel, Gleichheit und Work-Life-Balance sind für sie zentral. Sie möchten keine Kompromisse eingehen und setzen die älteren Generationen kräftig unter Druck – siehe die aktuellen Forderungen der Klimaaktivisten, der Bewegung Fridays for Future und der Initiative Letzte Generation.

Unterschiedliche Kulturen und Werte

Worin liegen die größten kulturellen Unterschiede dieser Altersgruppen?

Bei der Betrachtung des unterschiedlichen sozio-ökonomischen Umfelds ist klar ersichtlich, dass Generation Y und Z in einem materiell eher gesättigten Umfeld aufwuchsen. Arbeit bekam in diesem Kontext eine andere Bedeutung. Ihre Sinnhaftigkeit steht eher im Vordergrund.

Für die ältere Generation, die den Wiederaufbau nach dem 2. Weltkrieg durch ihre Eltern miterlebt hat, hat sich ins kollektive Gedächtnis eingeprägt: Man musste sich alles hart erarbeiten. Nichts ist umsonst. Wichtig ist eine solide materielle Basis aufzubauen.

Für die Jüngeren, die sich in der in den letzten zwei Jahrzehnten entstandenen digitalen Welt ganz selbstverständlich bewegen, geht es eher um sozialen Austausch, individuelle Entfaltung und genügend Zeit zum Leben. Man lebt online, ist Technik affin, teilt sein Privatleben auf Social Media und möchte in der Welt nachhaltig Gutes und Sinnvolles bewirken.

Voneinander profitieren und Brücken herstellen

Was sind die Stärken der jüngeren Generationen … im Sinn von Generationenmanagement in Unternehmen?

Die Millennials – so wird die Generation Y auch genannt –  als Vorkämpfergeneration der Digitalisierung und Arbeitszeit- und -ort-Flexibilität passen gut in die Vermittlerrolle zwischen Generation Z und Baby Boomer bzw. Generation X. Sie kennen beide Seiten und verstehen sie.

Generation Z größte Stärke liegt im Selbstbewusstsein, Selbstverständlichkeiten immer wieder zu hinterfragen und durch ständigen Austausch mit anderen die Blickwinkel zu wechseln. Daraus ergeben sich mitunter ungewöhnliche und kreative Lösungen. Unter dem Deckmantel globaler Kompetenz könnte man dafür sicher auch die älteren Generationen gewinnen.

Die Erfahrungen der älteren Generationen sind unbezahlbar für die Jüngeren, auch wenn die jeweiligen Lernweisen völlig unterschiedlich sind. Globale Kompetenz, die sich die Jungen gern umhängen, einzusetzen, um den Älteren wirklich zuzuhören und ihre Sichtweise zu verstehen versuchen, würde sich lohnen, um wirklich voneinander zu profitieren.

TIPPS für ein gelingendes Generationenmanagement in Unternehmen

  • Reverse Mentoring zwischen Generation Y/Z und Baby Boomer/Generation X: Da der Generation Y und Z noch Erfahrungen fehlen, sie aber mitmischen möchten, könnten die Älteren sie bei Entscheidungsprozessen unterstützen. Darüber hinaus haben die Jüngeren einen intuitiven Zugang zu den neuen Technologien – dabei könnten sie die Älteren unterstützen.
  • Ein Klima für Offenheit und Vertrauensbildung gewährleisten: In der Zusammenarbeit die Ressourcen der jeweiligen Generationen im Blick behalten und den Mut haben, unterschiedliche Lösungen auszuprobieren.
  • Weiterbildungsangebote: Kultur des kontinuierlichen Lernens generationsübergreifend fördern
  • Purpose kommunizieren: Die Sinnhaftigkeit von Arbeit ist nicht nur für Jüngere ein Thema. Um Ältere länger im Arbeitsprozess zu halten, ist es auch für sie wichtig, das große Ganze im Blick zu haben.
  • Kommunikationsangebote: Es gibt generationsübergreifende Projekte wie „Ask-Me-Anything-Breakfast“. Das ist beispielsweise hybride Frühstück-Meetings, bei denen sowohl Information ausgetauscht, als auch Sorgen geteilt und Fragen beantwortet werden. Ganz informell.
  • Erkennen der Ressource Mitarbeitende mit Migrationshintergrund: 30% der Generation Z hat Migrationshintergrund. Das heißt, diese Mitarbeitenden sind bikulturell und zweisprachig, offen für Anders-Sein und schätzen Diversität am Arbeitsplatz. Diese Ressource sollte sich kein Unternehmen entgehen lassen.

Quellen: Generationenmanagement in Unternehmen

Dr. Karin Schreiner, MA | Teil unseres fixen Autoren-Teams

Dr. Karin Schreiner ist interkulturelle Trainerin und Coach für interkulturelles Management. Sie ist Ihre Ansprechpartnerin für kulturspezifische Trainings zu Indien, China, Japan, Süd-Korea.

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