Stepstone-Umfrage im juni2020: Zum Thema „Corona-Effekt im Job“ wurden über 1.500 Arbeitnehmer befragt, hier die Ergebnisse in einer übersichtlichen Infografik:
Weitere Infos unter https://www.stepstone.at/Ueber-StepStone/knowledge-base/der-corona-effekt-im-job/
Zwischen Motivation und Ausnahmezustand: Was der Corona Effekt im Job wirklich sichtbar macht
Die Infografik zum Corona Effekt im Job zeichnet ein Bild einer Arbeitswelt im Ausnahmezustand, das sich zwischen Stabilität und spürbarer Verunsicherung bewegt. Grundlage ist eine StepStone Umfrage aus dem Juni 2020, in der rund 1.500 Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer in Österreich befragt wurden. Im Zentrum steht dabei eine einfache, aber hochrelevante Frage: Wie geht es Menschen im Job unter den Bedingungen der Pandemie wirklich
Die Ergebnisse zeigen zunächst ein überraschend robustes Fundament an Motivation. Vor der Krise gaben 88 Prozent der Befragten an, sehr oder eher motiviert zu sein. Auch während der Pandemie bleibt dieser Wert mit 64 Prozent auf einem bemerkenswert hohen Niveau. Gleichzeitig wird jedoch deutlich, dass diese Motivation nicht mehr selbstverständlich getragen wird, sondern von Einschränkungen und Belastungen begleitet ist. Die Infografik macht damit sichtbar, dass Motivation in Krisenzeiten nicht verschwindet, aber ihre Qualität verändert.
Auffällig ist, dass die Corona Situation nicht nur als Belastung, sondern in Teilen auch als Entlastung wahrgenommen wird. In einzelnen Rückmeldungen wird beschrieben, dass neue Arbeitsarrangements, insbesondere im Homeoffice, zu mehr Ruhe, gesünderem Verhalten und bewussterer Zeitgestaltung führen können. Die Infografik lässt damit eine Spannbreite an Erfahrungen erkennen, die von Überforderung bis hin zu unerwarteter Stabilisierung reicht.
Arbeitsrealität im Spannungsfeld zwischen Büro und Homeoffice
Ein zentrales Thema der Darstellung ist die Veränderung der täglichen Arbeitssituation. Die Pandemie hat Arbeitsweisen verschoben, Routinen unterbrochen und neue Formen der Zusammenarbeit etabliert. Für viele Beschäftigte bedeutete dies einen abrupten Wechsel zwischen Büroarbeit und Homeoffice, häufig ohne lange Vorlaufzeit und mit hoher Anpassungsleistung im Alltag.
Die Infografik verdeutlicht dabei nicht nur den organisatorischen Wandel, sondern auch die emotionale Dimension dieser Umstellung. Während einige Mitarbeitende den zusätzlichen Aufwand und die Mehrbelastung im Homeoffice oder durch hybride Anforderungen betonen, berichten andere von einer verbesserten Vereinbarkeit individueller Bedürfnisse mit beruflichen Anforderungen. Diese Gleichzeitigkeit gegensätzlicher Erfahrungen ist ein zentrales Merkmal der dargestellten Ergebnisse.
Besonders interessant ist der implizite Wandel im Verständnis von Leistung und Präsenz. Die Infografik macht deutlich, dass Arbeit zunehmend entkoppelt von physischer Anwesenheit gedacht wird, gleichzeitig jedoch neue Anforderungen an Selbstorganisation und Eigenverantwortung entstehen. Damit verschiebt sich nicht nur der Arbeitsort, sondern auch das Erwartungsprofil an Mitarbeitende.
Ein Arbeitsmarkt im Zustand der Neuvermessung
In der Gesamtschau zeigt die Infografik einen Arbeitsmarkt, der sich im Jahr 2020 in einer Phase der Neuvermessung befindet. Motivation bleibt vorhanden, jedoch unter veränderten Vorzeichen. Arbeitsrealitäten werden flexibler, aber auch komplexer. Und zwischen diesen Polen entsteht eine neue Normalität, die damals noch kaum vollständig greifbar war.
Für HR Verantwortliche ergibt sich daraus ein klares Spannungsfeld. Einerseits gilt es, Motivation zu erhalten und Orientierung zu geben. Andererseits müssen neue Arbeitsmodelle gestaltet werden, die sowohl Produktivität als auch Belastbarkeit berücksichtigen. Die Infografik liefert damit weniger einfache Antworten als vielmehr ein differenziertes Stimmungsbild einer Arbeitswelt im Umbruch.
Was bleibt, ist der Eindruck einer Branche, die gelernt hat, unter außergewöhnlichen Bedingungen handlungsfähig zu bleiben. Und einer Belegschaft, die zeigt, dass Motivation auch in Krisen nicht verschwindet, sondern sich lediglich neue Ausdrucksformen sucht.




