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Teamimpuls

Top-KI-Tools im HR-Alltag | Eine Momentaufnahme

4Mai2026
7 min
HR KI-Tools

HR-Know-how aus der Praxis für die Praxis

Inhalt

Welche KI-Tools nutzt die HR-Szene aktuell am liebsten und was macht genau diese Anwendungen im Alltag so zielführend?

Ich habe in der HR-Szene nachgefragt, welche KI-Tools aktuell am liebsten verwendet werden – und weshalb. Mich interessiert nicht die Theorie, sondern der echte Einsatz im Alltag zwischen Recruiting, Coaching, Weiterbildung und strategischer HR-Arbeit.

Die befragten Expertinnen und Experten kommen aus unterschiedlichen HR-Disziplinen (zur Orientierung notierte ich die groben Branchen), was die Antworten besonders greifbar macht.

Und weil Transparenz auch bei uns beginnt, werfe ich zusätzlich einen Blick hinter die Kulissen von HRweb.

Entstanden ist eine unrepräsentative, aber aufschlussreiche Momentaufnahme der KI-Tools, die im HR derzeit wirklich genutzt werden.

Experten-Interview

Die jeweils 3 Top-KI-Tools

Ich bat meine Interview-Runde um jeweils 3 KI-Tools, die sie besonders gerne, oft und zielführend einsetzen.

Mag. Sabine Prohaska (seminar consult)

BRANCHEN: Weiterbildung, Coaching

NotebookLM

Ich nutze es, um umfangreiche Unterlagen zu strukturieren und mir Inhalte als Zusammenfassungen, Podcasts, Videos oder Grafiken aufbereiten zu lassen. Besonders hilfreich ist, dass ich ausschließlich mit meinen eigenen Quellen arbeiten oder gezielt zusätzliche Informationen recherchieren lassen kann. Das Tool liefert sehr hohe Qualität und ermöglicht es mir, Informationsaufnahme flexibel an meinen Lernstil anzupassen.

Gamma.app

Als Vortragende nutze ich Gamma.app, um aus einfachen Textdateien in kürzester Zeit Präsentationsfolien zu erstellen. Mit einer einmal erstellten, personalisierten Vorlage entstehen Folien mit passenden Bildern und einem grafisch ansprechenden Layout auf Knopfdruck. Ganz ohne Nacharbeit geht es zwar nicht, doch die Zeitersparnis ist enorm.

Perplexity

Perplexity nutze ich für Recherchen, weil die Qualität der Ergebnisse überzeugend ist und jede Information direkt mit Quellen verlinkt wird. So kann ich rasch prüfen, ob Aussagen belastbar sind und Fehler vermeiden. Als speziell entwickelte KI-Suchmaschine greift das Tool auf aktuelle Webdaten zu und bietet eine hohe Transparenz sowie hilfreiche Modi für vertiefte oder akademische Recherchen.

Mag. Armand Kaáli-Nagy (ÖPWZ)

BRANCHEN: Recruiting, Teamentwicklung, Führungskräfte, PE, Weiterbildung

ChatGPT

ChatGPT nutze ich als KI-Unterstützung in fast allen Bereichen: von Seminar-Design über Textentwürfe bis zum Brainstorming. Ich probiere gerne Dinge aus, die Entwicklung der KI geht rasend schnell.
Der Mehrwert: KI erhöht meinen Output – die KI liefert die Vorschläge, ich mache das Feintuning.
Mein Leitsatz: „KI generiert tolle Ergebnisse, Verantwortung bleibt beim Menschen.“

Microsoft 365 Copilot (Vollversion)

MS-Copilot nutze ich dort, wo ich direkt mit Office-Apps arbeite: Mails, Zusammenfassungen, Präsentationen, Teams-Protokolle – direkt im Arbeitsfluss. Die Integration von KI ermöglicht mir mehr Zeit für den Dialog mit Kunden und Umsetzung von Ideen.
Mein Motto: „Copilot ist die KI-Assistenz im Hintergrund, die mir Zeit für andere Themen schenkt.“

Perplexity

Perplexity nutze ich für Recherchen, wenn ich schnell einen Überblick brauche. Außerdem setze ich Perplexity gerne zur Überprüfung von KI generierten Ergebnissen ein – eine KI checkt die andere KI. So optimiere ich das Ergebnis und die Qualität wird besser. „Perplexity ist mein Fakten-Checker“

Michaela Baumgartner (Group Austria)

BRANCHEN: Weiterbildung, Coaching

ChatGPT

Für schnelle Ideen-Generierung und Varianten, z. B. Team-Rituale oder Marketingtexte. Es excelliert durch hohe Kreativität und Geschwindigkeit, perfekt für dynamische Brainstorming-Phasen in vielfältigen Projekten.

Claude

Ich bevorzuge Claude gegenüber ChatGPT bei anspruchsvollen, strukturierten Aufgaben wie Lernkonzepten oder Coaching-Themen. Claude verarbeitet Kontext über lange Dialoge hinweg stabiler und präziser, ohne wichtige Infos zu „vergessen“. Es erzeugt weniger Halluzinationen und liefert ethisch saubere, logisch nachvollziehbare Ergebnisse

Midjourney

Ich nutze Midjourney, weil es fotorealistische Lernvisuals mit atemberaubender künstlerischer Brillanz erzeugt – weit über Standard-KI-Bilder hinaus. Es versteht komplexe Prompts intuitiv und liefert detailreiche, marktgerechte Grafiken in Sekunden.

Corinna Ladinig, MBA (CTC Academy)

BRANCHE: Coaching

ChatGPT

Am liebsten zur Unterstützung bei der Formulierung von „heiklen“ Texten oder Emails – mein Tipp: Spracheingabe am Handy. Aber auch zur Lösung von Technik Problemen.

NotebookLM

Macht mir aus Texten Audios zB als Zusammenfassung von Workshops, auch hilfreich für Teilnehmende, die lieber das Skriptum als Audio hören. Eine Video-Zusammenfassung als Power Point & Stimme ist auch möglich.

Gamma

Nutze ich für die Erstellung von Freebies oder Workbooks

Daniela Schlick (WIFI Wien)

BRANCHE: Weiterbildung

ChatGPT / Copilot (Generative KI als strategischer HR‑Co‑Pilot)

Im Austausch mit den Teilnehmenden in den HRM- und KI-Kursen zeigt sich, dass generative KI zunehmend als strategische Begleitung genutzt wird – für Analysen, Szenarien und Entscheidungsentwürfe. Sie unterstützt HR dabei, komplexe Zusammenhänge schnell zu erfassen und Optionen zu entwickeln. Zielführend ist die Fähigkeit, Wissen, Daten und Kreativität in Echtzeit zu verbinden.

LinkedIn Skills Graph, Cornerstone Skills AI (Skill‑Graph‑basierte Talententwicklung)

Skill‑Graph‑Technologien werden zur Grundlage moderner Personalentwicklung: Sie erkennen Kompetenzen, prognostizieren Bedarf und empfehlen Lernpfade. In der Praxis erleben wir, dass HR weg von starren Jobprofilen hin zu dynamischen Skill‑Ökosystemen geht. Zielführend ist die Zukunftsfähigkeit, die durch kontinuierliche Kompetenzentwicklung entsteht.

Visier, Crunchr, Workday‑Analytics (Predictive People Analytics für vorausschauende HR‑Steuerung)

HR‑Teams nutzen zunehmend KI‑gestützte Analysen, um Entwicklungen wie Fluktuation, Skill‑Risiken oder Personalbedarf frühzeitig zu erkennen. Diese Lösungen machen HR von einer reaktiven zu einer proaktiven Funktion. Zielführend ist die Möglichkeit, Entscheidungen auf Basis von Trends und Prognosen zu treffen – nicht erst, wenn Probleme sichtbar werden.

Mag. Barbara Schreiber (Schulmeister Management Consulting)

BRANCHEN: Recruiting, Interim Management, Führungskräfte, PE, Coaching

ChatGPT

Verwendung: Strukturierung von Anforderungsprofilen und Interviewleitfäden.

Warum zielführend: Hilft, implizite Erwartungen sichtbar zu machen und Denkfehler früh zu erkennen – ersetzt aber keine Marktkenntnis. Mit ChatGPT habe ich auch den versiertesten Umgang.

LinkedIn Recruiter (KI-gestützte Suche)

Verwendung: Identifikation passiver Talents.

Warum zielführend: Gute KI ist hier kein Ersatz, sondern Verstärker für erfahrene Suchlogik.

Textanalyse-Tools für Stellenanzeigen (Microsoft Co-Pilot)

Verwendung: Überprüfung von Tonalität und Verständlichkeit.

Warum zielführend: Unterstützt dabei, bspw. Stellenanzeigen realistisch und inklusiv zu formulieren – ohne Marketingfloskeln, oder einen Kandidaten-Bericht nochmal etwas lesefreundlicher zu überarbeiten.

Mag. Helga Fazekas (nextCEO)

BRANCHE: Coaching

n8n (AI Workflow Automation Platform & Tools)

Ich verwende dieses Tool zum praktischen Automatisieren von Abläufen z.B. um Lebensläufe meiner Klientinnen und Klienten in kurze Bewerbungsvideos mit Aussagekraft zu verwandeln. Das System filtert Daten aus dem CV, erstellt einen Text drumherum, baut einen Avatar und generiert gleich danach ein Video. Es lassen sich damit aber auch einfache Standardbüroabläufe gut automatisieren. Man kann sich n8n via Lernvideos relativ rasch selbst beibringen. Nicht von den komplex erscheinenden Symbolen abschrecken lassen! Es ist ein praktisches System für alle, die OpenClaw (noch) nicht alle ihre Daten in die Hand geben wollen.

ChatGPTplus

Es ist mein täglicher Begleiter für Inspiration, Textgestaltung, Search, einfache Bildgenerierung. Allerdings achte ich in den Einstellungen darauf, dass meine Daten nicht zu weiteren Lernzwecken ins System rückeingespeist werden. Ich arbeite alleine mit dem System d.h. ohne Co-NutzerInnen, damit die Interaktion möglichst auf meine Bedürfnisse ausgelegt ist. Faktenabfragen & Berechnungen mache ich damit bewusst nicht (mehr).

Nano Banana (Free Online AI Image Editor)

Nutze ich manchmal zur Bildbearbeitung v.a. weil nanobanana z.B. Gesichtszüge – wenn man ein eigenes Foto  bearbeiten möchte – relativ natürlich belässt.

Eva Selan (HRweb.at)

ChatGPT

Zur Ideen-Findung, bspw. bei der Erstellung von Interview-Fragen oder für den Rohentwurf von LinkedIn-Postings.
Ich verwende die Plus-Verion, da ich mit CustomGPTs arbeite. Beispielsweise für die Erstellung von Prompts für KI-Bilder: ich kopiere einen Artikel/Interview in meinen CustomGPT und erhalte 5 Prompts. Diese übernehme ich dann in Midjourney und lasse mich von den Ergebnissen inspirieren.
Wobei ich auch die Bildbearbeitung in ChatGPT sehr schätze.
Je nach Einsatzbereich nutze ich sehr gerne die Sprachfunktion. Das Ergebnis klingt dann mehr nach „mir“ als wenn ich es tippen würde.

Midjourney

Unsere Bilder stammen zum Großteil von Midjourney. Da ich selbst ein sehr kreativer Mensch bin, bin ich hier ganz in meinem Element.

Neue KIs

Zusätzlich stöbere ich gerne in neuen KI-Systemen. Aktuell teste ich gerade, welche KI uns bei LinkedIn-Postings unterstützen könnte.
Ich war von Stanley beeindruckt, doch € 150 pro Monat ist dann doch zu hoch gegriffen. Scripe hat für LinkedIn super Features, doch beim simplen Erstellen von Postings ärgere ich mich mehr als es mir hilft.
Dennoch erweitert jede neue KI das eigene Wissen und ich freue mich, reinzutüfteln.

Fazit

Für mich persönlich ist spannend zu sehen, wie klar sich ChatGPT als Standard-Tool etablierte, quer durch Branchen und Anwendungsfelder. Kaum überraschend, aber dennoch deutlich sichtbar.

Perplexity scheint vor allem dort zu punkten, wo Fakten-Checks und strukturierte Recherche gefragt sind – ein Tool, das ich künftig selbst intensiver testen werde. Auch n8n klingt verlockend, auch wenn ich ahne, wie viel Tüftelzeit darin liegen könnte.

Diese Umfrage ist nicht repräsentativ, aber sie zeigt sehr klar: die Szene arbeitet neugierig, reflektiert und erstaunlich differenziert an ihrem persönlichen KI-Ökosystem.

Interviewte Personen

Top-KI-Tools im HR-Alltag | Eine Momentaufnahme

Michaela Baumgartner

Michaela Baumgartner, Group Austria

Corinna Ladinig, MBA

Corinna Ladinig, CTC

Mag. Armand Kaáli-Nagy

Kaali-Nagy Armand, OePWZ, 200x250

Mag. Sabine Prohaska

Sabine Prohaska, seminar consult

Mag. Helga Fazekas

  • Managing Director
  • nextCEO
Helga Fazekas, nextCEO

Daniela Schlick

  • Geschäftsführung strategit
  • Trainerin WIFI Wien
Schlick Daniela, WifiWien, 200x250

Mag. Barbara Schreiber

  • Personalberaterin und Prokuristin
  • SCHULMEISTER Management
    Consulting GmbH
Schreiber Barbara, Schulmeister, Teambuilding, Teamentwicklung, Incentives

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