Blick in die Praxis, wie ein interaktiver Offsite-Workshop sowohl Verhaltensmuster sichtbar machte, als auch den Weg zu einer neuen Feedbackkultur ebnete.
Teams haben viele Herausforderungen: Internationalität nimmt zu, multikulturelle und generationale Themen brauchen Beachtung und bringen ein großes Spektrum an Kommunikations- und Verhaltensmustern. Das hat Einfluss auf das Miteinander und die Zugehörigkeit und verursacht Reibungen. Eine der relevanten Fragen für High-Performance-Teams: Wie können wir eine gemeinsame Basis entwickeln, die Sicherheit gibt und Innovation fördert?
MapsTell ist ein Tool für Coaches, Trainerinnen und HR-Professionals, um Teams effizient und nachhaltig in ihrem Miteinander weiterzuentwickeln.
Gast-Autoren
Dr. Florian Besch und Daniel C. Liebermann sind Gründer und Geschäftsführer von nevo – teams * leaders * culture. Als Ambassadors und Navigators zertifizieren sie Trainer, Coaches und HR-Professionals im DACH-Raum. Seit über 15 Jahren begleiten sie Organisationen, Leader und Teams für eine bessere Zusammenarbeit.
Ausgangslage: Kommunikation als Herausforderung
Eine Abteilung eines internationalen Versicherungskonzerns kontaktierte nevo auf eine interne Empfehlung hin. Die vier Führungskräfte und zwanzig Mitarbeitenden hatten unterschiedliche berufliche Hintergründe, verschiedene Nationalitäten und unterschiedlich lange Erfahrung im Job und im Unternehmen. Sie planten das erste Offsite nach einem halben Jahr in Arbeit.
In der Auftragsklärung wurden die Ziele des Workshops mit nevo definiert:
- das Miteinander stärken und Vertrauen vertiefen;
- die psychologische Sicherheit verstärken;
- die interne Kommunikation verbessern; und
- die Reibung an Schnittstellen minimieren.
Planung: Multisensorisches Social-Skill-Training
Workshops zu sozialen und emotionalen Themen verzeichnen eine deutlich höhere Wirksamkeit, wenn Teilnehmende Lerninhalte live erleben und dabei auf mehreren sensorischen Ebenen angesprochen werden. Für den eineinhalbtägigen Workshop planten wir deshalb eine Kombination aus einem interaktiven Szenario und MapsTell. Eine spielerische und herausfordernde Interaktion würde Themen und Muster der Zusammenarbeit und Kommunikation in der Gruppe „am eigenen Leib“ erlebbar machen. Die folgende Reflexion und die Verknüpfung mit dem Assoziationslernen von MapsTell würden nicht nur kognitiv das gegenseitige Verständnis füreinander verbessern, sondern neue Erfahrungen des empathischen Umgangs bereitstellen.
MapsTell – Die Welt der Unterschiede
MapsTell wird oft zu den Persönlichkeitstests gezählt, das wird dem Tool allerdings nur bedingt gerecht. Es will Menschen nicht testen, sondern verbinden. Und MapsTell bezieht sich nur auf einen Teil von Persönlichkeit: wahrnehmbares Verhalten. Mittels eines Fragebogens werden für jeden Teilnehmenden PersonalMaps erstellt, die die Verhaltenspräferenz darstellen und dann als Kommunikationsanlass dienen. Im Training wird die große Bodenkarte „Die Welt der Unterschiede“ physisch betreten und lädt zu einer interaktiven Reise ein, in der über Brücken gegangen wird, die Entwicklung unterstützen. (https://nevoteam.de/mapstell)
Durchführung: Interaktives Erleben
Im Vorfeld des Offsite-Workshops füllten die Teilnehmenden den digitalen MapsTell-Fragebogen aus. Dass die Ergebnisse erst später im Workshop ausgehändigt würden, ließ eine gewisse Neugier entstehen. Wir hatten für den ersten Nachmittag eine größere Interaktion vorbereitet, die outdoor stattfand. Bewegung, Natur, Spaß und eine Aufgabe mit hohem Aufforderungscharakter ließ Leichtigkeit, Ungezwungenheit und Begeisterung aufkommen.
Mitten in der Aktion fiel der Satz: „Das ist ja hier wie auf der Arbeit!“ – ein kurzes Innehalten und Gelächter ertönte. Für einen Moment waren alle im Spiel: sowohl in der Aktion als auch schon in der reflektierenden Meta-Ebene. Dann nahm die Interaktion die Teilnehmenden wieder in ihren Bann.
Die anschließende Reflexion wurde offen, warmherzig und ziemlich schnell eindeutig in der Aufdeckung von Mustern und Kommunikationsstrukturen des Teams. Parallelen zu Arbeitssituationen und auch bisher nicht tiefer besprochene „Kommunikationspannen“ und Missverständnisse wurden angesprochen. Die Analyse, in der die frische Erfahrung mit wertschätzendem Feedback verbunden wurde, ermöglichte bereits eine Reflexionsebene über den Arbeitsalltag, die entspannter, offener und tiefgehender war als zuvor.
MapsTell: Miteinander besser verstehen
Am zweiten Tag lag die große MapsTell-Bodenkarte im Seminarraum und förderte sofort Neugierde (siehe auch Interview MapsTell | Persönlichkeitsprofile auf einer Landkarte und plötzlich verstehen sich Teams besser).
Metaphern, Städtenamen, Landschaften etc. wurden mit Interesse und Faszination entdeckt. Im stellten die Trainer in den Mittelpunkt, wie Wahrnehmung unsere Kommunikation und unser Verhalten beeinflusst. Sie erklärten, dass Verhalten komplex ist und es deshalb im Tool vereinfacht kategorisiert wird, damit wir Menschen besser verstehen können. Die Wichtigkeit der Einzigartigkeit jedes Menschen und die Bedingtheit jeder Wahrnehmung ließen die Teilnehmenden merklich entspannen und sich sicher fühlen.
Nach der Einführung in den Aufbau der Bodenkarte, durften alle Teilnehmenden sich selbst einschätzen und auf der Karte verorten. „Magic happens“: alle orientierten sich, entdeckten Verhalten und wie von selbst entstanden Gespräche untereinander, wie sie sich gegenseitig im Alltag und in der gestrigen Outdoor-Interaktion wahrgenommen hatten. „So angenehm und offen, bei gleichzeitiger Tiefe, habe ich noch nie Feedback bekommen!“ sagte ein Teilnehmer.
Und das zog sich dann durch den Tag: beim Austeilen der Fragebogen-Ergebnisse, bei der Aufstellung des ganzen Teams auf der Karte, bei der Verschiebung von Verhaltenspräferenzen unter Stress. Am Ende des Tages standen folgende Statements:
- „Ich habe eine neue Perspektive auf mich selbst und viele andere im Team!“
- „Ich verstehe viel besser, warum mich anderes Verhalten triggert!“
- „Wir haben uns viel intensiver kennengelernt.“
- „Ich weiß jetzt, wie ich besser auf den Kollegen zugehen kann, wenn ich etwas von ihm will.“
- „Ich fühle mich verstanden!“
- „Selten so viel Spaß und Tiefe in einem Workshop gehabt.
Nachbetrachtung und Weiterarbeit
In der Nachbesprechung mit der Führungskraft wurde uns gespiegelt, dass auch die interne Evaluation ein herausragendes Ergebnis des Workshops gebracht hatte: Der Stretch zwischen Kennenlernen, Vertrauensaufbau und konkreter Verbesserung der Alltagskommunikation eines sehr heterogenen Teams war gelungen. Mit Leichtigkeit waren die Lernerfolge durch MapsTell in den Arbeitskontext übernommen worden. Und: es gab weiterhin Entwicklungsnotwendigkeiten…
Ein halbes Jahr später wurde nevo wieder kontaktiert, um das nächste Offsite vorzubereiten. Die Zusammenarbeit im Team hatte sich fundamental verbessert, und es gab weiterhin Herausforderungen beim Geben und Nehmen von persönlichem Feedback. Thema: Wie kann eine gemeinsame respektvolle Feedbackkultur aufgebaut werden und jeder einzelnen Person gerecht werdendes Feedback gegeben werden?
MapsTell als Feedback-Grundlage
Die differenzierte Betrachtung auf wahrnehmbares Verhalten auch unter Stress eröffnet eine hervorragende Grundlage auf gemeinsame und individuelle Bedürfnisse bei Feedback zu schauen. Dabei wird Feedback als Alltagskommunikation verstanden. Das Erkennen von situationalen Bedürfnissen des Kollegen ermöglicht ein Feedback, das angenommen und verarbeitet werden kann.
In Kombination mit einem Feedback-Tool wie den „3Ws“ ermöglicht MapsTell eine sehr reflektierte und selbst-bewusste Erarbeitung von Skills im Feedback-Nehmen und -Geben.
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Mehr InformationenFazit
Die Verankerung von Veränderungen im Arbeitsalltag von Teams ist die Herausforderung, die sich ein nachhaltiger Workshop stellen muss. Verbesserungen in der Kommunikation und in der Teamzusammenarbeit entstehen nicht nur „durch Reden“, sie entstehen durch ein multisensorisches Erfahrungslernen.
MapsTell arbeitet körperlich (Aufstellen auf der Bodenkarte), emotional (Erleben von Verhalten), assoziativ (Metaphern, Symbole, Geschichten) und multisensorisch (visuell, taktil, auditiv). Das ermöglicht individuelle Zugänge zu Lerninhalten und vertieft diese durch wiederholte Lernschleifen auf verschiedenen Ebenen.
So entstehen nachhaltige Veränderungen in Teams – und vor allem verstehen sich Menschen besser. Denn das war immer der Plan des Erfinders: Für eine verständnisvolle Welt.
„So sind wir eben.“ Oder? | Teamentwicklung mit MapsTell


