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Diversity in Österreich: Charta der Vielfalt

Ende 2010 haben elf Erstunterzeichner die österreichische Charta der Vielfalt – eine Initiative von Pauser&Wondrak in Zusammenarbeit mit der WKO und WKW – in Wien unterzeichnet. Die unterzeichnenden Unternehmen verpflichten sich damit zur Einhaltung der Einstellungs- und Verhaltensrichtlinien der Charta der Vielfalt. Diese dienen der Erweiterung, Wertschätzung und Nutzung von Diversität in Organisationen. Damit wird die Möglichkeit genutzt, optimal mit den Potenzialen von Diversität zu arbeiten und damit Erfolge für Kunden und Mitarbeiter zu maximieren. Unter den Erstunterzeichnern finden sich neben international tätigen Konzernen auch österreichische KMUs.

Die Möglichkeit zur Unterzeichnung der Charta der Vielfalt besteht für weitere Unternehmen ab sofort.


Vielfalt ist wo Menschen sind

Die Umkehr der Alterspyramide, die zunehmende Globalisierung und die Etablierung unterschiedlicher Lebensstile sind gesellschaftliche Veränderungen, die sich intensiv auf die Arbeitswelt, das Leben in Organisationen und damit auf die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit von Unternehmen auswirken. Diese immer stärker zu Tage tretende Vielfalt stellt eine Herausforderung im betrieblichen Alltag dar, mit der strategisch und konsequent umgegangen werden muss. Genau dazu ist die Charta der Vielfalt ein hervorragend geeignetes Instrument. Als freiwillige Selbstverpflichtung bietet sie Unternehmen die Möglichkeit zur organisationsübergreifenden Etablierung von Standards im Diversitätsmanagement. Networking und Erfahrungsaustausch sind zusätzliche Pluspunkte dieser Initiative.


Vielfalt – zwischen Schreckgespenst und Wundermittel

Befasst man sich mit der Thematik rund um das neue bon mot „Diversity“ und dessen Management, erhält man schnell den Eindruck, Vielfalt sei das neue Wundermittel der Betriebswirtschaft für jegliche Problemstellung. Ob Vielfalt tatsächlich zur Problemlösung beiträgt und als zusätzliches Potenzial genutzt wird oder sich zur Bedrohung entwickelt, hängt davon ab, wie ihr begegnet wird. Nur ein strategisch geplantes, umfassend und konsequent implementiertes sowie sinnvoll evaluiertes Diversity Management Konzept kann langfristig ans Ziel führen. Punktuelle Maßnahmen oder Diversity Management als PR-Gag bleiben bestenfalls folgenlos, im schlimmsten Fall schaden sie sogar dem Image des Unternehmens und der Loyalität von Stakeholdern. Besonders in wirtschaftlich turbulenten Zeiten ist die konsequente Fortführung von Diversity Maßnahmen jedoch für viele Unternehmen schwierig. Initiativen wie die Charta der Vielfalt sind deshalb äußerst wertvoll. Sie bieten Unternehmen Anhaltspunkte für sinnvolles Diversity Management und halten zur Konsequenz an.


Vielfalt in Österreich

Die 11 erstunterzeichneten Unternehmen der Charta der Vielfalt in Österreich sind (in alphabetischer Reihenfolge):

  • BAWAG P.S.K. Bank für Arbeit und Wirtschaft und
    Österreichische Postsparkasse AG
  • equalizent GmbH
  • Hewlett-Packard Ges.m.b.H.
  • IBM Österreich Internationale Büromaschinen GmbH
  • Microsoft Österreich GmbH
  • Novartis Pharma GmbH
  • Österreichische Volksbanken AG
  • Secretary Search GmbH (diversity search)
  • TNT Express (Austria) GmbH
  • Unicredit Bank Austria AG
  • Western Union Financial Services GmbH

Weitere Unternehmen sind jederzeit gerne willkommen!


Vielfalt auf europäischer Ebene

Neben Österreich hat auch Schweden in diesem Jahr eine Charta der Vielfalt initiiert. Die beiden Staaten folgen damit den Beispielen von

  • Deutschland,
  • Frankreich,
  • Italien,
  • Spanien und
  • der Region Brüssel.

Diversity Management – ursprünglich aus den USA stammend – wird somit auch zu einem europäischen Konzept. Die zunehmende Relevanz dieser Managementkonzeption für den europäischen Raum zeigt sich außerdem in der Unterstützung der EU im Rahmen von Kongressen zur Förderung des Austauschs zu Diversity Management zwischen den unterschiedlichen europäischen Initiativen.


Vielfalt ist Zukunft

Unabhängig davon, ob Vielfalt begrüßt oder gefürchtet wird, entwickelt sie sich zu einem sozialen Faktum. Unternehmen haben also jetzt die Wahl: Sie können sich bereits jetzt – zu einem Zeitpunkt, zu dem Diversity Management in Österreich bzw. Europa noch eine relativ junge Konzeption darstellt – für die Herausforderungen der Gegenwart und Zukunft rüsten oder später mit erheblich höherem Aufwand an Kraft, Zeit und Geld auf den bereits fahrenden Zug aufspringen.


Links

Secretary Search
Diversity Search
Unternehmens-Profil | Diversity Search
Charta der Vielfalt

 

Anmerkung der Redaktion

Generell wird im HRweb auf das Binnen-I – aufgrund der leichteren Lesbarkeit – verzichtet. Daher findet zB statt „Mitarbeiter/Mitarbeiterin“ oder „MitarbeiterIn“ die geschlechtsneutrale Form „Mitarbeiter“ Verwendung.

Dieser Grundgedanke wird auch in diesem Artikel der „Charta der Vielfalt“ angewandt, doch es soll angemerkt werden, dass gerade in diesem Thema die Gleichstellung der Geschlechter einen zentralen Punkt im Rahmen der Charta darstellt. Auch in Zusammenhang mit der Charta selbst (Website & Co) werden stets geschlechtsneutrale Formulierungen (in diesem Fall MIT Binnen-I) verwendet.

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