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Die PoP 2012 ist „resilient“ | Tag 1

Veranstaltungs-Bericht

PoP 2012: Power of People, Jahresforum für die Personalwirtschaft

Die PoP 2012 ist „resilient“ | Tag 1
Die PoP 2012 ist „resilient“ | Tag 2

Knapp 180 Teilnehmer und Referenten lassen sich wieder einmal ein auf 2 Tage PoP 2012 (Veranstalter: Business Circle). Das Schwerpunkt-Thema dieses Jahr ist „Resilienz & Change“, da es im heutigen Wirtschaftsleben wenig Sicherheit, dafür weiterhin viel Change gibt. Diesmal sind 5 HRweb-Autoren sind anwesend, der heutige Veranstaltungs-Bericht entsteht in Co-Produktion von Eva Selan und Gerd Beidernikl.

PoP 2012 – Power of People

Bereits zum neunten Mal findet das Jahresforum für die Personalwirtschaft statt. Und wieder ist eine Vielzahl an Personalleitern, Personalentwicklern und Beratern der Einladung gefolgt und hat  sich in Rust am Neusiedlersee getroffen. Rund um das heurige Schwerpunktthema „Resilienz & Change“ wurde ein interessantes Programm zusammengestellt, das neben Vorträgen, Podiumsdiskussionen, Best Practice Fällen auch unkonventionelle Ansätze zum Live-Ausprobieren geboten hat.

Was aber ist eigentlich mit Resilienz gemeint? Darunter versteht man in der Psychologie allgemein  die Fähigkeit eines Menschen, einer Gruppe oder einer Organisation erfolgreich mit belastenden Situationen umzugehen; eine Art „elastische Widerstandsfähigkeit“. Entwicklungen wie die viel zitierte Wirtschafts- und Finanzkrise aber auch Medienskandale großer Firmen und individuelle „Firmenkrisen“ bescheren dem Begriff der Resilienz Aufmerksamkeit und Popularität. Wie man diese „Resilienz“ entwickelt, wie man mit Veränderung im Unternehmen umgeht und welchen Beitrag HR in diesem Zusammenhang leisten kann prägten die PoP 2012.

Business Theater

Statt mit Eröffnungsvorträgen startet die PoP12 aufgrund einer Terminverschiebung eines Referenten gleich unerwartet aktiv in den Kongresstag. Kennen Sie Business-Theater? Schauspielend werden dabei Sachverhalte  in einem lockeren und kreativen Setting von den Teilnehmenden gemeinsam erarbeitet und „erspielt“. Dazu wurde der Kongress auch kurzerhand in den Turnsaal verlegt. Sie erwarten Zurückhaltung und Skepsis bei den Teilnehmern? Nur unmerklich! Sehr schnell haben die einzelnen Gruppen, die sich nur teilweise kannten, der gestellten Aufgaben angenommen und schafften es in extrem kurzer Zeit, zur Lösung und Umsetzung der Aufgabenstellung zu kommen. Am Ende standen acht  kurze und sehr amüsante Aufführungen zu Best und Worst Cases in den Kategorien: bedarfsgerecht, vorausschauend, Menschlichkeit und Verantwortung. Ein gelungener Einstieg in die Veranstaltung!

Fachvorträge & Key Note

Erstmals übernahm heuer Univ.-Prof. Dr. Helmut Kaspar die wissenschaftliche Leitung der PoP und überzeugte in seinem Vortrag „Einschätzung zum aktuellen Stand des HR-Managements“ durch Fachwissen und seine lockere, amüsante Art. Man merkt, dass dieser Mann tagelang über Trends und Entwicklungen im HR sprechen könnte, fasst das für ihn derzeit bestimmende Thema aber in einem kurzen Statement zusammen: demographischer Wandel und Ausfällen der Baby-Boom-Generation und der einhergehende Arbeitskräftemangel. Seiner Meinung nach trifft das Thema „Resilienz“ den Nagel auf den Kopf – auch wenn Resilienz – und das merkt er durchaus kritisch an – schon inflationär verwendet wird und sich kaum noch jemand leisten kann, nicht resilient zu sein.

Die Key Note des Tages kommt von Dr. Andreas Ludwig (CEO, Umdasch). Menschen sind seiner Meinung nach „kreative Stehaufmännchen“ die permanent mit Belastungen und Rückschlägen umgehen müssen. Daher: Resilienz ist erlern und verbesserbar, nicht angeboren. Menschen und Unternehmen müssten lernen (und konsequent diese Fähigkeiten entwickeln) mit Realismus, Analysestärke und klarer Priorisierung in belastenden Situationen entschlossen zu agieren; man muss „schöpferische Zerstörung“ auch zulassen und neue Rahmenbedingungen annehmen.

Parallel-Workshops & Plenumsdiskussionen

Der Nachmittag startet mit drei parallelen Workshopsettings, in denen jeweils unterschiedliche Aspekte rund um „Change & Resilienz“ bearbeitet werden. Dabei war „HR als Change Enabler“ wohl der bestbesuchte Workshop der eine große Zahl an Interessierten rund um Praxisbeispiele der Erber AG, Infineon und Deloitte Österreich geschart haben. Das Kurzfazit: Die Rolle die HR im Unternehmen erfüllen muss ist von vielen Widersprüchen geprägt und oft entsteht der Eindruck eines „Wunderwuzzis“, der nicht nur in administrativen Dingen hohe Exzellenz besitzen muss, sondern auch Veränderungsprojekte begleitet. Die Ansatzpunkte dazu  liegen in der Bereitstellung von Tools & Instrumenten, der Kompetenzentwicklung von Menschen (v.a. Führungskräften) und der Gestaltung der Unternehmenskultur. Dies wurde durch einen Praxisbeitrag der Erber AG anschaulich demonstriert, der Einblicke in die eigene „Leadership Academy“ gegeben haben und welche Veränderung der Unternehmensstrategie und –kultur, damit begleitet wurde.

Den fachlichen Abschluss des Tages bildeten Impulsvorträge bzw. eine moderierte Plenumsdiskussion. Neben einem Einblick in die wissenschaftlichen und medizinischen Grundlagen von Resilienz wurde dabei in Form von Dr. Roman Szeliga auch ein Seminar-Kabarettist auf die Bühne geholt. Auch Humor hilft Resilienz zu leben!

PoP Tagesausklang

Die PoP charakterisiert aber nicht nur fachlicher Input. Aus meiner Sicht ist die PoP ein Kongress bei dem sich die Teilnehmenden auf das Abendprogramm gleichermaßen freuen wie auf die fachliche Gestaltung des Tages. In traditioneller Art und Weise wurden die Teilnehmer zum gemeinsamen Abendessen in ein benachbartes Seerestaurant gebeten: Anreise per Boot inklusive. Und dort zeigt sich schnell, dass die HR-Community eine sehr kommunikative Community ist. Ebenso tanzfreudig, denn für DJ und Show-Barkeeping war ebenso gesorgt. Ein gelungener Ausklang für einen interessanten Tag.

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