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Die PoP 2012 ist „resilient“ | Tag 2

Veranstaltungs-Bericht

PoP 2012: Power of People, Jahresforum für die Personalwirtschaft

Die PoP 2012 ist „resilient“ | Tag 1
Die PoP 2012 ist „resilient“ | Tag 2

Die PoP 2012 hatte heute ihren zweiten Kongresstag. Rund um das Oberthema „Resilienz und Change“ diskutierten rd. 180 Teilnehmer aktuelle Themen der Personalarbeit. Das HRweb war mit seinem Autorenteam vor Ort. Der heutige Beitrag ist von Gerd Beidernikl in Kooperation mit Sabine Piotrowski.

Foto v.l.n.r.: Vera Futter-Mehringer (Novomatic), Andreas Ludwig (CEO Umdasch), Gastgeberin Romy Faisst (Business Circle), WU-Professor Helmut Kasper (wissenschaftlicher Leiter)

PoP 2012 – Power of People

Das inzwischen neunte Personalwirtschaftsforum „Power of People“ ging heute in Rust am Neusiedlersee in den zweiten Konferenztag. Dieser war von unterschiedlichen parallelen Workshop-Strängen geprägt, in denen man neben interessanten Fachvorträgen vor allem auch Best Practices österr. Unternehmen kennenlernen konnte. Die Stimmung war heute – nach einem sehr gelungenen Abendessen aller Teilnehmer am Vorabend – spürbar informeller und von sehr guter Stimmung geprägt. Bis zum abschließenden Podiumsdiskussion waren die Ränge voll besetzt.

Workshopserie

Der Tag war von einer Vielzahl an verschiedenen Workshops geprägt – 14 an der Zahl, die in parallelen Handlungssträngen für jeden thematischen Geschmack und jedes Interesse Möglichkeiten geboten haben. Beispielsweise:

  • Die Österreich Werbung schildert ein sehr spannendes Praxisbeispiel, wie im Unternehmen ein sehr umfassendes Kompetenzmodell für Mitarbeiter entwickelt wurde. In einem bei der strategischen Ausrichtung des Unternehmens startenden Prozesses wurde in Kooperation von HR mit Funktionsträgern für 4 wesentliche Mitarbeitergruppen ein Kompetenzmodell entwickelt, das nun konsequent mit anderen HR-Instrumenten verschränkt wird.
  • Palfinder Europe berichtet von seinen Entwicklungs-Initiativen im Nachwuchsführungskräftebereich und wie über die Lernarchitektur und den Einsatz von 180°Feedbackinstrumenten eine „Feedbackkultur“ entstehen soll.
  • Im Workshop „Leadership & Change 2012“ präsentiert SAGE die kurz vor der PoP durchgeführte Studie zur Wahrnehmung der Führungskompetenzen österr. Führungskräfte. Als spannende Idee wurde dabei eine repräsentative Studie unter Arbeitnehmern mit einer Selbsteinschätzung von Arbeitgeberbetrieben (Personalisten) verglichen.

Und das waren nur einige der gebotenen Inhalte. Die gut 10cm dicke Konferenzmappe sammelt die Beiträge in sehr guter Art und Weise und ermöglicht auch nicht besuchte Einheiten nachzulesen.

Abschlussplenum

Das die Konferenz beschließende Plenum war überaus spannend. Zum einen, da die ausgewählten Podiumssprecher (Ing. Nigl, Österr. Post; David Kelly, Quality Austria; RA Dr. Wolf, CMS Reich-Rohrwig Hainz) unter der Moderation von Univ.-Prof. Dr. Kasper eine lebhafte und phasenweise höchst amüsante Diskussion geführt haben. Es drehte sich dabei immer um die Frage der Resilienz aus der Sicht der drei Redner, wobei die HR-Perspektive (Nigl), die CEO-Perspektive (Kelly) und die juristische Perspektive (Wolf) immer wieder aufeinander geprallt sind. Meine drei Lieblingsaussagen der Redner (sinngemäß, nicht wortwörtlich):

  • Nigl: „Unternehmen müssen lernen anders zu denken. Nicht immer nur auf das Fehler vermeiden, sondern vor allem auch darauf  Erfolge der Vergangenheit zu wiederholen!
  • Kelly: „Veränderungen und Probleme die Menschen treffen sind wie Wellen im Meer. Auf die großen Tsunamis kann man sich nicht wirklich vorbereiten. Aber die vielen kleinen Wellen des Alltags abzubremsen und Menschen darauf vorzubereiten, das ist Aufgabe des Managements!
  • Wolf: „Es prallen zwei Welten aufeinander: eine moderne, immer schneller werdende Arbeitswelt und ein Arbeitsrecht das teilweise aus dem Jahr 1916 stammt. Das passt nicht mehr optimal zusammen.

Als originellen Abschluss der Veranstaltung wurde LIVE ein Aktivitätenplan für HR-Manager entwickelt, die proaktiv die eigene Rolle im modernen Geschäftsumfeld leben wollen. Nach anfänglich zögerlichen Wortmeldungen hat sich letztlich eine vom Plenum getragene Liste an Punkten ergeben, die demnächst über den Business Circle als Download zur Verfügung steht.

PoP – Ein Resümee

Die PoP 2012 hat ihren Teilnehmern einiges zu bieten gehabt. Interessante fachliche Vorträge, einen angenehm entspannten Rahmen und – was mich sehr überrascht hat – sogar ein Teilnehmerzertifikat. Ob das Preis-Leistungs-Verhältnis stimmt muss jeder für sich selbst beurteilen. Aber in jedem Fall einer der hochkarätigsten HR-Veranstaltungen unseres Landes.

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Ein Kommentar

  1. Sabine Piotrowski am

    Ist Resilienz ein Begriff, der im HRM neue Sichtweisen & Wege ermöglicht oder bleibt er doch nur ein gerade aktueller Begriff dafür, dass ein Unternehmen eben „fit“ sein muss, um am Markt zu bestehen?

    Diese Wahrnehmung entwickelte sich bei mir zunehmend bei der abschließenden Podiumsdiskussion & Maßnahmensammlung. Denn hier fand ich auch spannend, dass…

    * die Podiumssprecher sich nach der Einstiegsrunde immer weiter vom Thema „Resilienz“ entfernten und sich zu den Themen bewegten, die ihrer Meinung nach zentral für das Funktionieren von HR & Management sind.

    * die Maßnahmensammlung der Teilnehmer bis auf einige Aspekte auch unter einer (fast beliebigen) anderen Überschrift hätte stehen können. Spezifisch auf die Fähigkeit, mit Krisen umzugehen, zielten meiner Einschätzung nach die Anregungen
    **Kultur: Unerwartetes zulassen zu können, Flexibilität fördern
    **Organisation: lose gekoppelten Einheiten/BU, die keine
    unmittelbaren Wechselwirkungen haben
    **Reflexion fördern bzw. am besten gleich handeln und parallel
    wahrnehmen (vs. danach evaluieren)
    **Konflikte: nicht „umgehen“ sondern regeln!

    Ein interessantes Beispiel für die Umsetzung von Resilienzförderung auf Personenebene habe ich im Workshop von Unilever gehört. Mehr dazu in Kürze auf hrweb.at!

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