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Schwedischer Touch für Kremstaler Wein

Internationale Work-Programme bieten österreichischen Unternehmen die Möglichkeit, temporär junge Menschen aus anderen Ländern zu beschäftigen. Neue Perspektiven und eine tolle interkulturelle Erfahrung für die eigenen Mitarbeiter sind inklusive. Ein Beispiel vom Weingut Müller-Grossmann aus dem niederösterreichischen Kremstal.

Als Vertreter der Organisation WoFo (Work for Travellers Agency) sie im Frühjahr kontaktierten, war Jungwinzerin Marlies Müller (Foto Mitte) von Anfang an von der Idee begeistert. Während dem Studium verbrachte sie selbst ein Austauschsemester in Schweden und war daher gewillt, für die heurige Weinlesesaison zwei junge Schwedinnen anzustellen.

Neben den österreichischen und polnischen Erntehelfern waren Thea (Foto links) und Catja (Foto rechts) sowohl bei der Traubenernte, als auch bei der Verarbeitung im Weinkeller in Furth-Palt mit dabei. Die mangelnden Deutschkenntnisse wurden durch Übersetzungen auf Englisch bzw. durch simple Körpersprache wettgemacht.

„Ein Ruck ging durch unser traditionsbewusstes Familienunternehmen“

Für alle Beteiligten ergab sich durch das Engagement der jungen Schwedinnen eine Win-Win Situation. „Es war sehr interessant zu beobachten, wie unsere bestehenden Mitarbeiter aus der Komfortzone gehoben wurden. Es war trotzdem ein sehr herzliches Miteinander, vor allem beim gemeinsamen Mittagessen und in den Weinbergen sowieso“, sagt Jungwinzerin Müller im Nachhinein.

Durch die Sprachbarriere wurde mit mehr Emotion und Spaß kommuniziert und die Kreativität der Mitarbeiter angeregt: „Wie kann ich jemandem die Arbeitsprozesse einfach erklären, wenn er die Sprache nicht wirklich spricht?“

Die ebenfalls im Betrieb tätigen Eltern waren anfangs noch skeptisch, dann aber von der Fleißigkeit und Seriösität der jungen Helferinnen begeistert. Die Arbeitsleistung war ident mit jener der anderen Arbeitskräfte und das Interesse und die Neugier im Bezug auf die Weinwirtschaft absolut vorhanden.

Im Weinkeller bekamen die Schwedinnen auch eine Schulung zu den verschiedenen Weinsorten und deren typischen Geschmacksrichtungen. Marlies Müller dazu: „Uns war es wichtig, dass sie nicht nur als Erntehelferinnen bei uns sind, sondern sie auch für den Beruf zu begeistern.“

Ein Testballon für weitere CSR- und Diversity-Maßnahmen

WoFo organisierte dabei im Endeffekt alles von der Anreise über die Unterkunft bis hin zur Anmeldung und Krankenversicherung. Das Weingut bezahlte nur den üblichen Lohn und hatte keinen zusätzlichen Aufwand.

Für Winzerin Müller war die ganze Sache ein voller Erfolg. „Es war für mich eine Art Test, was passieren würde, wenn wir unsere Mitarbeiterstruktur weiter diversifizieren. Die Diversitätsdimensionen Alter, Herkunft und Geschlecht waren perfekt abgebildet. Jetzt weiß ich, dass meine Mitarbeiter mit solchen Veränderungen umgehen können.“

Ab Dezember können sich dann auch alle Weinliebhaber davon überzeugen, ob der Müller-Grossmann Wein mit schwedischem Touch nicht sogar noch einen Hauch besser schmeckt.

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