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1 Job in vielen Job-Börsen = mehr vom selben?

Bei meinem heutigen Thema „warum sollte ein Großteil der ausgeschriebenen Stellen in identer Weise auf mehreren Job-Börsen inseriert werden?“ streiten sich 2 Meinungen in mir: „Konkurrenz belebt das Geschäft“ versus „mehr vom Selben bringt nichts“. Ich hake nach bei den Job-Börsen direkt:

 

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Schätzen Sie mal: wie viele Stellenausschreibungen sind in mehr als 1 Jobbörse ausgeschrieben?

Dkffr. Dorette Dülsner (StepStone): 50 – 60%

Markus Zink (willhaben.at): Über 30%

Mag.(FH) Barbara Riedl-Wiesinger (Monster): 3.000

Mag. Wolfgang Kowatsch (Careesma.at): Der Großteil. Rund 50% der Stellenausschreibungen laufen in Ö über Personalberater, die zum überwiegenden Teil auf mehreren Jobbörsen ausschreiben. Auch die meisten Großunternehmen nutzen mehrere Jobbörsen.

Mag. Christine Humer (absolventen.at): Ich gehe davon aus, dass vor allem Stellen im technischen und Kundenbetreuungs-/Vertriebsbereich – denn vor allem hier ist es immer schwer geeignete Bewerber zu finden – meist auf mehreren Portalen veröffentlicht werden. Empfehlenswert ist es in diesen Bereichen in langfristige Personalmarketing Instrumente, wie z.B. die KarriereGuides zu investieren, um Bewerber frühzeitig auf das Unternehmen aufmerksam zu machen und ein effektives Employer Branding durchzuführen. Des Weiteren empfiehlt es sich spezialisierte Jobbörsen für schwer zu besetzende Stellen zu verwenden, da dadurch qualitativ hochwertigere Bewerbungen garantiert werden können.

Monika Becher-Paltram (Becher Medien): Ich denke, dass mehr als 80 % in mehreren Jobbörsen ausgeschrieben werden. Auch dieser Trend wird sich weiter fortsetzen, denn meist bekommen Unternehmen nicht den entsprechenden Rücklauf bzw. verzichten sie auf qualifizierte Kandidaten, wenn sie nur auf einer Jobbörse schalten.

Mag. Walter Haselsteiner (Helmaxx): Schwer zu sagen. Durch die hohe Marktdurchdringung von karriere.at vermute ich, dass viele Unternehmen mittlerweile oft auf Mehrfachschaltungen verzichten. Zumindest bei Positionen im Angestelltenbereich würde ich das so sehen. Ich schätze, dass es also eher weniger sind. Sagen wir 40%.

Mag. Thomas Teufer (Jobcity.at): So gut wie alle, da es mittlerweile sehr viele „Metasuchmaschinen“ gibt, die auch als Jobbörsen wahrgenommen werden. Aber das macht nichts, da der Bewerber relativ schnell zur „Originalauschreibung“ weitergeleitet wird. Problematisch ist es aber, wenn Stellen direkt von Unternehmen und gleichzeitig auch „verdeckt“ von Personalagenturen ausgeschrieben werden.

Welchen Sinn macht es aus Personalisten-Sicht, in vielen Jobbörsen parallel inserieren zu „müssen“?

Mag. Wolfgang Kowatsch (Careesma.at): Österreich ist ein Land mit einer niedrigen Arbeitslosenquote und Themen wie „War for Talents“ und „Fachkräftemangel“ sind sehr präsent. Daher bringt es einen klaren Vorteil, eine möglichst große Abdeckung im Internet zu erzielen und die Reichweite über mehrere Jobbörsen zu maximieren. Außerdem haben die führenden österreichischen Jobportale unterschiedliche Schwerpunkte in bestimmten Branchen und bei Bewerber-Profilen, die man gezielt nutzen sollte. Es gibt in Österreich kein Jobportal, dass alle Zielgruppen gleich gut anspricht. Schließlich würde die Konzentration auf nur die größte Jobbörse langfristig dazu führen, dass das Inserieren teurer wird. Konkurrenz belebt das Geschäft.

Mag.(FH) Barbara Riedl-Wiesinger (Monster): Sie können in kurzer Zeit relativ hohe Reichweite und Sichtbarkeit für ihre Stellenangebot erzielen.

Mag. Walter Haselsteiner (Helmaxx): Sinn macht es dann, wenn ich damit wirklich mehr Bewerber erreiche. Mein Eindruck ist, dass sich das mittlerweile aufgrund der Marktkonzentration in vielen Fällen erübrigt. Auch darf man nicht vergessen, dass ich als Bewerber oft schon über normales googlen via Meta-Börsen (z.b. Metajob.at) zu den für mich interessanten Jobs gelange, egal auf welcher Plattform sie sind.

Dkffr. Dorette Dülsner (StepStone): Man erzielt mehr Reichweite mit dem Inserat, damit einhergehend erhöhen sich die Chancen, die richtigen Kandidaten zu finden. Zudem favorisieren Kandidaten aufgrund unterschiedlicher Präferenzen die eine Jobbörse mehr als die andere.

Mag. Christine Humer (absolventen.at): Der Vorteil für die Personalisten ist, dass die Streuung der Stellenanzeige durch die Veröffentlichung der Jobs auf mehreren Portalen erhöht wird und sich somit gerade bei schwer zu besetzenden Jobs eventuell mehrere geeignete Bewerber finden. Besonders in den Vordergrund rutschen hierbei auch Nischenportale, welche spezielle Bewerbergruppen direkt ansprechen.

Mag. Ferdinand Lischka (NGOjobs): Für große Unternehmen, die sich eine möglichst hohe Anzahl an Bewerbern wünschen und gewöhnlich mehrstufige Bewerbungsverfahren abhalten, ist es sicherlich sinnvoll, in mehreren Jobbörsen parallel zu inserieren. Kleinere Unternehmen haben in der Regel nicht die nötigen Ressourcen dafür und sollten sich daher eher auf Nischen-Jobbörsen konzentrieren, die ihrer Branche und Zielgruppe entsprechen.

Welchen Sinn macht es aus Bewerber-Sicht, in vielen Jobbörsen die selben Stellen zu finden?

Mag.(FH) Barbara Riedl-Wiesinger (Monster): Das macht aus Bewerbersicht keinen Sinn.

Markus Zink (willhaben.at): Gar keinen. Personalisten sollten für den jeweiligen Job die passende Börse wählen und nicht nach dem Gießkannenprinzip vorgehen. Im Falle des Karrierenetzwerks von willhaben.at, DiePresse.com und kleinezeitung.at werden praktisch alle relevanten Zielgruppen abgedeckt. Insofern ist es nicht notwendig, auch auf anderen Börsen präsent zu sein.

Mag. Wolfgang Kowatsch (Careesma.at): Aus Sicht des Bewerbers kann es natürlich als störend empfunden werden, auf mehreren Portalen dieselben Stellen präsentiert zu bekommen. Was jedoch am Ende zählt, ist ja, ob man auf einem Portal geeignete Ausschreibungen für sich entdeckt. Und hat man eine Plattform einmal erfolgreich genutzt, besteht eine große „Markentreue“.

Markus Zink (willhaben.at): Hier gibt es wenig Sinn zu entdecken. Mittelfristig werden einige wenige Plattformen überbleiben, die den Markt dominieren. Markenbekanntheit und individuelle Leistungsmerkmale der unterschiedlichen Plattformen werden darüber befinden, welche Job-Börse letztlich genutzt wird.

Monika Becher-Paltram (Becher Medien): Aus Bewerbersicht macht es keinen Sinn, die gleichen Jobangebote mehrmals zu finden. Es ist aber aus der Sicht der Personalisten bzw. des Unternehmens einfach notwendig in mehreren Jobbörsen präsent zu sein, um die besten Kandidaten für das Unternehmen zu finden. Es macht natürlich keinen Sinn einfach wahllos durchzuschalten, aber eine wohlüberlegte Streuung ist sinnvoll.

Dkffr. Dorette Dülsner (StepStone): Es ist ja nur ein Teil aller Stellen übergreifend verfügbar, so dass Jobsuchende nur durch Nutzung mehrerer Jobbörsen einen sinnvollen Überblick über den gesamten Stellenmarkt erhalten.


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Die Gesprächspartner

Mag.(FH) Barbara Riedl-Wiesinger
Country Manager & Sales Director

Monster Worldwide Austria GmbH

www.monster.at, www.jobpilot.at

Unternehmens-Profil | Monster.at


Mag. Wolfgang Kowatsch
Geschäftsführer

Careesma GmbH

www.careesma.at

Unternehmens-Profil | careesma.at


Markus Zink
Leitung Jobs & Karriere

willhaben Internet Service GmbH & Co KG

www.willhaben.at/jobs


Dkffr. Dorette Dülsner
Geschäftsführerin

Stepstone Österreich GmbH

www.stepstone.at


Monika Becher-Paltram
Geschäftsführerin

Becher Medien GmbH

www.ladiesjobs.at


Mag. Christine Humer

absolventen.at Informationsdienstleistung GmbH


Mag. Walter Haselsteiner

Helmaxx GmbH


Mag. Ferdinand Lischka

NGOjobs


Mag. Thomas Teufer

Jobcity


Interview durchgeführt von

Autor Selan Eva

Mag. Eva Selan, MSc
Geschäftsführerin

HRweb
Eva.Selan@HRweb.at
www.HRweb.at

Autoren-Profil | Eva Selan


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