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PoP 2013 – Power of People – Teil 2

Veranstaltungs-Bericht

PoP 2013 – Power of People, Business Circle, 18-19apr2013
TAG 2 (Veranstaltungs-Bericht Tag 1)

PoP 2013 - Power of PeopleDer zweite Seminartag der PoP 2013 startet genauso spannend wie der erste Tag aufgehört hat. Heute im Fokus: Praxisbeispiele von Unternehmen. Ein Konferenzbericht von Tag 2 der PoP.

Der zweite Tag der PoP startet üblicherweise etwas ruhiger und langsamer als der erste Konferenztag. Warum? Naja – der Vorabend war von einer Bootsfahrt, einem Abendessen, jeder Menge Netzwerken und für viele – so hört man aus den Pausengesprächen – von einer kurzen (oder langen?) Nacht im Tanzcafe „Alt Wien“ geprägt.

Die PoP ist von vielen parallelen Vortragsreihen geprägt von denen man ohnehin nur einen Teil besuchen kann. Der Bericht stellt also nur eine Auswahl einiger spannender Beiträge dar.

„Find the right people and keep them“

Der erste Praxisvortrag über den wir berichten war von Hr. Viechtbauer (Personalleiter Red Bull). Er berichtet in einem sehr gut besuchten Vortrag von den Talentemanagement- und Nachfolgeplanungsprozessen bei Red Bull. Und schon vom Start weg macht er seine Grundeinstellung deutlich: es geht NICHT (wie durchaus in anderen Unternehmen) um die Befüllung von Talentelisten und die 1:1 Definition von Nachfolgern. Das von ihm mitentwickelte System soll v.a. den Dialog über talentierte Mitarbeiter fördern und die Sichtbarmachung von Mitarbeitern gegenüber Führungskräften unterstützen.

Der positiven Psychologie folgend konzentriert sich dabei Red Bull v.a. auf die Stärken der Mitarbeiter und versucht Defizitorientierung gänzlich zu vermeiden. So heißt bspw. ein Instrument der Bullen aus Fuschl auch „Strength Discussion Guide“ und der darauf aufbauende Entwicklungsplan „Strength Based Development Plan“. Hr. Viechtbauer bringt auch jenen Auftrag auf den Punkt, den er von Hr. Mateschitz erhalten hat: „Find the right people and keep them!“, im Falle von Red Bull mit einer stringent-quergedachten Ausrichtung auf Stärken und Dialog im Unternehmen.

New Leaders – New Competencies

Ein Vortrag von Fr. Deutsch von Deloitte Österreich folgt in der zweiten besuchten Workshopreihe. Im Zentrum dabei Kompetenzanforderungen an Führungskräfte, die sich aus der sich verändernden Arbeitswelt heraus ergeben. Es werden dabei spannende Studienergebnisse von Deloitte International vorgestellt die auf der weltweiten Expertise des Beratungshauses aufbauen. Was sind aus Sicht von Deloitte die drei wesentlichen Kernaufgaben von Führung?

  • Aktuelle Herausforderungen managen = Aufgaben
  • Eine nachhaltige Zukunft für die Organisation gestalten = Strategie
  • Den größeren Sinn und Zweck und die Unternehmensidentität entwickeln = Sinn und Orientierung

Und gerade bei letztem Punkt ortet Deloitte häufig Nachholbedarf. Jene Kompetenzen, die insbesondere durch die Veränderungen in der modernen Arbeitswelt zunehmen sind Interaktions- und Konfliktmanagement, Beziehungsmanagement, Wertemanagement, Veränderungsmanagement und letztlich Selbstkompetenzen.

Der Vortrag endet mit der Vorstellung des Deloitte Managementkompasses, einer integrierten Untersuchungsmethode für die Rekrutierung neuer Führungspositionen. Der Vortrag ist fachlich fundiert, steht aber in doch deutlichem Gegensatz zum radikal anderen Ansatz von Red Bull im Vortrag zuvor. Es treffen amerikanisch-beeinflusste Beratungspraxis auf individuelle Herangehensweisen eines Konzerns der immer schon gerne eigene Wege ging.

Rund um die Uhr arbeiten?

Der dritte besuchte Workshop fokussierte auf Work-Life-Balance aus einer ganz speziellen Perspektive: Der juristischen Perspektive. Wo kollidiert das Arbeitsrecht und seine teils historischen Wurzeln (bspw. stammt das Angestelltengesetz in großen Grundzügen aus 1921) mit der modernen Arbeitsrealität. In einem sehr kurzweiligen Vortrag erläutern Fr. Hailzl (Schneider Electric Österreich) und Hr. Wolf (CMS Reich-Rohrwig Hainz) sowohl die betriebliche Praxis als auch den rechtlichen Hintergrund. Dabei wird allen Anwesenden schnell klar, dass häufig in Fragen des Arbeitszeitgesetzes Grauzonen bestehen. Oder wussten Sie, dass – ganz strikt ausgelegt – Sie nach einem beruflichen SMS abends um 22:00 danach 11 Ruhestunden einlegen müssten, da auch schon die simpelste berufliche Verfügbarkeit den Zähler wieder auf null setzt? Oder dass Sie bei passiven Reisezeiten kein berufliches Dokument lesen dürften ohne möglicherweise Ruhezeiten zu verletzen? Bis hin zur persönlichen Haftbarkeit bzw. hohen Verwaltungsstrafen die Geschäftsführern ad personam drohen wenn in ihren Unternehmen Arbeitszeitgesetzesverletzungen amtskundig werden.

Der Vortrag hat mehr Fragen aufgeworfen als beantwortet, aber das war wohl das Ziel. Es bleibt der große Wunsch im Raum, dass sich die Sozialpartner diesen Fragen partnerschaftlich nähern sollten, um Gesetze an moderne Realitäten anzunähern.

Abschluss

Die PoP 2013 geht damit zu Ende und findet ihren Ausklang in der traditionellen, resümierenden Podiumsdiskussion. Eine Konferenz die viele neue Perspektiven eröffnet und viele neue Impulse gegeben hat. Und wie die Störche im Winter ziehen die Personalisten wieder fort aus Rust.


Gleich den Termin für die PoP 2014 reservieren: 10-11april2014

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2 Kommentrare

  1. Harald SCHMID am

    Tolle Veranstaltung – abwechslungsreich und kurzweilig in entspannter Atmosphäre.

    Mein persönliches Highlight: die Präsentation der Employer-Branding-Strategie der Züricher Verkehrsbetriebe – eine unglaublich innovative Idee eines „biederen“ Unternehmens mit dem Potential zum Trend-Setter.

    Lg
    Harald

  2. Jörg Buckmann am

    Lieber Herr Schmid, ich danke Ihnen für Ihr Kompliment – ich freue mich ausserordentlich darüber. Herzliche Grüsse aus Zürich von Jörg Buckmann

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