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Die Employer-Branding-Arbeit an die Jobbörsen auslagern?!

Employer Branding muss sich auch in Job-Inseraten widerspiegeln. Selbstverständlich. Jobbörsen – zumindest die online-agierenden – sind sich dessen bewusst und ich stelle mal die Hypothese in den Raum: Online-Jobbörsen können Ihnen einen Großteil Ihrer Employer Branding Arbeit abnehmen!

Kommen Sie mir bitte nicht sofort mit „das ist nicht die Aufgabe der Jobbörsen, das muss natürlich unternehmens-intern geschehen!“ Ja, weiß ich, doch lassen Sie mich doch auch mal hypothetisieren!

 

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Das Interesse der großen Jobbörsen in Österreich, in diesem Interview zu Wort zu kommen, zeigt uns die große Relevanz des Themas.

Ich greife hier einer Aussage von Barbara Riedl-Wiesinger (monster) vor: „Es ist nachgewiesen, dass Unternehmen, die Employer Branding Maßnahmen richtig machen, leistungsstärker und wettbewerbsfähiger sind.“ Gut, dann tauchen wir ein in die Details:

Sollte eine Jobbörse – neben dem puren schalten von Inseraten – zusätzliche Employer-Branding-Möglichkeiten anbieten?
Ja ⇒ weshalb? Nein ⇒ warum nicht?

Mag. Jürgen Smid (karriere.at): Definitiv! Allein die demografische Entwicklung zwingt Arbeitgeber immer stärker dazu, sich und ihre Stärken authentisch und auf Augenhöhe mit potenziellen Kandidaten zu präsentieren. Denn dass potenzielle Mitarbeiter ihre Entscheidungen für oder gegen einen Job heute nicht mehr mit einem einzelnen Faktor (z.B. gutes Gehalt, spannende Aufgabe, Unternehmensstandort etc.) begründen, zeichnet sich seit rund einem Jahrzehnt ab. Viel mehr entscheidet sich ein Jobinteressent heute für ein Gesamtpaket, das ein Unternehmen anbieten kann. Dieses muss jedoch erst einmal an potenzielle Mitarbeiter kommuniziert werden.

Rudi Bauer (StepStone Österreich): Passende Employer Branding Möglichkeiten sind auf einer Jobbörse definitiv am richtigen Platz. Sobald sich ein Kandidat gedanklich mit einem Jobwechsel auseinandersetzt und nach neuen Karriereoptionen auf der Suche ist, ist er affin, interessiert und aufgeschlossen, mehr über potentielle neue Arbeitgeber zu erfahren. Unternehmen, die Employer Branding Tools auf einer Jobbörse nutzen, können daher gut auf sich aufmerksam machen, sich sehr gut präsentieren und Einblick in die Unternehmenskultur und das Mitarbeiterangebot gewähren.

Mag. (FH) Barbara Riedl-Wiesinger (Monster Worldwide Austria): Ja, in jedem Fall! Wir leben in einem digitalen Zeitalter, in dem sich ein Großteil unserer Zeit in der virtuellen Welt abspielt. Nicht umsonst steigen die Ausgaben für Online-Werbung von Jahr zu Jahr stetig. Unternehmen stehen heute mehr denn je im Wettbewerb, die besten Kandidaten zu finden und diese passenden Mitarbeiter auch zu halten. Je früher der persönliche Fit zwischen dem potenziellen Mitarbeiter und dem jeweiligen Unternehmen abgeklärt wird, desto geringer ist tendenziell die Fluktuation und eine Erwartungsenttäuschung von beiden Seiten. Es ist nachgewiesen, dass Unternehmen, die Employer Branding Maßnahmen richtig machen, leistungsstärker und wettbewerbsfähiger sind.

Ist es ausreichend, wenn ein Unternehmen Ihre Employer-Branding-Möglichkeiten nutzt, um Employer-Branding-technisch gut aufgestellt zu sein?
Ja ⇒ großartig! Nein ⇒ was fehlt?

Mag. Wolfgang Kowatsch (Careesma): Im Online-Bereich ist man – bei einer Reichweite von bis zu 300.000 Unique User pro Monat – mit careesma.at sehr gut aufgestellt. Natürlich gibt es andere Kanäle, wie TV, Plakat oder Print, die für Employer Branding in Frage kommen und die man mit aufwändigen Kampagnen bespielen kann. Diese bieten wir nicht an. Wir fokussieren uns auf die Bewerber. Der Vorteil bei uns ist aber: die veränderungswilligen, zukünftigen Mitarbeiter ist schon hier, man muss sie nur abholen.

Markus Zink (willhaben): Diese Frage greift in ihrer Dimension zu kurz. Das hängt davon ab, um welches Unternehmen es sich handelt, welche Aktivitäten bisher schon gesetzt wurden, in welcher Branche ich tätig bin und was letztlich der Gesamtanspruch ist. Besonders erfolgreiche Unternehmen sind selten mit dem Status-quo zufrieden und verwenden Attribute wie „ausreichend“ nie oder nur sehr selten. Job-Portale sind immer nur eine tragende Säule eines differenzierten Gesamtkonzepts. Die eigene Firmenwebsite, der Corporate Blog, Social Media, ev. TV und Rundfunk, die Mitarbeiterzeitung, das Intranet und natürlich Öffentlichkeitsarbeit sind weitere Kanäle, die für Employer Branding zur Verfügung stehen. Kurz: es geht um den richtigen Mix, wo ein Portal wie willhaben.at auf keinen Fall fehlen sollte, schließlich ist es in Bezug auf Reichweite, Bekanntheit und Präsentationsmöglichkeiten einmalig und im Zweifelsfall auch ausreichend.

Peter M. Wind (localjobs, RMA Digitale Services): Employer Branding ist ein vielschichtiges Konzept und muss jeweils auf die spezifischen Bedürfnisse eines Unternehmens hin entwickelt werden. Eine Jobbörse unterstützt vor allem die Aspekte des externen Employer Brandings, wie Personalwerbung, Recruiting und Bewerberkommunikation.  Wichtig ist ein integriertes Konzept, dass alle wichtigen Aspekte für das jeweilige Unternehmen umfasst, die Umsetzung auf hohem Niveau und die regelmäßige Erfolgskontrolle. Stets sollte aber bedacht werden, dass es sich dabei um Maßnahmen des Personalmarketing und Recruiting handelt und Employer Branding für diese Bereiche die eigentliche Grundlage bildet.


Abseits vom redaktionellen Interview

Bleibt noch die Frage offen: Welche Employer-Branding-Maßnahmen biete diese Jobbörsen denn nun konkret? Einerseits sträube ich mich in einem redaktionellen Interview immer ein wenig gegen klare Eigenwerbung, andererseits macht ein redaktioneller Inhalt nur dann Sinn, wenn man weiß worum es geht & was eigentlich geboten wird. Daher hier gerne eine Ausnahme, heute ein wenig getrennt vom Redaktionellen:

Wie sieht Ihr Portfolio bzgl. Employer-Branding-Maßnahmen aus? Gerne können Sie kurz darauf eingehen – max 1.500 Zeichen (inkl. Leerzeichen).

Mag. Wolfgang Kowatsch (Careesma): Wir bieten einiges! Standardlösungen sind die online Bannerplatzierungen zu vernünftigen TKPs und die markenorientierte Ausspielung des Stelleninserats im Look & Feel des Kunden – etwas, was noch immer nicht alle großen Stellenbörsen können. Daneben bieten wir die Möglichkeit, auch Videos im Inserat zu integrieren. Hier profitiert der Kunde von einer unkomplizierten, flexiblen Umsetzung. Zusätzlich gibt es auch die Option, eine gebrandete Firmen-Minisite zu buchen. Auf dieser werden, neben grafischen und textlichen Elementen sowie Verlinkungen, alle aktuellen Stellenangebote aufgelistet. Dies erhöht die Bewerberzahlen nachweislich. Mit lehrling.at sind wir hier noch einen Schritt weiter gegangen und bieten die Integration von Videos und Bilder, Social Media Icons, Ansprechpartner, Links zu Textbeiträgen, Auszeichnungen usw. an. Diese sogenannte „Employer Page“ ist der ideale Ort für interaktives Employer Branding. Exklusive Branding-Möglichkeiten bieten wir schließlich noch über Kooperationen mit Partnern an, wie zum Beispiel Employer Branding Spots im Karriere-Fenster der sog. „Uniscreens“, einem Netzwerk von 85 Riesen-Flatscreens auf fast allen Unis Österreichs. Auch das Engagement über www.careermoves.at und die Durchschaltung der Inserate im immer größeren Partnernetzwerk oe24 inkl. Logopräsenz, bieten einen nicht zu unterschätzenden Mehrwert.

Mag. Jürgen Smid (karriere.at): karriere.at bietet Kunden mit der branding.solution die Möglichkeit, sich selbst und seine Arbeitgebermarke optimal zu präsentieren: Arbeitgeber verfügen über ein Profil, auf dem sich Interessierte über alle Rahmenbedingungen im Unternehmen informieren können: Welche Benefits werden geboten? Gibt es Firmenautos? Wie laufen Firmenfeiern ab? Wie sieht die Arbeitsumgebung aus? Wie ist die Infrastruktur? Und vieles mehr…
In diesem Profil können Fotos, Videos und Info-Texte zum Einsatz kommen. Und: Es gibt auch die Möglichkeit, sich mit dem karriere.reporter zu präsentieren: Bestehende Mitarbeiter erzählen in authentischen Video-Interviews über ihre Jobs, über Bewerbungsgespräche und Unternehmenskultur.
Nach einem Jahr branding.solution lässt sich klar feststellen, dass Unternehmen mit aussagekräftigem Arbeitgeberprofil auch mehr Bewerbungen auf ihre Stelleninserate erhalten.

Peter M. Wind (localjobs, RMA Digitale Services): Wir bieten primär zwei Produkte, um die Employer Branding Strategie eines Unternehmens nachhaltig zu stützen:

  • Steigerung der Bekanntheit als „Top-Unternehmen der Region“. Als Top Unternehmen wird auf der Startseite Ihr Unternehmenslogo prominent gezeigt. So „zeigen Sie Fahne“ und präsentieren sich gut sichtbar als attraktiver Arbeitgeber in Ihrem Bundesland.
  • Stärkung Ihrer Arbeitgebermarke mit „Premium Profil“. Mittels Premium Profil verstärken Sie die Wirkung des Standard Firmen Profils deutlich! Binden Sie emotionsgeladene Bilder, Image-Videos, Ihre Facebook-Fanpage etc. ein. So vermitteln Sie potentiellen Bewerbern einen umfassenden Einblick in Ihr Unternehmen.

Mag. (FH) Barbara Riedl-Wiesinger (Monster Worldwide Austria): Monster.at bietet für Unternehmen zur Optimierung der Arbeitgebermarke ein durchdachtes Paket bestehend aus vier Tools an. Basis für jedes erfolgreiche Employer Branding ist die Analyse der IST-Situation. Dabei führt Monster im Rahmen von Employer Branding Workshops in Zusammenarbeit mit Experten eine wissenschaftliche, auf semiotischer Grundlage basierende Analyse durch. Ziel ist die Identifizierung der Einzigartigkeit des Unternehmens als Arbeitgeber und die Kommunikation der richtigen Botschaft – Wording wie Bildwelt – über alle relevanten Kanäle hinweg, nach innen und außen. Dabei erarbeitet Monster gemeinsam mit dem Kunden Strategien, um ihn als Arbeitgebermarke über die Bewerber-Touchpoints hinweg erfolgreich positionieren zu können.
Das zweite Tool vom Monster ist die Erstellung und Optimierung der Employer Branding Anzeige durch eigene Webdesigner.
Das dritte Tool zur Stärkung von Arbeitgebermarken sind die Bannerprodukte von Monster.
Last but not least unterstützt das Firmenprofil auf monster.at die Employer Branding-Maßnahmen eines Unternehmens. Denn moderne Firmenprofile bestehen aus Firmenvideos, Nachrichten-Feeds, Rich Media wie Flash Banner, individuell anpassbarem Design inkl. Hausfarbe des Kunden für Header, Hintergrund und Widget, Texthervorhebung in den Unternehmensprofil-Ergebnissen, Kurzbeschreibung in den Unternehmensprofil-Ergebnissen, Social Media Links. u.v.m..

Rudi Bauer (StepStone Österreich): Bei StepStone bieten wir für verschiedene Zielgruppen und Recruiting-Anforderungen maßgeschneiderte Employer Branding Tools an. Beispielsweise bietet unsere interaktive Stellenanzeige „StepStonePlus“ fünf verschiedene Tabs, die Platz für umfassende Infos schafft. Neben der Stellenausschreibung können Arbeitgeber interessierten Kandidaten ausführlich Zusatzinformationen zu angebotene Benefits, Weiterbildungsmöglichkeiten oder Unternehmenskultur bieten, was deutlich über den Umfang einer klassischen Stellenanzeige hinausgeht. Interessenten werden genau dann Zusatzinformationen geboten, wenn es um die wesentliche Entscheidung geht: bewerbe ich mich bei diesem Unternehmen oder nicht. Der Fachkräftemangel einzelner Berufsfelder erfordert oftmals schon ein Agieren bevor es um das konkrete Besetzen von einzelnen Positionen geht. Auf unijobs.at können sich Unternehmen bereits heute den gefragtesten Talenten von morgen präsentieren – den Absolventen und Nachwuchsführungskräften. unijobs.at ist Österreichs größtes Portal für Studierende und junge Talente und bietet Unternehmen die Möglichkeit sich an Hand der spezifischen Interessen und Fragestellungen der young talents entsprechend zu präsentieren.

Markus Zink (willhaben): Ja, in den meisten Fällen erarbeiten wir gemeinsam mit unseren Kunden individuelle Lösungen, die exakt auf die jeweiligen Ziele des Auftraggebers abgestimmt sind. Je nachdem, ob die Zielgruppe z.B. Lehrlinge sind oder Führungskräfte, ergeben sich daraus unterschiedliche Maßnahmenvorschläge. willhaben.at erreicht pro Quartal über 57% aller österreichischen Internetnutzer (Quelle: ÖWA Plus) und somit mehr Personen als jedes andere Einzelangebot in Österreich. Gemeinsam mit unserer Vermarktungsabteilung erarbeiten wir maßgeschneiderte Employer Branding Maßnahmen, die vom klassischen Branding über interaktive Inhalte mit Informations- bzw. Unterhaltungscharakter bis zu mobilen Werbelösungen reichen können. Zuerst wird jeweils das Ziel des Auftraggebers analysiert, danach die passenden Kommunikationslösungen abgeleitet und erarbeitet. Das schafft den meisten Mehrwert für unsere Auftraggeber. Als zusätzlichen Bonus lässt willhaben.at seine Kompetenzen und Erfahrungen als langjähriger Great Place to Work einfließen.


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Die Gesprächspartner

 


kowatsch_wolfgang_careesmaMag. Wolfgang Kowatsch
Geschäftsführer

Careesma GmbH

www.careesma.at

Unternehmens-Profil


riedl-wiesinger_barbara_monster100Mag. (FH) Barbara Riedl-Wiesinger
Country Manager & Sales Director

Monster Worldwide Austria

www.monster.at

Unternehmens-Profil


smid_jurgen_karriereatMag. Jürgen Smid
Geschäftsführender Gesellschafter

karriere.at Informationsdienstleistungs GmbH

www.karriere.at

Unternehmens-Profil


bauer_rudi_stepstoneRudi Bauer
Geschäftsführer

Stepstone Österreich GmbH

www.stepstone.at

Unternehmens-Profil


zink_markus_willhabenMarkus Zink
Leitung Jobs & Karriere

willhaben internet service GmbH & Co KG

www.willhaben.at/jobs


wind_peter_localjobsPeter M. Wind
Geschäftsführer

RMA Digitale Services GmbH

www.localjobs.at


Interview durchgeführt von

Autor Selan Eva

Mag. Eva Selan, MSc
Geschäftsführerin

HRweb
Eva.Selan@HRweb.at
www.HRweb.at

Autoren-Profil | Eva Selan


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Ein Kommentar

  1. christoph harringer am

    Ich würde bei den Interviewpartnern mal erfragen, wo diese denn die Grenze zwischen Employer Branding und Personalmarketing ziehen. Dann würden sich sämtliche weíterfürhrenden Fragen erledigen – außer man will eben mehr über Personalmarketing in Erfahrung bringen

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