HRweb | Die erfrischende Plattform für Human Resources

Das war das HRM-Forum 2014: Burnout & Human Resource

Veranstaltungs-Bericht

HRM-Forum 2014: Burnout & Human Resource, FH Burgenland, 6dez2014, Eisenstadt

Ob Burnout nur Krise ist, oder ob und wie es zur Chance von betroffenen Arbeitnehmern werden kann, war Thema der 3. Fachkonferenz „HRM-Forum“ am Wirtschafts-Department der FH Burgenland. Mehr als 100 interessierte HR-Experten, Ärzte, Gesundheitsberater, Coaches, aber ebenso Studierende des Masterstudiengangs Human Resource Management und Arbeitsrecht diskutierten am Samstag die Facetten des brandaktuellen Themas.

veranstaltungs-bericht

„Das Thema Burnout und die Rolle der Human Resources ist in der Tat EU-weit brennend“, sagt Univ.-Prof. Irena Zavrl, die an der FH Burgenland für die Konzeption und die wissenschaftliche Leitung der Fachveranstaltung „HR Forum“ verantwortlich zeichnet. Immer noch teilen sich die Wogen, wenn das Schlagwort Burnout auftaucht: Für die Betroffenen sind Erschöpfung, Panikattacken und Schlafstörungen Teil des Alltags. Das Thema gehöre aus der Tabuzone geholt, denn schließlich seien „50 bis 60 % aller Arbeitsunfähigkeitstage durch arbeitsbedingten Stress und psychosoziale Risiken bedingt“, so Zavrl. „Die Hochleistungsgesellschaft steht vor wachsenden Führungs- und Bewältigungsdefiziten. Tempo und Überforderung werfen immer mehr Menschen aus dem Arbeitsmarkt. Die Fehlzeiten wegen psychischer Erkrankungen haben in den letzten 10 Jahren um 75 % zugenommen“, ergänzt Stefan B. Szalachy, Kommunikationsbeauftragter der Burnout- und Rehaklinik Bad Pirawarth und Burnout-Coach, der die kommunikative Sicht des Themas analysierte. Maßnahmen zur Bekämpfung des Phänomens seien EU-weit bereits sichtbar und es werden Kampagnen zur Sensibilisierung entwickelt. Dennoch erfolgen nur wenige Präventions-Maßnahmen.

Sensibilisierung bereits im HR-Studium

„Für die Studierenden an der FH Burgenland ist das HRM-Forum eine Fixveranstaltung, denn wir wollen sie auf das aktuelle Thema vorbereiten und sensibilisieren – nicht zuletzt, weil die Mehrheit der Manager darin immer noch keine Gefahr sieht“, sagt Martina Jelinek, Studiengangsleiterin des Masterstudiengangs Human Resource Management und Arbeitsrecht MOEL. Doch das „Nicht mehr können“ hat häufig seine Wurzeln darin, dass sich Menschen über ihren Arbeitsprozess in ihrer Leistungsfähigkeit definieren und über lange Strecken an ihre physischen und psychischen Grenzen gehen. Wie Faktoren und Bereiche der Belastung, die zum Burnout führen können, gestaltet sein können und wie Persönlichkeitsfaktoren und familiäre Grundbedingungen dazu beitragen, führte Paul Kaufmann (ärztlicher Leiter des pro mente reha GmbH Sonnenpark Neusiedlersee in Rust) aus. Claudius Stein (ärztlicher Leiter des Kriseninterventionszentrum Wien) thematisierte Zäsuren und Übergänge im Leben und ihre Bedeutung als Wendepunkte.

„Burnout fehlt nach wie vor als ‚Modediagnose‘ die Anerkennung als Krankheit, folglich haben Betroffene keinen Rechtsanspruch auf Kassenleistungen. Experten fordern daher eine Revision des Krankheitsbegriffs auf internationaler Ebene und adaptierte Arbeitsbedingungen mit flexiblen Arbeitszeitmodellen, mehr Autonomie für Arbeitnehmer, neue Leistungs- und Entlohnungssysteme“, so Burnout-Coach Szalachy.

VB_FH Burgenland_HR Forum

Dr. Stefan B. SZALACHY, M.A., Mag. Martina JELINEK (Studiengangsleiterin Human Resource Management und Arbeitsrecht), Dr. Paul KAUFMANN, Mag. Martina MOLNAR, Dr. Claudius STEIN, Univ.Prof.Dr. Irena Zavrl (Organisatorin), Prof.(FH) Dr.Dr. Sebastian Eschenbach (Departmentleiter Wirtschaft mit Schwerpunkt Mittel-Osteuropa)


Info:

www.fh-burgenland.at

teilen

Ein Kommentar

  1. Monika Wildner am

    Als Betriebscoach muss ich leider immer wieder feststellen, dass zu viele Arbeitgeber Augen und Ohren zu diesem Thema verschließen. Mitarbeiter präventiv über das Thema zu informieren, Führungskärfte zu schulen werden diese verschlissen. Wenn Sie nicht mehr funktionieren, werden sie ausgetauscht, es gibt ja genug Arbeitslose. Die Ausrede, sind meistens zusätzliche Kosten, welche sich die Betriebe für einen externer Coach nicht leisten „können“ oder wollen. Auch aus wirtschaftlicher Sicht, wäre es viel günstiger die bestehenden Mitarbeiter so zu behandeln, dass sie sich in ihrem Arbeitsunfeld wohl fühlen. Doch diese Gedanken finden leider in den meisten Betrieben noch lange nicht statt. Die richtige Strategie zu erarbeiten um Führungskärfte und Mitarbeiter zu motivieren ist gar nicht so schwer, allerdings benötigt man dazu die Sicht von Außen. Die Betriebsblindheit der internen Arbeitnehmer ermöglicht keine objektive Beurteilung des Arbeitsalltages.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Spielregeln