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Infografik | Do Perks Matter for Employee Retention?

6Nov2015
3 min
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HR-Know-how aus der Praxis für die Praxis

Inhalt

In einer Studie von TechnologyAdvice gaben 31,8 % an, dass flexible Arbeitszeiten und mobile Arbeitsplätze zu den wichtigsten Nebenleistungen zählen. Und 30,2 % würden flexible Arbeitszeiten oder Home Office einer Gehaltserhöhung vorziehen.

Infografik gefunden bei: digitalstrategie.com


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Infografik | Do Perks Matter for Employee Retention?

 

Flexibilität schlägt klassische Benefits

Ein zentrales Ergebnis der Infografik ist die klare Präferenz für flexible Arbeitsmodelle. 31,8 Prozent der Befragten nennen flexible Arbeitszeiten und mobile Arbeitsmöglichkeiten als die wichtigsten Zusatzleistungen. Das ist bemerkenswert, denn es zeigt, dass nicht materielle Extras oder einmalige Goodies im Vordergrund stehen, sondern strukturelle Rahmenbedingungen des Arbeitens selbst.

Flexibilität wird damit nicht als nettes Add on verstanden, sondern als integraler Bestandteil eines attraktiven Arbeitsumfeldes. Die Möglichkeit, Arbeitszeit und Arbeitsort zumindest teilweise selbst zu gestalten, scheint für viele Menschen einen unmittelbaren Mehrwert zu bieten. Es geht um Autonomie, um Vereinbarkeit und letztlich um die Frage, wie gut sich Arbeit in das eigene Leben integrieren lässt.

Diese Gewichtung deutet darauf hin, dass Mitarbeitende sehr genau unterscheiden, welche Benefits tatsächlich ihren Alltag verbessern. Während klassische Zusatzleistungen oft punktuell wirken, entfaltet Flexibilität eine dauerhafte Wirkung. Sie beeinflusst tägliche Routinen, individuelle Produktivität und das persönliche Wohlbefinden.

Mehr Wert als eine Gehaltserhöhung?

Noch spannender ist die zweite Zahl der Infografik: 30,2 Prozent der Befragten würden flexible Arbeitszeiten oder Home Office einer Gehaltserhöhung vorziehen. Diese Aussage verschiebt die Perspektive auf Compensation und Benefits grundlegend.

Denn sie stellt eine klassische Annahme infrage: dass finanzielle Anreize immer die höchste Priorität haben. Stattdessen zeigt sich, dass ein signifikanter Anteil der Mitarbeitenden bereit ist, auf mehr Gehalt zu verzichten, wenn im Gegenzug mehr Flexibilität geboten wird.

Das ist kein triviales Detail, sondern ein strategischer Hinweis für HR Verantwortliche. Wenn ein Drittel der Belegschaft Flexibilität höher bewertet als monetäre Zugewinne, verändert das die Logik von Vergütungssystemen. Es geht nicht mehr nur darum, Gehälter zu optimieren, sondern darum, die Gesamtarchitektur von Arbeit neu zu denken.

Dabei wird deutlich, dass Benefits nicht isoliert betrachtet werden dürfen. Sie stehen in direkter Konkurrenz zu klassischen Vergütungselementen und können diese teilweise sogar übertreffen. Der wahrgenommene Wert eines Benefits hängt also stark davon ab, wie relevant er für den individuellen Alltag ist.

Perks als strategischer Hebel der Mitarbeiterbindung

Die Infografik beantwortet die Ausgangsfrage implizit: Ja, Zusatzleistungen spielen eine Rolle für die Mitarbeiterbindung. Aber nicht jede Form von Perk ist gleich wirksam.

Entscheidend ist die Passung zwischen Angebot und tatsächlichen Bedürfnissen der Mitarbeitenden. Flexible Arbeitszeitmodelle und Home Office Optionen sind deshalb so wirksam, weil sie konkrete Probleme adressieren. Sie reduzieren Pendelzeiten, erhöhen die Planbarkeit und schaffen Spielräume im Alltag.

Damit verschiebt sich auch die Rolle von HR. Es reicht nicht, Benefits zu sammeln oder Trends zu folgen. Vielmehr geht es darum, gezielt jene Maßnahmen zu identifizieren, die einen echten Unterschied machen. Die Infografik legt nahe, dass strukturelle Benefits mit langfristiger Wirkung deutlich höher bewertet werden als kurzfristige Anreize.

Gleichzeitig zeigt sich, dass Mitarbeiterbindung nicht allein über monetäre Faktoren gesteuert werden kann. Wer ausschließlich auf Gehaltserhöhungen setzt, greift zu kurz. Die Bereitschaft, Flexibilität über Geld zu stellen, ist ein klares Signal für ein verändertes Werteverständnis.

Was HR daraus lernen kann

Für die Praxis ergibt sich daraus eine klare Stoßrichtung: Benefits müssen relevant sein. Und Relevanz entsteht dort, wo sie den Arbeitsalltag konkret verbessern.

Die Zahlen der Infografik sind dabei mehr als nur Momentaufnahmen. Sie geben einen Hinweis darauf, welche Themen für Mitarbeitende tatsächlich entscheidend sind. Flexibilität ist kein Trend, sondern ein zentrales Bedürfnis.

HR ist daher gefordert, Benefits nicht als dekoratives Element der Arbeitgebermarke zu betrachten, sondern als strategisches Instrument. Die richtige Auswahl und Ausgestaltung von Zusatzleistungen kann einen messbaren Einfluss auf die Bindung von Mitarbeitenden haben.

Oder anders formuliert: Es geht nicht darum, mehr zu bieten. Es geht darum, das Richtige zu bieten.

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