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MBA Abschluss als Karrieresprung

Das Erreichen eines akademischen Grades ist nicht unweigerlich mit beruflichem Erfolg gleichzusetzen. Natürlich bildet eine akademische Ausbildung ein solides Fundament, die heutige Berufswelt zeigt aber, dass lebenslange Fortbildung nahezu unvermeidlich ist. Aus diesem Grund entschließen sich auch viele Menschen dazu, berufsbegleitendes Studium oder Fortbildungskurse zu absolvieren. Speziell in England und den USA ist der MBA, der Master of Business Administration, ein klassischer Karriere-Turbo und in vielen Arbeitsbereichen gleichbedeutend mit höheren Entlohnungen. Doch was genau ist ein MBA und wie wirkt sich ein MBA Abschluss in Österreich aus?

Autor: Dennis Pommerenke

Der MBA – Ablauf, Kosten, Voraussetzungen

Der MBA ist eine postgraduale Studienform, die vor allem Managementbereiche abdecken soll. Das bedeutet, dass diese Fortbildungsschiene erst im Anschluss an einen erworbenen, akademischen Titel (Bachelor, Master) aufgenommen werden kann. In der Regel wird dieses Programm von bereits berufstätigen Personen wahrgenommen, häufig in einer berufsbegleitenden Form.

Gebühren und Kosten

Für diese Programme müssen auch Gebühren entrichtet werden, da diese nicht in den Bereich eines klassischen Studiums (Universität, Fachhochschule) fallen. Die Gebühren sind weit höher angesetzt als die gängigen Studiengebühren in Österreich. Die exakten Kosten variieren von MBA Studiengang zu Studiengang – für eine Dauer von zwei Jahren (4 Semestern) können laut der Plattform mbastudium.at Gebühren von 1000 € bis weit über 20.000 Euro anfallen. Die Preise sind auch stark an das jeweilige Renommee der anbietenden Institution gekoppelt.

Zulassung und Voraussetzungen für das MBA-Studium

Grundsätzlich wird ein bereits erlangter akademischer Grad als Voraussetzung für eine Zulassung zu einem MBA Studiengang verlangt. Es gibt keine einheitlichen Zulassungsregelungen, welche Bewerber zu einem MBA-Studium berechtigen. So ist es durchaus möglich, dass entsprechende Studiengänge auch ohne Bachelor- oder Mastertitel belegt werden können, sofern eine entsprechende Berufserfahrung nachgewiesen werden kann. Meist wird auch im Zuge des Auswahlverfahrens auf genau diesen Punkt, die Berufserfahrung, sehr viel Wert gelegt.

Erforderliche Voraussetzungen für die Zulassung:

  • Akademischer Titel (Master, Bachelor)
  • Berufserfahrung

Bewerbungsverfahren

Ähnlich wie in einigen Studienrichtungen, an vielen Fachhochschulen oder einer Business School müssen zunächst Bewerbungsverfahren durchlaufen werden. Diese sind notwendig, da sich mehr Kandidaten bewerben, als Studienplätze vergeben werden können. Zunächst erfolgt eine klassische Bewerbung in schriftlicher Form (meist online möglich), diese sollte bzw. muss die entsprechenden Nachweise zur Studienberechtigung enthalten.

Üblich sind hier auch Motivationsschreiben, die der Bewerbung beizulegen sind. Die exakten Bewerbungsrichtlinien und –verfahren können bei den jeweiligen Studienanbietern in Erfahrung gebracht werden. Des Weiteren sind Bewerbungsgespräche, Eignungstests und Nachweise über Fremdsprachenkenntnisse (z.B. Englisch) keine Seltenheit.

Mögliche Bewerbungsverfahren:

  • Bewerbungs- bzw. Motivationsschreiben
  • Bewerbungsgespräche
  • Eignungstests
  • Fremdsprachenkenntnisse (entsprechende Nachweise)

Studiendauer und Ablauf

Da die MBA Studiengänge in den Bologna-Prozess integriert sind, ergeben sich gewisse Voraussetzungen, die sich auch auf die Länge eines solchen Studiums auswirken.

Als Vollzeitstudium kann ein MBA in einem oder in zwei Jahren erworben werden. Für die einjährige MBA Variante (60 ECTS-Punkte) werden allerdings nur promovierte Master zugelassen, da sie die notwendigen ECTS-Punkte bereits erworben haben. Die zweijährige MBA Form mit 120 ECTS-Punkten ist allerdings nahezu Standard und richtet sich nicht nur an promovierte Bachelor.

Neben der Vollzeitform, die für viele Programmteilnehmer gleichbedeutend mit einer beruflichen Auszeit ist, wird vor allem die berufsbegleitende Form wahrgenommen. Diese kann als Teilzeit- oder Fernstudium belegt werden – charakteristisch sind hierfür vor allem Blockveranstaltungen sowie regelmäßige Präsenzveranstaltungen. Die Dauer dieser Studienvarianten variiert von zwei bis drei Jahre. Natürlich sind geringfügige, zeitliche Abweichungen möglich, Fernstudien können auch in Deutschland absolviert werden.

Den Abschluss des MBA bilden die Masterarbeit und deren mündliche Verteidigung.

MBA – Zusatzausbildung und Karriereturbo

Ursprünglich war der Master of Business Administration, wie der Name schon verrät, nur für Management-, Wirtschafts- und Business-Bereiche relevant. Speziell in den 70er und 80er Jahren des 20. Jahrhunderts erlebte diese Zusatzausbildung eine Hochzeit in Amerika, nachdem sie in Zeiten der Ölkrise bereits als gescheitert abgeschrieben wurde.

Spezialisierungen und neue Schwerpunkte

Im Laufe der Zeit entwickelten sich auch weitere Ausbildungsfelder, sodass sich der MBA heute nicht mehr nur auf klassische Wirtschaftsaspekte und Management beschränkt. Diese akademischen Fortbildungsprogramme bieten in ihren spezialisierten Formen durchaus auch für Absolventen der Geistes- und Naturwissenschaften, für Juristen und Mediziner eine lohnende Zusatzqualifikation – diese stärkt nicht nur aktuelle Positionen, sondern befähigt Absolventen auch zu höheren Aufgaben, etwa in Managementpositionen.

Die Grundabläufe, die generalisierten Curricula, bleiben demnach bestehen, die spezialisierten Studiengänge zeichnen sich aber durch konkrete Schwerpunkte aus. Somit sind die MBA Programme von heute flexibel gestaltet und für ein breites Publikum von Interesse.

Welchen Nutzen hat der MBA?

Blickt man nach England und in die USA, ergeben sich nahezu unfassbare Karriereaussichten. Ein MBA ist dort vielfach mit enormen Karrieresprüngen verbunden, die sich mit entsprechenden Entlohnungen belegen lassen. Allerdings scheint auch dort das Goldene Zeitalter Geschichte zu sein, in welchem der Titel des MBA gleichbedeutend mit horrenden Einnahmen war.

Hierzulande, auch in Deutschland, wird dem MBA kein vergleichbarer Status im Business beigemessen, die Vorteile und der Nutzen sind aber augenscheinlich und anerkannt. Wer sich dazu entscheidet, sich weiterzubilden und entsprechende Summen und Freizeit darin investiert, darf auch mit erheblichen Karrierevorteilen rechnen und spekulieren.

Ein Blick auf die zu vermittelnden Wissensgebiete zeigt, welche Zusatzqualifikationen mit diesen Programmen erworben werden können:

  • Rechnungswesen
  • Finanzwirtschaft
  • Produktionsmanagement
  • Vertrieb
  • Informationstechnik
  • Marketing
  • Personalmanagement
  • Wirtschaftsrecht
  • Strategisches Management
  • Wissenschaftliche Methodenlehre
  • Mikro- und Makroökonomie
  • Führungskompetenz
  • Kommunikation
  • Verhandlungsgeschick und unternehmerisches Denken

All diese Bereiche und Fachgebiete tragen dazu bei, dass sich Absolventen eines MBA Studienganges in unterschiedlichsten Führungspositionen, sei es in Unternehmen oder in öffentlichen Ämtern, bewerben und behaupten können.

Rankings, Akkreditierung und Qualitätssicherung der MBA Programme

Natürlich ist nicht jeder Lehrgang für jeden Berufszweig geeignet. Darüber hinaus existieren auch im Bereich der MBA Lehrgänge international anerkannte Rankings, die letztendlich auch den Wert einer Ausbildung heben und senken können. Wer an einem MBA Studium interessiert ist, wer die eigene Karriere im Unternehmen oder anderenorts vorantreiben möchte, sollte diese Rankings nicht komplett außer Acht lassen.

Darüber hinaus werden auch in Österreich MBA Studiengänge akkreditiert (Akkreditierung Austria – AQ). Universitäten sind davon ausgenommen, dennoch wird diese Qualitätssicherung häufig absolviert. Dadurch wird der Wert eines Studienangebotes dokumentiert, was sich wiederum positiv auf internationale Rankings auswirkt.

Klar ist: Wer sich für dieses spezielle, Business orientierte, häufig fachspezifische Studium entscheidet, möchte nicht nur den Titel eines Master erwerben, sondern auch die berufliche Karriere vorantreiben.


Autor

Dennis Pommerenke wurde 1982 in Salzburg geboren und studierte Wirtschaftsrecht. Nach einem mehrjährigen Aufenthalt in den USA arbeitet er jetzt seit vier Jahren als Privatdozent in der Erwachsenenbildung.

Gastautor

Alle Schreiberlinge, die nicht zur Stamm-Autoren-Runde zählen, subsummieren wir unter "Gastautorin". Sie treten manchmal einmalig auf, häufig auch wiederholt.

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