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HR-Tipp | Kulturelle Vielfalt richtig managen


HR-Tipp: Kulturelle Vielfalt richtig managen

Der Text zum Buch


Zielgruppe:



All jene, für die interkulturelle Vielfalt in der Arbeitswelt ein Thema ist.


Tipp-Geber:


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Dr. Karin Schreiner (Intercultural Know How – Training & Consulting)


Buchtipp

Kulturelle Vielfalt richtig managen. Die neuen Herausforderungen der globalisierten Arbeitswelt. Verlag fischer&gann, ISBN 978-3-903072-48-0, € 28,-

Das Buch beschäftigt sich mit den täglichen Herausforderungen des interkulturellen Arbeitsalltags und zeigt anhand von Interviews mit Führungskräften aus Business, Bildung und Gesundheit Lösungen und Tipps auf.

Kulturelle Vielfalt ist eine Tatsache

Der Arbeitsmarkt in Österreich ist attraktiv, das schlägt sich am Arbeitsmarkt nieder. Rund 20% der Bevölkerung stammt aus dem Ausland. Das ergibt eine kulturelle Vielfalt am Arbeitsmarkt, die Herausforderungen und Chancen birgt. Eine der Herausforderungen liegt sicher darin, dass diese Gruppe sehr heterogen ist und davon ein Großteil niedrigqualifizierte Arbeitnehmer sind. Diese Tatsache schlägt sich in der Schulsituation nieder, wenn in Schulklassen der Pflichtschulen fast jedes zweite Kind nicht Deutsch als Muttersprache spricht. In der Studie zeigt Karin Schreiner auf, dass im Bildungssystem kulturelle Vielfalt noch ein Stiefkind ist und so getan wird, als wären unsere Schulen monokulturell und deutschsprachig. Die Ressource kulturelle Vielfalt und Mehrsprachigkeit wird in diesem Kontext nicht beachtet – hingegen im Unternehmenskontext wird sie produktiv genutzt. Strukturelle Veränderungen wie Assistenzlehrende könnten das Defizit „mangelnde Deutschkenntnisse“ zur Ressource „Zweisprachigkeit“ machen.

Kulturelle Vielfalt birgt Chancen

Kulturelle Vielfalt schlägt sich in Zweisprachigkeit und Bikulturalität nieder. Daraus kann man in Österreich großen Nutzen ziehen, denn in vielen Jobs sind diese Kompetenzen gefragt. International tätige Unternehmen sehen in der kulturellen Vielfalt ihrer Belegschaft oft Chancen, aber auch der Gesundheitsbereich profitiert, z.B. bei der Heimpflege sind Arbeitsmigranten aus den Nachbarländern ein großer Nutzen, denn diese sprechen oft die Sprache der zu Pflegenden und kennen ihre Kultur. Ebenso in Krankenhäusern, wenn Ärzte mit Migrationshintergrund ihre Patienten effizienter behandeln können. Eine Ärztin aus dem Wiener AKH: „In unserem Team sprechen wir 10 Sprachen, nur Arabisch fehlt uns noch. Wir können anders auf die Patienten zugehen.“

Lösungen für den Arbeitsalltag

Das Buch bietet eine breite Palette an Fallbeispielen aus den Bereichen Business, Bildung und Gesundheit und zeigt mit Best Practises und auch praktischen Tipps, wie mit interkulturellen schwierigen Situationen lösungsorientiert umgegangen werden kann. Etwa wenn immer wieder betont wird, wie wichtig Perspektivenwechsel in interkulturellen Situationen ist. Perspektivenwechsel erhöht die Chancen lösungsorientiert mit Missverständnissen umzugehen und schwierige Situationen zu meistern. Zum Beispiel wenn mein Mitarbeiter immer JA sagt und NEIN meint, ist es von Vorteil sich zu überlegen, warum das so ist und sich in seine Lage zu versetzen. Man lernt, dass er in seinem Heimatland, etwa Indien, zu seinem Vorgesetzten nie „Nein“ oder „Ich weiß nicht“ sagen darf. Damit kann ich seine Sichtweise nachvollziehen und sehe mit dem nötigen Wissen über diesen kulturellen Kontext die Situation aus seinen Augen. Das ist die Basis dafür, gemeinsam eine Lösung zu finden, wie man in Zukunft miteinander arbeitet, z.B. indem ich meine Fragen und Anweisungen so formuliere, dass er genau weiß, was er zu tun hat.

Das Buch bietet für alle, die in einem internationalen und multikulturellen Umfeld arbeiten, viele Anregungen, knifflige Situationen zu meistern und so genannte blinde Flecken – weil man zu sehr im eigenen kulturellen Denken steckt – zu erkennen.

Das letzte Kapitel ist Tipps für den Arbeitsalltag gewidmet – daraus einige Stellen:

Tipps für den Arbeitsalltag:

  • Entwicklung kulturellen Bewusstseins: Beobachten Sie sich und Ihre Mitarbeiter genauer: Welche Gewohnheiten haben Sie Ihre Mitarbeiter aus anderen Ländern? Lassen Sie die Tür in Ihrem Büro immer offen? Wie wirkt das auf Ihre Mitarbeiter? Stehen Sie gern in der Kaffeeküche mit den anderen zusammen, um Informationen auszutauschen oder gehen Sie gleich wieder in Ihr Büro zurück? Stört es Sie, wenn Ihre Mitarbeiter zu Ihnen geradeaus sagen, was sie sich denken?
  • Interkulturelle Sensibilität: Wie gut kennen Sie die Kultur Ihrer Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen? Kennen Sie auffällige Gewohnheiten? Gab es schon mal Zwischenfälle oder grobe Missverständnisse? Wie lösten Sie sie auf?
  • Perspektivwechsel: Versuchen Sie, sich in Ihre Mitarbeiter hineinzuversetzen und zu überlegen, warum diese sich so oder so verhalten. Beispiel: „Wenn Swen morgens ins Büro geht, schaut er weder links noch rechts und begrüßt niemanden.“ Wie könnten Sie sein Verhalten deuten?
  • Aktiv Zuhören: Aktives Zuhören signalisiert Interesse am anderen. Üben Sie, dabei an nichts anderes zu denken und Ihre volle Aufmerksamkeit ihrem Gesprächspartner zu schenken. Nach dem Motto: „Komm, erzähl weiter, das interessiert mich!“

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