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HR-Tipp | Wie gelingt gute Zusammenarbeit im heterogenen Team?


HR-Tipp: Heterogene Teams: gelungene Zusammenarbeit

Zielgruppe:



All jene, für die mit heterogenen Teams arbeiten


Tipp-Geber:


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Dr. Karin Schreiner (Intercultural Know How – Training & Consulting)


Heterogene Teams laufen leicht Gefahr, unproduktiv zu sein. Gleichzeitig wird ihnen eine hohes Potenzial an Produktivität und Kreativität zugeschrieben. Was muss erfüllt sein, damit es gut läuft?

Nur dann, wenn Teammitglieder aufgabenorientiert sind und ein gemeinsames Ziel vor Augen haben, dem sie sich verpflichtet fühlen; wenn gegenseitiger Respekt und bewusste Anerkennung der Unterschiede in Bezug auf kulturelle Herkunft, Sprachkompetenz und Sachkompetenz vorhanden sind und wenn es gelingt, dass die Rollen egalitär verteilt sind und alle einander auf Augenhöhe begegnen.

Hier ein Beispiel für eine gelungene Zusammenarbeit:

Ein Meeting von drei Trainerinnen unterschiedlicher kultureller Herkunft, mit verschiedenen beruflichen Schwerpunkten und deren gemeinsame Sprache Englisch ist, an einem heißen Sommertag, um eine Trainings-Session für September vorzubereiten. Die Zielsetzungen waren klar, der Zeitrahmen für das Meeting angesichts der hohen Temperaturen relativ eng gesteckt. Zu klären waren die Inhalte, der Zeitplan sowie die Rollenverteilungen für ein eintägiges Training. Die Aufgabenorientierung aller drei war hoch und jede brachte sich mit inhaltlichen Vorschlägen ein, die im Gespräch abgewogen wurden. Es war spürbar, dass alle die Fachkompetenz der jeweils anderen hoch einschätzten. Dennoch wurde jeder Vorschlag kritisch hinterfragt und auf die Zielsetzungen des bevorstehenden Trainings genau überprüft. Argumentiert wurde mit Erfahrungswerten und Sachkompetenz. Im Gespräch war Offenheit spürbar. Diese zeigte sich darin, dass offen über Misserfolge oder über mangelnde Erfahrungen mit bestimmten Übungen oder Gruppengrößen gesprochen wurde. Einzelne Ideen, die aufkamen und anfangs skeptisch betrachtet wurden, wurden dann aufgrund der Anerkennung der Sachkompetenz der Kollegin, die die Idee einbrachte, angenommen. Ein Vertrauensvorschuss, der die Zusammengehörigkeit des Teams stärkte. Alle drei waren gut darin, den zeitlichen Rahmen für das Training abzustecken. Es war zu spüren: alle drei waren auf gleicher Augenhöhe. Es gelang dem Team schließlich, gut im gesetzten Zeitrahmen fertig zu werden, wodurch erneut das Zusammengehörigkeitsgefühl gestärkt wurde und das Gefühl der Sicherheit vorhanden war, dass das Training im September sehr gut laufen würde.

Ein Arbeitsmeeting eines Teams kann in die falsche Richtung laufen, wenn die Unterschiede der Anwesenden in Hinsicht Sprache, Herkunft, Sachkenntnisse und beruflicher Hintergrund ignoriert werden; wenn eine Kultur (Sprache oder Herkunft) in der Gruppe dominiert; wenn ethnozentrisch agiert wird und wenn ein Selbstdarsteller ständig seine Redezeit überschreitet.

Tipps

  • Regelmäßige Team-Meetings, in denen auch über die Kriterien für gute Zusammenarbeit im Team gesprochen wird.
  • Kriterien für gute Zusammenarbeit im Team bewusst anwenden: Aktives zuhören, ausreden-lassen, Ideen abwägen, positive Kritik geben, Erfahrungen preisgeben, Offenheit praktizieren, Vertrauensvorschuss geben.
  • Kleine Teams (ab drei Personen) an konkreten Aufgabenstellungen in einem eng begrenzten Zeitrahmen arbeiten lassen.
  • Neue Mitarbeiter in solchen Teams mitarbeiten lassen, damit sich diese unter Beweis stellen können.
  • Im Unternehmens-Newsletter immer wieder das Thema Zusammenarbeit im Team zur Sprache bringen – durch kurze Inputs von Experten oder Best Practises im Unternehmen.

 


Buchtipp

Kulturelle Vielfalt richtig managen. Die neuen Herausforderungen der globalisierten Arbeitswelt. Verlag fischer&gann, ISBN 978-3-903072-48-0, € 28,-

Das Buch beschäftigt sich mit den täglichen Herausforderungen des interkulturellen Arbeitsalltags und zeigt anhand von Interviews mit Führungskräften aus Business, Bildung und Gesundheit Lösungen und Tipps auf.


 

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